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Sie arbeiten, wenn andere schlafen

Rathenow Sie arbeiten, wenn andere schlafen

Die Zeitung und ein frisches Brötchen am Morgen, sind für viele Menschen alltäglich – aber nur, weil Bäcker und Zeitungsausträger bereit sind, nachts zu arbeiten. Rund 140 Zusteller sorgen allein im Gebiet zwischen Friesack und Schollene dafür, dass alle MAZ-Abonnenten am Morgen ihre Zeitung lesen können.

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Ab und zu trifft Zusteller Ralf Gräbner (r.) auch mal auf seine Kunden wie hier um 4.30 Uhr in der Bäckerei Möhring.

Quelle: Christin Schmidt

Rathenow. Wenn die meisten Menschen ins Bett gehen, beginnt für Ralf Gräbner die Arbeit. Gegen 23.30 Uhr holt er die ersten frisch gedruckten Ausgaben der MAZ, die von Potsdam nach Rathenow geliefert werden, ab und verteilt diese. Mit ihm machen sich im ganzen Land Brandenburg zahlreiche Zusteller bei Wind und Wetter mit dem Auto oder dem Fahrrad auf den Weg und beliefern zig Briefkästen und Zeitungsrollen.

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Der Rathenower Bäckermeister Ingo Möhring und sein Team haben in der letzten Woche nicht nur fleißig gebacken, sie haben auch Tage lang Päckchen gepackt, über die sich nun die Zusteller der MAZ freuen. Baumkuchen, Dominosteine made in Rathenow und dazu Tee – also alles, was man für einen gemütlichen Adventskaffee braucht.

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Allein in der havelländischen Kreisstadt sind etwa 35 Zeitungsausträger unterwegs. Ralf Gräbner kennt hier jeden Briefkasten. Seit fast 30 Jahren arbeitet er als Zusteller für die MAZ. „Ich habe mich an diese Arbeit gewöhnt, ich will gar nichts anderes machen“, sagt Gräbner mit einem Lächeln. Er ist zuständig für das Gebiet Untere Havel – von Gapel bis Friesack, von Buschow bis Schollene. Rund 140 Mitarbeiter sind hier im Einsatz.

Ralf Gräbner geht zweimal am Tag schlafen

Desto schlimmer das Wetter, desto länger sind Ralf Gräbner und seine Kollegen unterwegs. Wer dazu noch eine Vertretung übernehmen muss – was immer häufiger vorkommt – ist bis zu neun Stunden draußen. Neue Mitarbeiter zu finden, sei immer schwieriger. „Ich könnte noch zehn weitere Leute einstellen, zu tun gibt es genug, aber niemand will nachts arbeiten“, erklärt der gelernte Fleischer und Hobby-Kleintierzüchter Gräbner.

Dabei gewöhne man sich an das frühe Aufstehen, nur im Urlaub bereite die Umstellung anfangs Probleme. Üblicherweise steht Ralf Gräbner um 23 Uhr auf, gegen 5 Uhr ist die Arbeit getan. Dann geht er schlafen, steht um 8 Uhr wieder auf, widmet sich der Büroarbeit und später seinem Hobby. Um 20 Uhr legt er sich wieder hin, drei Stunden später ist für ihn die Nacht vorbei.

8000 Minibaumkuchen aus Rathenow für die Zusteller der MAZ

Ein Tagesrhythmus, den sich die wenigsten vorstellen können. „Zum Glück gibt es Kunden, die sehr dankbar sind und unsere Arbeit zu schätzen wissen, aber leider gibt es auch solche, die wenig Verständnis haben, wenn ein Kollege etwas später kommt, weil er Extratouren fahren muss. Die stehen dann schon um 4 Uhr am Briefkasten und warten“, berichtet Gräbner.

Einer, der besonders viel Verständnis für die Zusteller hat, ist Bäckermeister Ingo Möhring. Auch er und seine Mitarbeiter stehen nachts auf, um für zahlreiche hungrige Havelländer Brot, Brötchen und Kuchen zu backen. In der letzten Woche war das Team besonders fleißig und hat so manche Extraschicht eingelegt, um einen Großauftrag der MAZ pünktlich zu erfüllen.

Knapp 1400 Pakete haben die Mitarbeiter der Bäckerei in wenigen Tagen gepackt. Sogar Angehörige halfen mit, um mehr als 4000 Dominosteine und über 8000 Minibaumkuchen made in Rathenow mit Tee und Kandiszucker in silberne Metalldosen zu legen. Ein Dankeschön der MAZ an die vielen zuverlässigen Zeitungsausträger. „Für uns ist das ein schöner Auftrag, der zeigt, dass man die Qualität des Regionalen schätzt“, so Möhring.

Wer also gerade am Frühstückstisch sitzt, die MAZ liest und dabei ein frisches Brötchen isst, der sollte kurz an die Menschen denken, denen wir das, was uns so alltäglich erscheint, zu verdanken haben.

Von Christin Schmidt

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