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Semlin war ein buntes Fleckchen Erde

Blick in die Geschichte Semlin war ein buntes Fleckchen Erde

Bäcker, Fleischer, Spielzeugladen – die neuste Ausgabe des regionalen Magazins aus Semlin im Postkartenformat erinnert an die Zeiten, als der Handel im Dorf noch blühte. Frieder Neumann hat sich zwei Jahre lang auf Spurensuche begeben, Geschichten und alte Fotos zusammengetragen, die ein buntes Bild vom Leben in Semlin zeichnen und an Persönlichkeiten erinnern.

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Blick ins Heft: Fleischer Otto Rumland beim Schlachten.

Quelle: Privat

Semlin. Es dürften etwa zwei Jahre gewesen sein, die Frieder Neumann damit zubrachte, in Semlin Klinken zu putzen. In langen Gesprächen mit den Familien des Dorfes luchste er ihnen Fotos und Informationen über die Geschäfte und Läden ab, die es hier mal gegeben hat. Die Geschichten, die Frieder Neumann dabei aufspürte hat Martin Keune nun in der neusten Ausgabe der Semliner Hefte zusammengetragen. Herausgekommen ist eine Ausgabe mit vielen Schwarz-Weiß-Aufnahmen aus privaten Fotoalben und bunten Geschichten, die von längst vergangenen Zeiten erzählen. So auch das Titelbild, das Frieder Neumanns Mutter, die begabte Eva-Maria Neumann, 1946 zeichnete.

Damals, lange vor Kaufland, Amazon und Co. hatte das Dorf noch eine intakte Nahversorgung. „Man traf sich auf ein Pläuschchen beim Bäcker Kröning, in Rumlands Fleischerei oder dem Lebensmittelladen von Tiedeckes“, erzählt Martin Keune. Seit 2010 gibt er die Semliner Hefte heraus, selbst erlebt hat er all die Geschichten natürlich nicht, schließlich entdeckte der gebürtige Sauerländer Semlin erst Mitte der 1990er-Jahre für sich.

Erinnerungen an Fleischerei, Bäcker und Spielzeuggeschäft

Seither verbringt er hier mit seiner Frau Martina Huchthausen die Wochenenden und schenkt den Westhavelländern alle drei Monate neue Geschichten aus und über Semlin im handlichen Postkartenformat. Bei der Recherche bekommt er regelmäßig Unterstützung von erfahrenen Semlinern wie Heike Brett oder Frieder Neumann, selbst Martina Huchthausen hat sich bereits mit Beiträgen beteiligt. Auch Heft Nummer 24 ist ein Gemeinschaftswerk.

Frieder Neumann hat die Geschichten in zahlreichen Gesprächen an Gartenzäunen und auf der Dorfstraße zusammengetragen - Geschäfte zum Tratschen, Tuscheln und Plaudern gibt es ja nicht mehr. Heike Brett hat ihre eigene Familiengeschichte beigesteuert. Sie erzählt, wie sich die Kinder nach dem Krieg die Nasen am Schaufenster des Spielzeugladens platt drückten, den ihre Eltern bis 1953 betrieben. Im Semliner Heft werden sie alle noch einmal zum Leben erweckt: Thiedeckes Lebensmittelladen, die verschiedenen Bäckereien, die es früher im Dorf gab, die Poststelle, die Anna Könicke betrieb oder der Saisonkiosk Haselau.

Nächstes Heft bereits in Arbeit

Ein besonderes Schmankerl sind Auszüge eines handschriftlichen Berichts des einstigen Bäckerlehrlings Heinz Schulz. Der inzwischen 86-Jährige erinnert sich darin an die bewegten Jahre ab 1944. Die Erinnerungen von Heinz Schulz sollen die Grundlage für ein neues Semliner Heft bilden, Arbeitstitel: „Kriegsende in Semlin“. Daran werden Martin Keune und Heike Brett nun arbeiten.

Die Semliner Hefte kann man zum Stückpreis von zwei Euro erwerben im Fitness- und Gesundheitsstudio Rausch in Semlin und in der Rathenower Buchhandlung Tieke. Zudem können die Hefte im Onlineshop www.kizuco.de bestellt werden. Wer die Hefte abonnieren möchte, kann dies auf www.semlin.de tun. Zum Verkaufspreis kommt dann noch ein Euro Versand dazu. Das nächste Semliner Heft erscheint am 1. Dezember.

Von Christin Schmidt

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