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Seniorenpflegezentrum in Wustermark

Gemeinde hat Grundstück verkauft Seniorenpflegezentrum in Wustermark

Der Bedarf ist seit langem vorhanden, jetzt können die Planungen zum Bau eine Seniorenpflegezentrums in Wustermark beginnen. Die Gemeinde hat ein entsprechendes Grundstück an die Wohn- und Pflegezentrum Havelland GmbH verkauft.

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Auch die Klinik Nauen gehört zur Havelland Kliniken Unternehmensgruppe.

Quelle: Andreas Kaatz

Wustermark. „Für unsere Gemeinde ist diese neue soziale Infrastruktur ein Glücksfall“, sagt Wustermarks Bürgermeister Holger Schreiber (parteilos) und ergänzt: „Es werden damit Voraussetzungen geschaffen, dass hilfs- und pflegebedürftige Einwohner künftig keine zusätzlichen Belastungen haben, weil sie ihren Wohnort verlassen müssen, um Pflege zu erhalten.“

Mit großer Mehrheit haben sich die Wustermarker Gemeindevertreter jetzt dafür entschieden, ein gut 6000 Quadratmeter großes Grundstück neben der Kita „Spatzennest“ an der Ecke Amselweg/Meisenweg in Wustermark an eine Tochtergesellschaft der Havelland Kliniken Unternehmensgruppe zu verkaufen. Die Wohn- und Pflegezentrum Havelland GmbH (WPZ) beabsichtigt, auf dem Areal in zentraler Lage in Wustermark ein Seniorenzentrum mit 79 stationären und Kurzzeitpflegeplätzen sowie einer integrierten Begegnungsstätte zu errichten. Im kommenden Jahr sollen die Planungsarbeiten erfolgen, wann genau der Baubeginn sein wird, kann heute noch niemand sagen. Man sei mit dem Investor in engem Kontakt und wolle darauf achten, dass Anwohner, Seniorenbeirat und die Kommunalpolitik in die Planung eingebunden werden, so Holger Schreiber.

„Wir haben jetzt Planungssicherheit und wollen das Gesamtvorhaben in maximal fünf Jahren fertig stellen“, erklärte Babette Dietrich, Sprecherin der Kliniken. Der Bauzeitraum hänge von den Besonderheiten ab, die es in Wustermark gibt. Neben dem Untergrund seien das auch Vorgaben der Gemeinde bezüglich der Bauhöhen. „Das Ensemble muss sich in die Umgebung einpassen.“

Seit Jahren ist der Bedarf für Pflegeplätze in der Gemeinde Wustermark vorhanden. Die Einwohnerzahlen steigen, vor allem im Ortsteil Elstal. Doch dieser Bedarf konnte bisher nicht befriedigt werden. In Elstal habe es schon einmal eine entsprechende Planung gegeben, die nicht umgesetzt wurde. Der Bürgermeister kennt einige Gründe: „Für jeden privaten Investor und Betreiber einer solchen Einrichtung ist es schwierig, die hohen Investitionskosten mit den folgenden Personal- und Betreuungsaufwendungen und Betriebskosten in ein ausreichendes wirtschaftliches Verhältnis zu bringen. Denn die hier lebenden Senioren müssen den Aufenthalt im Pflegezentrum auch finanzieren können.“ An der sozialen Verträglichkeit würde so mache Investitionsidee scheitern.

Umso erfreulicher ist es aus Sicht des Wustermarker Seniorenbeirates, dass die Wohn- und Pflegezentrum Havelland GmbH in Wustermark offenbar einen Weg gefunden hat, das Projekt zu realisieren. „Ich freue mich, weil Pflegebedürftige dann nicht mehr nach Nauen oder Falkensee müssen. Und weil der Standort mitten im Ort gut gewählt ist“, sagt der Vorsitzende Hans-Peter Schneider. Ebenso wichtig sei es auch für die Angehörigen, die sich viele lange Wege sparen können.

Mit der Wohn- und Pflegezentrum Havelland GmbH hat die Gemeinde Wustermark einen Investor gefunden, der sich im Bereich Pflege auskennt und der bereits im benachbarten Nauen ein solches Zentrum betreibt. Knapp 9 Millionen Euro hatte die Havelland Kliniken Unternehmensgruppe in das Ende 2014 fertiggestellte Seniorenpflegezentrum an der Ketziner Straße investiert. Die Nachfrage nach Plätzen ist gut. Nach den ersten 23 Senioren, die im November 2014 eingezogen sind, folgten inzwischen viele weitere. Allerdings ist das Gebäude noch nicht voll belegt. Das liegt daran, dass notwendiges Personal fehlt. Fachkräfte zu gewinnen werde künftig schwieriger, hatte der Geschäftsführer der Havelland Kliniken Unternehmensgruppe Jörg Grigoleit im Januar nach der Eröffnung der Nauener Einrichtung betont. Dem zunehmenden Pflegebedarf stünden aus demografischen Gründen immer weniger Bewerber für einen Altenpflegeberuf gegenüber. Deshalb plane die Klinik ein Modellvorhaben. Dabei wird geprüft, inwieweit etwa Heilerziehungspfleger, Ergo- oder Physiotherapeuten in den Betreuungsprozess eingebunden werden können.

Von Jens Wegener

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