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Seniorenzentrum mit Heim-TV

Nauen Seniorenzentrum mit Heim-TV

Sozialstaatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt hat am Mittwoch das ASB-Seniorenzentrum an der Nauener Dammstraße besucht. Sie war dort beeindruckt von der hauseigenen Technik, mit der zum Beispiel Veranstaltungen in einzelne Zimmer übertragen werden können. Im Landkreis Havelland leben zurzeit rund 5600 pflegebedürftige Menschen.

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Sozialstaatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt (l.) mit Bewohnerin Anneliese Mattern (r.) sowie weiteren Bewohnern und Mitarbeitern.

Quelle: Norbert Faltin

Nauen. Für Anneliese Mattern (95) ist eigentlich kein Tag wie jeder andere. Sie ist Bewohnerin im Seniorenzentrum des Arbeiter-Samariter Bund (ASB) in der Nauener Dammstraße. Im gemütlichen Heim-Wohnzimmer schaute sie sich gerade via Skype die Live-Übertragung des Heimchors an, der nebenan im großen Gemeinschaftsraum das Lied „Steige hoch, du roter Adler!“ vorträgt. „Die Technik ist zwar noch relativ neu für mich, ich finde sie aber sehr faszinierend“, erklärte die rüstige Seniorin der Sozialstaatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt, die am Mittwoch das ASB-Seniorenzentrum besuchte und neben Anneliese Mattern Platz genommen hatte.

Per Skype zum Enkel nach Australien

Anke Usitzki ist Pflegedienstleiterin im ASB-Seniorenzentrum und beschreibt den Besuchern das Projekt „Miteinander-Voneinander-Füreinander“ näher, dass es seit März 2015 gibt. „Wir haben uns damals auf Initiative des Landkreises mit Vertretern des hiesigen Goethegymnasiums, dem Leiter der Vita-Hauskrankenpflege und einem Arzt zusammengesetzt und eine siebte Klasse mit Lehrerin gefunden, die im Unterricht das Thema Demenz behandelt. Damals waren wir überrascht, wie viele junge Menschen mit diesem Thema bereits in Berührung gekommen sind“, erzählt sie. Daraus seien dann Patenschaften zwischen Heimbewohnern und den Schülern entstanden, und seither gebe es regelmäßige Treffen. „Damit war der Grundstein gelegt. Anfangs wurde gemeinsam mit der Wii-Station gespielt. Mittlerweile sind wir auch technisch soweit ausgerüstet, dass wir via Skype unsere Veranstaltungen in die Zimmer der Heimbewohner live übertragen können“, erläutert die Pflegedienstleiterin nicht ohne Stolz. Das hauseigene Programm ist beachtlich. Ob Karnevals-, Geburtstags- oder Weihnachtsfeiern, Aufführungen von Kita- oder Schulklassen – wer keine Lust hat, sein Zimmer zu verlassen, oder aber nicht in der Lage ist, eine Veranstaltung zu besuchen, verpasst nun dank Heim-TV keine Aufführung mehr. „Wir hatten aber auch schon Live-Schaltungen bis nach Australien zu einem Enkel einer Bewohnerin. Die Freude auf beiden Seiten war natürlich riesig“, erzählt Usitzki.

Beeindruckt vom Gemeinschaftsprojekt

Sozialstaatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt setzte am Mittwoch ihre „pflegepolitische Tour in der Brandenburger Pflegeoffensive“ im Kreis Havelland fort. Sie war sehr beeindruckt vom Gemeinschaftsprojekt von ASB und Goethegymnasium. „Der Landkreis Havelland hat sehr früh auf den demografischen Wandel reagiert. Projekte wie diese, die seit 2010 aus dem Demografie-Fonds finanziert werden, richten sich darauf aus, Brücken zwischen den Generationen zu bauen, pflegebedürftige Menschen zu unterstützen, Einsamkeit zu vermeiden und Familien zu stärken“, sagte die Sozialstaatssekretärin. Im Kreis Havelland leben derzeit mehr als 5600 pflegebedürftige Menschen. 78 Prozent von ihnen werden von Angehörigen oder ambulanten Pflegediensten zuhause versorgt.

Nach einem Gespräch mit Landrat Roger Lewandowski und Sozialdezernent Wolfgang Gall (beide CDU) besuchte Almuth Hartwig-Tiedt das Ausbildungszentrum Gesundheit und Pflege GmbH in Selbelang und in Rhinow die Hauskrankenpflege „Ländchen Rhinow“. Auch das Familien- und Generationszentrum Nauen stand auf dem Besuchsprogramm.

Von Norbert Faltin

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