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Seniorenbeirat wird erstmals direkt gewählt

Brieselang Seniorenbeirat wird erstmals direkt gewählt

Der Brieselanger Seniorenbeirat wird am 11. September erstmals direkt von den älteren Einwohnern ab 55 Jahren gewählt. Neun Kandidaten haben sich beworben. Sie wollen sich auch künftig für die Belange der älteren Generation einsetzen. Allerdings hoffen sie auch auf mehr Anregungen aus der Bevölkerung.

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Fünf der neun Kandidaten (v.l.): Harald Schonewille, Anneliese Eis, Gabriele Wegener, Dirk Lüdecke und Ingrid Ettelt-Gelke.

Quelle: Andreas Kaatz

Brieselang. In ein paar Wochen ist es soweit: Der Brieselanger Seniorenbeirat wird erstmals direkt gewählt. Alle Einwohner ab einem Alter von 55 Jahren sind aufgerufen, am 11. September ihre Stimme abzugeben. Neun Kandidaten haben sich für das Gremium beworben. Der jetzige Vorsitzende Kurt Jakob ist aber nicht mehr dabei, er möchte ein wenig ruhiger treten. Das Gründungsmitglied des Beirates hat aber mit seinem Einsatz großen Anteil daran, dass es jetzt zur Direktwahl kommt. Bislang konnten die älteren Einwohner zwar auch die Mitglieder des Beirates bestimmen, das letzte Wort hatte aber die Gemeindevertretung. Jakob plädierte indes immer für eine direkte Legitimierung wie in Falkensee.

Allerdings ist es nicht einfach, die älteren Brieselanger dafür zu begeistern, sich für ihre Generation zu engagieren. „Uns wäre es lieber, wenn es mehr als neun Kandidaten wären – 13 oder 15“, meint Ingrid Ettelt-Gelke. Auch vor dem Hintergrund, dass eventuell Mitglieder zwischendurch ausscheiden. Dann könnte es für das letztlich siebenköpfige Gremium im Laufe der Zeit nämlich personell knapp werden. Denn auch künftig ist tatkräftige Mitarbeit gefragt. Der Beirat will sich wieder vielen Themen der älteren Generation widmen. Deren Anteil ist nicht zu unterschätzen. Rund 30 Prozent der Brieselanger Wahlberechtigten sind Senioren.

Allerdings ist es schwierig herauszubekommen, was die älteren Brieselanger wollen, wo es Probleme gibt. Diese Erfahrung macht auch die stellvertretende Beiratsvorsitzende Anneliese Eis immer wieder. „Ich versuche, die Leute anzusprechen, aber wenn es dann darauf ankommt, passiert nicht viel“, meint sie. Im extra dafür angebrachten Briefkasten neben dem Eingang zur Volkssolidarität landen selten Schreiben, die Anregungen oder Hinweise an den Beirat enthalten. Allerdings versuchen die Mitglieder, auch bei den Festen in der Gemeinde präsent zu sein, etwa beim Sommerfest oder beim Weihnachtsmarkt.

Einiges geschieht auch auf kultureller Ebene wie das regelmäßige Weihachtssingen, bei dem Brieselanger für Brieselanger singen. Doch solcherart Veranstaltungen sollen nicht die Hauptsache sein, meint Gabriele Wegener. „Es ist kein Kulturverein. Der Beirat war ins Leben gerufen worden, um Ansprechpartner für die ältere Generation zu sein“, meint sie.

Und genau das soll auch künftig den Schwerpunkt der Arbeit bilden. So will man sich um Missstände kümmern wie den holprigen Gehweg im westlichen Forstweg oder den geschotterten Weg zum Friedhof, über den sich Radfahrer beschweren. „Aber wir begleiten auch immer Projekte in der Gemeinde, bei denen es um Altenheime geht“, sagt Ingrid Ettelt-Gelke und nennt als Beispiele das Seniorenpflegeheim des Johannisstifts oder auch das Vorhaben der Johanniter-Unfallhilfe, das im Forstweg realisiert werden soll. Doch auch das Thema betreutes Wohnen wird immer aktueller. Der Beirat hätte es gern gesehen, wenn künftig das ehemalige Amt für Flurneuordnung nach der Nutzung als Flüchtlingsheim diesem Zweck dienen würde. Aber das klappt wohl nicht, wie man erfahren hat.

Viel passieren soll auch bei der Gestaltung rund um den Bahnhof. Auch da will das Gremium ein Auge drauf haben und einen erneuten Anlauf starten, damit endlich in diesen Bereich eine öffentliche Toilette kommt. „Es geht darum, dass wir immer da, wo Senioren betroffen sind, einbezogen werden“, meint Dirk Lüdecke, der zudem auch dafür plädiert, über Informationsveranstaltungen mit spannenden Themen die Senioren zu gewinnen. Er selbst versucht, das Seniorenwandern wieder zu etablieren, am 24. September geht es dazu nach Petzow an den Schwielowsee. In Sachen Bewegung und Mobilität sind die Brieselanger aber auch sonst recht aktiv. Seit Jahren beteiligen sie sich immer mit einer recht starken Fraktion am havelländischen Seniorensportfest. Das nächste steht am 21. September in Rathenow an.

Wer Kontakt zum Beirat sucht, findet im Amtsblatt die Ansprechpartner mit Telefonnummer.

Von Andreas Kaatz

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