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Havelland So barrierefrei ist Nauen für Behinderte
Lokales Havelland So barrierefrei ist Nauen für Behinderte
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21:41 20.10.2015
Thomas Georgiew benutzt eine Fernbedienung, um Monika Bark in die Apotheke zu bringen. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Nauen

Vorsichtig fährt Winfried Zeiske mit seinem mechanischen Rollstuhl an den Straßenrand. Kurz vor der Aral-Tankstelle in der Hamburger Straße in Nauen will er auf die andere Seite. Es gibt einen Zebrastreifen und Hinweisschilder, so dass die Autofahrer reagieren und anhalten. Doch Winfried Zeiske schafft es nicht aus eigener Kraft über die Straße, weil die vorderen Räder des Rollstuhls in einer etwa 10 Zentimeter breiten Rinne stecken bleiben, die zwischen Bordstein und Asphaltdecke existiert. „Das ist die Abflussrinne für das Oberflächenwasser. Als die Straße asphaltiert wurde, ist ein Absatz zwischen Decke und Rinne entstanden“, sagt Lutz Raakow vom Tiefbauamt der Stadt. Für Monika Bark, Vorsitzende des Behindertenverbandes Osthavelland, ist diese Stelle kein Problem, weil sie in einem elektrischen Rollstuhl sitzt, mit dem sie die Kuhle durchfahren kann. „Aber nicht jeder hat so ein teurer Gerät“, sagt die 60-Jährige.

Um solche Schachstellen und Stolperfallen zu benennen, veranstaltet der Behindertenverband gemeinsam mit dem Blinden- und Sehschwachenverband Havelland einmal im Jahr einen Test in Nauen. Seit 1997 ist das so, „allerdings haben wir es aus unterschiedlichen Gründen noch nicht geschafft, auch andere Gemeinden unter die Lupe zu nehmen“, gesteht Monika Bark.

„Es gibt solche Touren auch in Falkensee mit der Behindertenbeauftragten“, ergänzt Manuela Klein-Kauk, Vorsitzende des Blinden- und Sehschwachenverbandes. „Schade ist nur, dass sich auch nach unseren Einwänden kaum etwas verbessert.“ Bei Neubauten werden die Bedürfnisse der Behinderten berücksichtigt, so wie jüngst beim Bürgeramt in Falkensee oder bei der B 273 in Nauen, wo alle Übergänge mit einem Blindenleitsystem ausgestattet sind. Aber vorhandene Anlagen und Gebäude behinderten- oder gar blindengerecht umzurüsten, kostet viel Geld, was die Kommunen oft nicht aufbringen können.

Auf dem Gehweh in der Hamburger Straße fahren die Rollis zurück in Richtung Rathaus. Vorher beschreibt Monika Leppin den Zustand des Bürgersteiges von der Tankstelle bis zum Aldimarkt: „Katastrophe. So viele Dellen, Wölbungen und Löcher. Da kann ein Rollstuhlfahrer nicht lang.“

In der Schützenstraße ist der Gehweg genauso schlimm. Einige Stellen sind farblich markiert, weil die Platten von Baumwurzeln so hochgedrückt wurden, dass selbst nicht Geh- oder Sehbehinderte dort fallen können. Vor dem Eingang zur Polizeiwache Nauen in der Schützenstraße gibt es einen Aufzug, der Rollstuhlfahrer in das Gebäude transportieren soll. Doch auch fünf Minuten nach dem Drücken der Klingel kommt niemand raus, um den Aufzug zu öffnen. „Der ist kaputt“, erzählt ein Polizist und geht weiter.

Zurück am Rathaus klagt Manuela Klein-Kauk über die fehlenden Zebrastreifen im Kreisverkehr. „Blinde verlassen sich eigentlich auf ihr Gehör. Aber in einem Kreisverkehr ist das nicht möglich, weil Geräusche von allen Seiten eindringen. Deshalb wäre es aus Sicherheitsgründen dringend nötig, einen Fußgängerüberweg zu kennzeichnen.“ So wie es am Kreisverkehr am Lindenplatz bereits gemacht wurde. „Wir werden das prüfen“, versprach Lutz Raakow vom Tiefbauamt.

Lob bekommt die Stadt Nauen vom Behindertenverband aber auch. An vielen Bushaltestellen gibt es inzwischen ein Leitsystem für Blinde. In der Ketziner Straße wurde der Gehweg vom neuen Pflegeheim zur Apotheke erneuert. „Und an den meisten Kreuzungen sind Bordsteine abgesenkt, so dass wir relativ gut die Straßen wechseln können“, sagt Monika Bark.

Von Jens Wegener

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