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Sehbehinderte fühlen sich benachteiligt

Tag der Sehbehinderten Sehbehinderte fühlen sich benachteiligt

Am deutschlandweiten „Tag der Sehbehinderten“ hat die Bezirksgruppe Westhavelland des Blinden- und Sehbehindertenverbandes gefordert, dass die Stufen am Kulturzentrum Rathenow farblich gekennzeichnet werden. Das würde die Sicherheit von Sehbehinderten erhöhen und deren bessere Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen.

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Mitglieder des Blinden- und Sehbehindertenverbandes fordern, dass die Stufen vor dem Kulturzentrum farblich markiert werden.

Quelle: Bernd Geske

Rathenow. Mitglieder der Bezirksgruppe Westhavelland des Blinden- und Sehbehindertenverbandes haben am Montag vor dem Kulturzentrum in Rathenow gefordert, dass deren Treppenstufen am Haupteingang farblich gekennzeichnet werden. „Immer wieder haben sich sehbehinderte Mitglieder unserer Bezirksgruppe über die Sturzgefahren beim Begehen der breiten Treppe beschwert“, hat Heinz Bräsecke von der Bezirksgruppe erklärt, „der Grund dafür ist der fehlende Kontrast zur sicheren Erkennung der Stufen.“ Man hoffe, dass mit Unterstützung der zuständigen Verwaltungen bald eine Markierung der Stufen vor dem Kulturzentrum erreicht werden könne.

Teilhabe am öffentlichen Leben für Sehbehinderte

Anlass für die Aktion war der „Tag der Sehbehinderten“, der jedes Jahr am 6. Juni deutschlandweit begangen wird. Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband hatte in diesem Jahr alle seine Gruppen in der ganzen Bundesrepublik dazu aufgerufen, mehr für „Kontraste im öffentlichen Raum“ zu tun und konkret auf die Bedeutung von noch nicht markierten Stufen vor öffentlichen Gebäuden aufmerksam zu machen. In 31 Orten der Republik haben am Montag dazu Aktionen stattgefunden. In den vergangenen Jahren seien zahlreiche Gesetze und Normen veröffentlicht worden, die Barrierefreiheit im öffentlichen Raum und damit verbunden mehr Kontraste fordern, teilt der Verband mit: „Ziel ist es, auch sehbehinderten Menschen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.“

Zum Tag der Sehbehinderten im vergangen Jahr hatte sich Rainer Wolter, der Vorsitzende der Bezirksgruppe Westhavelland, mit einem Brief an das Kulturzentrum gewandt und auf das Problem aufmerksam gemacht. Etwas später sei er zu einer Besprechungsrunde mit unterschiedlichen Verantwortlichen eingeladen worden, hat er am Montag berichtet. Dabei sei unter anderem über die fehlende Markierung der Treppenstufen geredet worden, doch getan worden sei für deren bessere Erkennbarkeit bislang nichts.

Aktion „Stufenmarkierung“

Der „Tag der Sehbehinderten“ wird jedes Jahr am 6. Juni vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) als Aktions- und Informationstag organisiert.

In diesem Jahr hat der DBSV für den Sehbehindertentag seine Aktion „Stufenmarkierung“ ausgerufen. Es wird darauf aufmerksam gemacht, dass die Stufen vor öffentlichen Gebäuden farblich markiert werden sollen.

Die Bezirksgruppe Westhavelland des Blinden- und Sehbehindertenverbandes hat das Kulturzentrum Rathenow als sein Zielobjekt ausgewählt.

Deutschlandweit haben Gruppen des DBSV am Sehbehindertentag in 31 Orten an der Aktion „Stufenmarkierung“ teilgenommen.

Weitere Informationen im Internet unter www.sehbehindertentag.de.

Bettina Götze, die Geschäftsführerin des Kulturzentrums, bestätigt, dass ihr die Forderung des Blinden- und Sehbehindertenverbandes bekannt ist. Die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG), die damals für den Umbau des Hauses zuständig war, sagt sie, habe immer betont, dass das nach den damals geltenden Vorschriften geschah. Sie räumt ein, dass sie Verständnis für die Forderung des Sehbehindertenverbandes hat und teilt mit, dass sie sich bereits über die möglichen Kosten der gewünschten farblichen Markierung informieret hat. Das würde rund 5000 Euro kosten, sagt Bettina Götze, eine solche Summe könne sie aus ihrem normalen Haushalt nicht einfach zusätzlich begleichen.

Gesellschafter des Kulturzentrums sind der Landkreis Havelland und die Stadt Rathenow. Sie könne sich vorstellen, erklärt Bettina Götze, in den Wirtschaftsplan für 2017 eine Summe für die geforderten Treppenmarkierungen einzustellen. Wenn die beiden Gesellschafter dann der Erhöhung ihres Zuschusses um jenen Betrag zustimmen, würde die vom Blinden- und Sehbehindertenverband geforderte Maßnahme möglich sein.

Von Bernd Geske

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