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Skip Pahler stellt im Rathenower Torhaus aus

Haptischer Skipismus Skip Pahler stellt im Rathenower Torhaus aus

Mit 18 ging er zu Marine und gab sich den Namen Skip. Aber nur kurz währte das Abenteuer auf dem Wasser. Heute lässt Skip Pahler in seinem Atelier zu lauter Musik den Pinsel tanzen. Was dabei entsteht ist ab 1. August im Rathenower Torhaus auf dem Weinbergfriedhof zu sehen.

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Skip Pahlers Werke sind ab Samstag im Torhaus zu sehen.

Quelle: Christin Schmidt

Rathenow. „Warum muss ich meine Bilder an die Wand hängen? Das macht jeder. Es ist meine Ausstellung und ich mache es so, wie ich es will.“ Der Berliner Künstler Skip Pahler hat seinen eigenen Kopf und den setzt er auch durch, nicht mit Kraft, sondern mit der ihm eigenen charmant-dreisten Art. Donnerstagvormittag packte Pahler zahlreiche Bilder, Grafiken und Plastiken in der kleinen Galerie im Torhaus aus, wo der sympathische Provokateur nun nach 2008 bereits zum zweiten Mal seine Arbeiten präsentiert. Schnell war klar, der Raum bietet nicht genug Platz, um jedes Bild an die Wand zu hängen. Also beschloss Pahler, alles, was nicht an die Wand passt, auf den Boden zu stellen, statt es wieder einzupacken. Schließlich kann so ein Perspektivenwechsel nicht schaden. Im besten Fall regt er sogar zum Nachdenken an. Genau das will Skip Pahler ohnehin erreichen.

„Niemand auf der Welt bekommt so viel dumme Sätze zu hören, wie die Bilder in einer Ausstellung.“ Diesen Satz hat der 75-Jährige eingerahmt. Als mahnende Botschaft stellt er ihn in seinen Ausstellungen auf. Er will dem Publikum nicht erklären, was er sich gedacht hat als er dieses oder jenes Werk schuf. Das Denken überlässt er dem Betrachter – in der Hoffnung, dass der dies auch tut. „Ich habe das Bild für mich gemalt, nicht für Dich. Du musst selbst herausfinden, was Du beim Betrachten empfindest“, macht der Künstler deutlich.

Nachdenken erwünscht

Nachdenken erwünscht: Bilder, Grafiken und Plastiken von Skip Pahler.

Quelle: Christin Schmidt

Ein künstlerischer Tausendsassa

Pahler schafft mit der Anordnung seiner Werke imaginäre Linien im Raum. Drei zentrale Punkte finden sich in einzelnen Werken, dazwischen werden in den Bildern Geschichten erzählt. Zum Beispiel die vom Hahn, der auf dem Stein der Weisen steht. Oder die Geschichte vom Stier, jenem imposanten Tier, das in der großen Arena nicht nur gegen den Torero kämpft, sondern auch gegen das Gespött der Zuschauer, die nach seiner Niederlage lechzen.

„Ich provozieren gern“, gesteht Pahler mit schelmischem Grinsen. Ein kurzer Blick auf sein Werk bestätigt das: Nackte Leiber mit verdrehten Gesichtern, ein Clownsgesicht, das am Boden liegt, das Wort Freiheit in Spiegelschrift, eine gekreuzigte Figur, verhüllt und mit weiblichen Rundungen. Pahler spielt mit religiösen Symbolen, er ist ein künstlerischer Tausendsassa, der mit verschiedensten Materialien und Gedanken spielt. Kreide, Acryl, Glas, und Holz, Tusche und Seidenpapier, Gips, Kupfer und vieles mehr dient ihm als Material für seine künstlerischen Abenteuer.

Volles Kulturprogramm zur Buga

Die Werkschau des Berliners ist bereits die vierte Ausstellung im Torhaus in diesem Jahr. Zwei weitere werden noch folgen. Anlässlich der Bundesgartenschau hat der Memento Verein mehr Konzerte und Ausstellungen als sonst üblich geplant. Allein fünf Konzerte finden in der Auferstehungskirche statt, das nächste am 22. August. Mit mit dem Zuspruch der Gäste ist die Organisatorin und Vereinsvorsitzende Eva Lehmann bisher recht zufrieden. Sie hofft, dass auch am Samstag zahlreiche Besucher um 17 Uhr zur Vernissage kommen. Dann wird Skip Pahler selbst vor Ort sein und mit den Gästen ins Gespräch kommen. Nur eines sollte man meiden: Die Frage: Was wollen Sie mir mit diesem Werk sagen?

Am Samstag wird die Ausstellung mit einer Vernissage um 17 Uhr eröffnet. Anschließend ist die Ausstellung bis 31. August, Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Von Christin Schmidt

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