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Seniorengerechtes Wohnprojekt soll kommen

Falkensee Seniorengerechtes Wohnprojekt soll kommen

Barrierearm, gemeinschaftsorientiert, generationsübergreifend - so soll die neue Wohnanlage an der Schillerallee in Falkensee (Havelland) entstehen. Es könnte das erste Mal sein, dass in der Stadt eine derartige Baugemeinschaft agiert. Das Projekt wird in der nächsten Woche öffentlich vorgestellt.

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Die Dallgower Senioren sind aktiv: Beim Fasching am Montag hielt es keinen auf den Stühlen, da wurde getanzt und geschunkelt und gelacht. Leben im Alter hat viele Gesichter.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Falkensee. Senioren außer Rand und Band – beim Fasching kann man sie erleben. Mit Polonaise und viel guter Laune wird gefeiert. Aber das Alter hat auch seine beschwerlichen Seiten, nicht alle Senioren sind so agil wie die Dallgower auf dem Foto. Seit Jahren bemüht sich in Falkensee die Arbeitsgemeinschaft „Wohnen im Alter“ darum, ein seniorengerechtes Wohnprojekt auf den Weg zu bringen.

Eines mit kleineren Wohnungen, treppenarm und mit gemeinschaftlicher Grünpflege zum Beispiel. Nun stehen die Zeichen endlich günstig für das Vorhaben, wenn es auch nach diskussionsfreudigen Jahren modifiziert wurde und längst nicht nur auf Senioren beschränkt ist. Am Mittwoch stellten Projektentwicklerin Vanessa Hannewahr und Torsten Birlem, Geschäftsführer der K.O.O.P.-Gesellschaft, das für Falkensee einmaliges Projekt vor: eine Baugemeinschaft an der Schillerallee.

Muskelhypothek gefragt

Auf einer fast 20000 Quadratmetergroßen Fläche am südlichen Ende der Schillerallee könnte so eine Siedlung entstehen. Auf der einen Hälfte der Fläche baut der Bauträger Helma AG, auf der anderen will die K.O.O.P. eine Baugemeinschaft zum Zuge kommen lassen. „Die brach liegende Fläche soll zu einem barrierefreien, gemeinschaftsorientierten und generationsübergreifenden Wohnensemble entwickelt werden“, sagte Torsten Birlem. Allein seine Gesellschaft betreut 16 Baugemeinschaftsprojekte in Berlin, viele liegen in Spandau.

Co-Hhousing als neue Wohnform

Private Wohnungen und Häuser, aber auch Gemeinschaftseinrichtungen – unter dem Begriff „Cohousing“ entstanden in den 1960er-Jahren in Dänemark erste Siedlungen. Besitz und Gemeinschaft ergänzen sich in dieser generationsübergreifenden Wohnform, die in Skandinavien populär ist.

Cohousing-Hochburg in Deutschland ist Berlin, wo schon viele Projekte realisiert wurden. Auch im Umland, wie Potsdam, Bernau oder Michendorf, finden sich solche Anlagen, die von Bauherren gemeinsam geplant, gebaut und bewohnt werden.

Etwa am Seegefelder Weg, am Bardeyweg oder in der Gatower Straße. „Interessenten sind aufgefordert, sich diese oder andere Anlagen anzuschauen, mit den Bewohnern ins Gespräch zu kommen, um sich ein Bild zu machen“, sagte Torsten Birlem. Bauen in einer Baugemeinschaft unterscheidet sich vom gewöhnlichen Hauskauf. „Hier sind die Interessenten von Anfang an dabei, planen die Anlage gemeinsam und leisten, so sie wollen, auch bauliche ihren Anteil“, erklärte er. Viele kennen das als Muskelhypothek, was für Menschen mit eher geringem Startkapital interessant ist. Es gibt hier keinen externen Bauträger, was sich finanziell positiv auf die Bauherren auswirkt.

Lange Debatten

Lange war mit der Stadtverwaltung und den Abgeordneten in den Ausschüssen um das Falkenseer Projekt gerungen werden. Ein zentraler Punkt wird das Gemeinschaftshaus sein. Über die genaue Ausstattung, dessen Inhalt und dessen Betreibung muss noch diskutiert werden. Die dänischen Vorbilder für diese Art des gemeinsamen Planen, Bauen und Lebens geht bis zu Gemeinschaftsküchen in solchen Häusern. Vor allem junge Familien haben sich zu solchen sozial betonten Projekten zusammengeschlossen.

Quelle: Marlies Schnaibel

„Wir sind gespannt, wie sich das in Falkensee fügen wird“, sagte Projektentwicklerin Vanessa Hannewahr. Erste Pläne zeigen neben den bungalowartigen Bauten von Helma die Häuser der möglichen Baugemeinschaft. Das können Einzelhäuser, Zweifamilienhäuser aber auch Gemeinschaftshäuser im Zwei- oder sogar Dreigeschosser sein. „Das muss sich mit den neuen Bewohnern herausbilden, welches Konzept schließlich umgesetzt wird.“

Gartenstadtcharakter gefragt

„Wir wollen dem Gartenstadtcharakter entsprechen“, sagt Torsten Birlem. Die Diskussion wird zeigen, wie offen gestaltet die Grünanlagen sein werden. Zäune, Hecken – alles darf und muss beim Baugemeinschaftsmodell gemeinsam ausdiskutiert werden. Etwa 20 Mitglieder wird die Baugemeinschaft an der Schillerallee haben, die in einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) den Bau realisieren.

Am Dienstag, 28. Februar, wird das Projekt ab 18 Uhr im Foyer der Stadthalle öffentlich vorgestellt.

Von Marlies Schnaibel

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