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Havelland Singschwäne – die sangesfreudigen Wintergäste
Lokales Havelland Singschwäne – die sangesfreudigen Wintergäste
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17:50 17.04.2018
Singschwäne in Aktion auf einem Feld in der Nähe von Görne. Vorn rechts ein Höckerschwan. Quelle: Günter Hübner
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Rathenow

Die einzigen hiesigen Zeitgenossen, die im Winter bei Eis und Schnee im Freien stundenlang aus vollem Halse singen, sind gar nicht aus dem Havelland. Wer in diesen Tagen mit offenen Ohren unterwegs ist, kann die manchmal hunderte Tiere zählenden Chöre hören, die man Singschwäne nennt. Alle Jahre wieder kommen sie als Wintergäste ins Westhavelland. Wie Beobachtungen der letzten Jahre ergeben haben, stammen sie oft gar nicht aus dem hohen Norden und der Tundra, wie man früher dachte, sondern aus den drei baltischen Republiken Lettland, Estland und Litauen.

Schon seit vielen Jahren zählen Gudrun und Günter Hübner von der Fachgruppe Ornithologie des Naturschutzbundes im Winter die Schwäne. Die meisten sind Singschwäne, dazu gesellen sich nicht selten mehr oder weniger große Gruppen von hier heimischen Höckerschwänen. Nur ganz selten im Vergleich zu früheren Jahren sind zwischen ihnen noch vereinzelt Zwergschwäne zu entdecken, die deutlich kleiner sind. Tagsüber halten sich die Schwäne der Nahrung wegen fast immer auf den Rapsfeldern auf – was Landwirte wenig schätzen. Ab Ende September/Anfang Oktober treffen die ersten Singschwäne ein, der große Schwung kommt dann immer im November. Ende Februar/Anfang März – also bald – fliegen sie wieder in ihre Brutgebiete ab.

Ein junger Singschwan kurz nach seiner Beringung in Lettland. Quelle: Privat

Rund 1200 Singschwäne haben Gudrun und Günter Hübner vor wenigen Tagen in der Umgebung gezählt. Bei Spaatz waren es über 300, südöstlich von Schönholz über 200, nahe Strodehne 180, im Dreetzer Luch 190 und bei Kamern/Kuhlhausen 300. Ansonsten an mehreren Stellen noch kleinere Gruppen. Sing- und Höckerschwäne sind etwa gleich groß. Der Singschwan hat aber einen gelben Schnabel, während der vom Höckerschwan orange bis rot gefärbt ist. Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal ist zudem der schwarze Stirnhöcker des Höckerschwans, was auf dem Foto oben auch zu sehen ist.

Gerade in den letzten Jahren hätten sie viel über das Zugverhalten der Singschwäne ermitteln können, erklären Gudrun und Günter Hübner, weil in den Brutgebieten mehr dieser Vögel beringt worden seien. Ein ganz besonderer Tag in dieser Hinsicht sei der 27. Januar gewesen, als ihnen die verhältnismäßig große Zahl von zehn beringten Schwänen vor die Ferngläser kam. Neun von diesen waren aus Estland, Lettland und Litauen, einer kam aus Polen. „Die Halsbandträger sind für uns das Salz in der Suppe“, betont Günter Hübner, „sie erlauben uns die Kontrolle am lebenden Tier.“ In früheren Zeiten, als wenige Vögel nur schwer ablesbare Fußringe hatten, habe man fast nur die toten Tiere registrieren können.

Ein fester Partner ist der Ornithologe Dmitrij Boiko aus Lettland

Als fester Partner der Hübners hat sich mittlerweile der Ornithologe Dmitrij (Dima) Boiko in Lettland entwickelt, weil er sehr viel für die Beringung der dort brütenden Singschwäne tut und dadurch viele neue Erkenntnisse über das Zugverhalten der Vögel ermöglicht hat. Weil die finanziellen Mittel dafür am Anfang knapp waren, hat er sogar Schwanpatenschaften für 30 Euro vergeben. Gudrun Hübner ist so seit zwei Jahren die Patin von Schwan 6E27 und Günter ist Pate von 6E15. Diese waren im Winter bislang schon am Bodensee, im Donautal oder bei Leipzig. Zu ihren Paten ins Westhavelland hat es sie bislang aber noch nicht verschlagen.

Die hiesige Region ist für die Singschwäne zum Überwintern so interessant, weil ihnen die Landwirte (unfreiwillig) mit dem Winterraps ein lukratives Nahrungsangebot machen. Nicht zu vergessen sind aber auch die hier reichlich vorhandenen Schlafgewässer, denn nicht auf den Feldern, sondern nur auf dem Wasser sind die Vögel in der Nacht vor Beutegreifern sicher. Darum ziehen sich die Singschwäne am Abend auf verschiedene Seen und auch überschwemmte Wiesen zurück. Gern angeflogen wird von ihnen auch der Gülper See. Frieren bei kälteren Temperaturen die stehenden Gewässer zu, ist noch die Havel mit ihren etwas ruhigeren Altarmen da. Sollte die Havel in sehr frostigen Zeiten auch eine Eisdecke tragen, fliegen die Schwäne einfach zur Elbe hinüber. Das ist für sie nicht viel mehr als Katzensprung.

Von Bernd Geske

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