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Sinnfreies Verkehrsschild sorgt für Irritationen

Schild auf privatem Grund in Rathenow Sinnfreies Verkehrsschild sorgt für Irritationen

Zur Rathenower Haushaltslage macht sich Gerhard Frank so seine Gedanken. Denn anscheinend ist genug Geld für sinnfreie Verkehrsschilder da: Jüngst wurde – auf privatem Grund – ein bereits vorhandenes Verkehrsschild durch ein neues ersetzt. Das Problem: Niemand fährt hier lang, und niemand muss sich daran halten, denn: Es handelt sich um Privateigentum.

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Gerhard Frank vor der Wiesenlandschaft, wo die Stadt versehentlich ein Verkehrsschild auswechselte.

Quelle: Norbert Stein

Rathenow. Gerhard Frank ist ein ruhiger Mensch. Über die Arbeit der Stadtverwaltung zu motzen liege ihm fern, sagt er. Zur Rathenower Haushaltslage macht der Mann sich aber schon seine Gedanken.

„Wenn die finanzielle Situation äußerst angespannt ist, sollte die Stadt auch kleine Beträge nicht unnütz ausgeben“, meint Gerhard Frank. Die Ausgaben für ein neues Verkehrsschild und die Kosten für dessen Aufstellung unweit seines Grundstücks zum Beispiel hätte die Stadt nach seiner Auffassung nach sparen können. Das neue Schild sei überhaupt nicht nötig gewesen, meint Frank.

Seit 1986 schon lebt er im Meisenweg 1 in Rathenow Süd. Auf der anderen Seite seines Eckgrundstücks endet der Heideweg, dahinter führt nur noch ein unbefestigter Weg über private Wiesen. Das erste Stück Land hinter dem Heideweg gehört Franks Nachbarn. Gemeinsam haben sie Anfang der 1990er Jahre vor dem Wiesenweg in Eigenregie ein ausrangiertes Verkehrsschild mit der Aufschrift „Verbot für Fahrzeuge aller Art“ aufgestellt. Der Nachbar brachte dann noch ein zusätzliches Schild mit der Aufschrift „Müllabladen verboten“ an, weil immer wieder Abfälle und Schutt entlang und auch abseits des Weges illegal entsorgt wurden.

Etwa 15 Jahre lang stand indes das Verkehrsschild vor der Wiesenlandschaft. Vor einigen Wochen nun wurde das alte Schild vom städtischen Bauhof entfernt – und dafür ein neues in festem Fundament aufgestellt.

Auf kommunale Kosten an einem nicht öffentlich gewidmeten Weg – und zudem noch auf privatem Land – ein neues Verkehrsschild aufzustellen, sei völlig unnötig, findet Gerhard Frank. Er erkundigte sich deshalb bei der bei der Stadtverwaltung. Antwort: Das Schild komme wieder weg. Das ist nun sechs Wochen her, getan hat sich seither nichts. Und wird es auch nicht, erklärt Bauamtsleiter Matthias Remus nun auf MAZ-Anfrage. „Das Verkehrsschild bleibt stehen. Alles andere wäre nur zusätzlicher Arbeitsaufwand.“

Dass an der Stelle ein neues Verkehrsschild aufgestellt wurde, sei tatsächlich ein Versehen gewesen, räumt Remus ein. Bei einer turnusmäßig stattfindenden Kontrollfahrt hätten Mitarbeiter das alte Verkehrsschild vor der Wiesenlandschaft begutachtet. Weil dieses schon stark verrostet war, wurde dem Bauamtsleiter zufolge die Auswechslung veranlasst. Dass der Weg über die Wiesen gar kein öffentlich gewidmeter Weg ist, sei erst später festgestellt worden.

Landwirtschaftlich genutzt werden die bis zum Wolzensee reichenden Wiesen heute nicht mehr. Im hinteren Teil steht jedoch noch ein kleines Gartenhäuschen.

Weil es sich um privates Land handelt, könne der Besitzer auch den nicht öffentlichen Weg über die Wiesen nutzen, um zu seinem Anwesen zu gelangen, sagt Remus. Das Fahrverbotsschild gelte für ihn natürlich nicht.

Von Norbert Stein

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