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Havelland Semlin: Aus für die Pension am See
Lokales Havelland Semlin: Aus für die Pension am See
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00:32 29.10.2015
Jean-Luc Meier und Rahel Mertin müssen die Pension am See aufgeben. Quelle: Christin Schmidt
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Semlin

Acht erfüllte und anstrengende Jahre liegen hinter Rahel Mertin und Jean-Luc Meier. Das Paar hat die Pension am See in Semlin zu ihrem Zuhause gemacht und zugleich zahlreichen Besuchern ein Zuhause auf Zeit geboten. Aus dem ganzen Bundesgebiet und aus dem Ausland kamen Menschen in die Pension am See, um in einem der 13 Bungalows Urlaub zu machen oder sich fortzubilden.

Seminare in politischer Bildung und Erlebnispädagogik boten Meier und Mertin mitten in der westhavelländischen Idylle und dazu Ausflüge in die Natur. Insbesondere Bildungsträger aus Berlin hatten die Pension und ihr Angebot für sich entdeckt. „Über Buchungsknappheit können wir uns nicht beschweren“, macht Rahel Mertin deutlich. Dennoch muss sie nun das Aus der Pension verkünden.

„Wir hätten sie gern gekauft, aber leider war der Eigentümer dazu nicht bereit“, erklärt Jean-Luc. Er kam aus dem Sauerland nach Brandenburg und baute sich am Semliner See mit seiner Partnerin eine Existenz auf. Von Anfang an wollten sie das Objekt kaufen, die Hoffnungen zerschlugen sich aber bald. Der Eigentümer scheint an dem geschichtsträchtigen Haus, in dem der Schriftsteller Axel Rudolph lebte und wohl auch Erich Kästner zu Besuch war, zu hängen. Er will nicht verkaufen und künftig soll es dort auch keine Pension mehr geben. Mertin und Meier müssen ihren Traum begraben. „Natürlich ist das traurig. Wir hatten ja viel Geld und Energie hier reingesteckt“, sagt Jean-Luc Meier.

Biber-Touren gibt es weiterhin

Dem Havelland den Rücken kehren wollen sie aber nicht. „Wir fühlen uns wohl in Brandenburg und bleiben in Semlin“, verrät das Paar. Unweit der Pension haben sie sich ein Haus gekauft, in das sie nun mit ihren beiden Töchtern einziehen. Zwar wird sich das Familienleben jetzt verändern, aber es gibt durchaus auch Positives. „Wir können jetzt auch mal im Sommer gemeinsam in Urlaub fahren“, freut sich Rahel Mertin. Beruflich müssen sie sich nun umorientieren und etwas Neues aufbauen. Rahel Mertin, die bis 2011 als Jugendkoordinatorin für die Gemeinde Milower Land tätig war und derzeit einige Stunden als Betreuerin im Nennhausener Jugendclub arbeitet, möchte wieder ganz in ihren alten Beruf einsteigen.

Die 41-Jährige Diplompädagogin hofft in der offenen Kinder- und Jugendarbeit eine Stelle zu finden. Jean-Luc Meier ist studierter Umweltwissenschaftler und Evolutionsbiologe und kann sich vorstellen, als Lehrer für Biologie und Geografie zu arbeiten. Einen ersten „Probelauf“ als Lehrer hat er bereits bestanden. Ein halbes Schuljahr hat er bereits als Vertretungslehrer am Rathenower Jahngymnasium gearbeitet. „Das hat sehr gut geklappt und es hat mir und ich denke auch den Schülern Spaß gemacht.“

Spaß hatten auch die Teilnehmer, die Meier auf seine geführten Touren mitnahm, um Biber, Seeadler und andere heimische Wald- und Seebewohner zu beobachten. Diese er weiterhin anbieten, auch die sechs Kanus für die Biber-Touren will das Paar behalten. Der Rest muss nun verkauft werden. „Man kann im Prinzip alles kaufen, was in den Bugalows ist, vom Wasserkoch bis zum Schrank“, so Mertin. Mit einem Auflösungsflohmarkt am 31. Oktober und 1. November verabschieden sich Rahel Mertin und Jean-Luc Meier. Am 30. November erfolgt dann die Übergabe an den Eigentümer. Damit geht nicht nur für das Paar ein Lebensabschnitt zu Ende, auch für das geschichtsträchtige Haus endet ein Kapital ab.

Auflösungsflohmarkt

Am 31. Oktober und 1. November wird auf dem Gelände der Pension am See jeweils von 10 bis 16 Uhr ein Flohmarkt stattfinden.

An beiden Tagen werden alle 13 Bungalows geöffnet sein und das komplette Inventar zum Kauf angeboten, vom Wasserkocher bis zum Bett.

Wenngleich es kein Anlass zum Feiern ist, mit Bratwurst und Glühwein soll es aber wenigstens ein gemütlicher Abschied werden.

Von Christin Schmidt

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