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Sicherheit für deutsche Botschaften

Nauen Sicherheit für deutsche Botschaften

Vor 25 Jahren entstand aus dem VEB Ländliche Industrieanlagen Nauen (LIA) in der Paul-Jerchel-Straße die Hauk Metallbau und Sicherheitstechnik GmbH Nauen. Das Unternehmen rüstet seither deutsche Botschaften auf der ganzen Welt, aber auch Regierungsgebäude in Berlin mit einbruchs- und schusshemmenden Fenstern und Türen aus.

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Ein Metallbau-Betrieb, der seit seiner Gründung viel Wert auf Ausbildung legt: Geschäftsführer Wolfgang Rese (2.v.l.), Betriebsleiter und Prokurist Stefan Frick (3.v.r.) und Hans-Joachim Rapp (r.) mit den Azubis Pascal Schleese (l.) Tommy Leevillwock und Kai Wehnert (2.v.r.).

Quelle: Andreas Kaatz

Nauen. Was die Reiseziele betrifft, da können es die Mitarbeiter der Nauener Metallbaufirma Hauk durchaus mit Flugkapitänen aufnehmen: Canberra, Washington, Harare, Colombo, Rio de Janeiro, Kiew, Ottawa, aber auch Brennpunktländer wie Afghanistan oder Irak. Ihr Auftrag: Sie rüsten die deutschen Auslandsvertretungen mit einbruchs- und schusshemmenden Fenstern und Türen aus. In mehr als 200 Ländern war die Firma Hauk schon tätig.

„Es gibt eine Reihe von Botschaften, in denen wir schon zwei oder drei Mal waren“, sagt Hans-Joachim Rapp – unter anderem in der amerikanischen Hauptstadt. Rapp war bis vor zwei Jahren noch Geschäftsführer am Nauener Standort des Unternehmens, das seine Ursprünge in Berlin hat. Jetzt ist er im Ruhestand.

Ohne Rapp würde es die nunmehr 25-jährige Erfolgsgeschichte der Nauener Zweigstelle in der Paul-Jerchel-Straße nicht geben. „Es war ein Zufall.“ 1990 las der damalige Abteilungsleiter beim VEB Landtechnische Industrieanlagen (LIA) in Nauen eine Annonce in einer Tageszeitung. Eine Firma aus Berlin wollte expandieren und war auf der Suche nach einem Produktionsstandort beziehungsweise einen Partner im Umland. Das kam Rapp gerade recht. „Wir suchten damals, so kurz nach der Wende, händeringend nach Arbeit“, erinnert er sich. Qualifiziertes Personal war mit den Schlossern und Werkzeugmachern vorhanden. „Die konnten auf Zuruf arbeiten.“ Rapp rief unter der angegebenen Telefonnummer an.

Nachdem Franz Hauk mehrere Standorte geprüft hatte, fiel die Wahl am Ende auf Nauen. „Die räumliche Situation in Berlin war begrenzt, wir hatten nur ein kleines Büro und eine kleine Werkstatt“, sagt Geschäftsführer Wolfgang Rese. So hielt man Ausschau nach einem funktionierenden Betrieb mit qualifiziertem Personal, großzügigen Produktionsflächen und einer guten Anbindung nach Berlin. „Alles war hier vorhanden.“ Einzig die Bausubstanz der Gebäude erwies sich als „erbärmlich“.

Im November 1991 wurde dann die Nauener Firma Hauk gegründet. „Wir haben bei laufendem Betrieb angefangen zu sanieren“, sagt Rese. Heizung, Dämmung, Elektro, aber auch die Fußböden wurden erneuert, ein Wohn- und Geschäftshaus entstand. Zudem kamen neue Maschinen. „Mit dem jetzigen Zustand sind wir zufrieden“, stellt Wolfgang Rese fest.

„Wir hatten wirklich sofort angefangen zu arbeiten, unsere erste Auslandsbaustelle war die Botschaft in Helsinki“, weiß Rapp noch. Heute können sie nahezu alle Kundenwünsche erfüllen. In Rio wurde unlängst ein Fenster eingesetzt, bei dem allein die Sicherheitsglasscheibe schon anderthalb Tonnen wog.

Doch allein von den Auslandsbaustellen kann auch ein Spezialunternehmen wie Hauk nicht leben. So wurde viel für die Ministerien gearbeitet und Fenster, Türen und Eingangsbereiche hergestellt. Aber auch bei der jüdischen Gemeinde in Berlin hat die Firma für Sicherheit gesorgt. Selbst beim Neubau des Bundesnachrichtendienstes in der Hauptstadt war sie tätig. Und auch in Nauen gab es schon Aufträge – unter anderem beim Dienstleistungszentrum am Lindenplatz, in dem sich heute die Arbeitsagentur befindet.

Vorneweg ist das Metallbau-Unternehmen Hauk, das in Berlin schon mehr als 125 Jahre besteht, heutzutage auch bei der Ausbildung von Lehrlingen. Derzeit werden am Standort Nauen insgesamt sieben Azubis ausgebildet, unter anderem im Bereich Metallbau für Konstruktionstechnik, Bürokauffrau oder Technischer Zeichner. Zu den Metallbauern gehört auch Kai Wehnert (17) aus dem 1. Lehrjahr. „Mir macht es Spaß, handwerklich zu arbeiten“, begründet er seinen Berufswunsch.

Mehr als 50 Lehrlinge wurden im Laufe der Zeit bei Hauk in Nauen schon ausgebildet. Lob kommt deshalb auch von Kreisdezernent Andreas Ernst: „Die Firma ist sehr aktiv in der Lehrlingsausbildung, sie ist bei der Ausbildungsbörse ein wichtiger Partner für uns.“ So sei es ihr über Jahre immer wieder gelungen, ihre Lehrlinge im Unternehmen zu halten und zu integrieren.

Von Andreas Kaatz

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