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Havelland Wenn gemeinsames Gitarrenspiel zur Integration beiträgt
Lokales Havelland Wenn gemeinsames Gitarrenspiel zur Integration beiträgt
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08:40 21.03.2018
Der interkulturelle Gitarrenkurs begeistert vor allem zahlreiche Kinder und Jugendliche. Quelle: Christin Schmidt
Rathenow

Die Interkulturelle Gitarrengruppe, die Pfarrer Wolf Schöne Ende 2015 ins Leben rief, ist dank zahlreicher Auftritte in Rathenow nicht nur in der havelländischen Kreisstadt bekannt.

Die Idee, Menschen aus anderen Ländern mit Musik die deutsche Sprache und Kultur näherzubringen, erregte auch die Aufmerksamkeit überregionaler und internationaler Medien. „Wir hatten sogar Besuch von einer japanischen Tageszeitung, die über unseren Gitarrenkurs berichtete“, erzählt Schöne.

Seit vielen Jahren ist er in Rathenow als musikalischer Pfarrer bekannt. Er spielt selbst in einer Band und gibt seit vielen Jahren Gitarrenkurse. Schon als Kind hat er das Gitarre spielen von seinem Vater gelernt. Unter dem Motto: „Gitarren statt Knarren“ rief Schöne im Herbst 2015 die Havelländer auf, Musikinstrumente zu spenden.

Etwa 20 Gitarren sind seither abgegeben worden, darunter auch einige, die Wolf Schöne selbst aussortiert hatte. Diese nahm er damals mit in die Notunterkunft im Hasenweg und lud die Menschen dort ein, mit ihm gemeinsam zu musizieren.

Ein Teil der Gitarrenschüler, die sich samstags um 16 Uhr in der Oase zum Üben treffen. Quelle: Christin Schmidt

Für die Flüchtlinge war es zum einen Ablenkung vom Alltag und dem Erlebten, zum anderen bot Schöne ihnen die Möglichkeit, deutsche Lieder und Gepflogenheiten kennenzulernen.

„Das Interesse war von Anfang an da“, erinnert sich Schöne. Nahmen zunächst vor allem die Erwachsenen ein Instrument in die Hand, sind es inzwischen sehr viele Kinder die jeden Samstag um 16 Uhr in das Jugendhaus „Oase“ der Evangelischen Kirchengemeinde zum Üben kommen. Hierhin hatte Wolf Schöne den Kurs inzwischen verlegt.

An diesem Samstag sitzen in der Sofaecke Samir, Nana, Omar, Ibrahim, ... Insgesamt vier Mädchen und sieben Jungen blicken auf Wolf Schöne und klimpern dabei zum Teil aufgeregt auf ihrer Gitarre. Jugendpfarrer Schöne nimmt es gelassen.

Er zeigt seinen Schülern mit Engelsgeduld verschiedene Akkorde und gibt den Rhythmus vor. Neben an übt Gitarrenlehrer Steffen Mädel mit zehn weiteren Musikbegeisterten, die schon länger dabei sind.

Wolf Schöne in seinem Element. Mit Begeisterung bringt er Menschen aus unterschiedlichen Kulturen das Gitarre spielen bei. Quelle: Christin Schmidt

„Es kommen immer wieder neue Teilnehmer dazu und andere gehen. Deshalb haben wir uns entschlossen einen Kurs für Anfänger und einen für Fortgeschrittene anzubieten“, erklärt Wolf Schöne.

Eigentlich sollte der Kurs Deutsche und Flüchtlinge zusammenbringen und dabei helfen, Kontakte zu knüpfen. Inzwischen kommen aber fast ausschließlich Menschen aus Syrien, Afghanistan, Pakistan oder Somalia. Wolf Schöne und Steffen Mädel betonen deshalb noch einmal, dass der Kurs nach wie vor offen für alle Interessierten ist.

Dank der Partnerschaft für Demokratie Westhavelland und Nauen, die Mittel aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben“ zur Verfügung stellt, kann der Gitarrenkurs sogar kostenlos angeboten werden. Die Leihgitarren dürfen die Schüler zum Üben mit nach Hause nehmen. Die Evangelische Kirche beteiligt sich ebenfalls mit einem Eigenanteil an den Kosten.

„Durch die finanzielle Unterstützung der Partnerschaft können wir kleinere Reparaturen bezahlen, neue Saiten sowie Kapodaster und Stimmgeräte kaufen. Gerade haben wir uns über Spenden einen kleinen Verstärker für die Auftritte angeschafft“, berichtet Steffen Mädel.

Auf welche Seite kommt welcher Finger? Wolf Schöne ist Pfarrer und leidenschaftlicher Musiker und gibt seit vielen Jahren Gitarrenkurse. Quelle: Christin Schmidt

Zu ihm kommen mittlerweile sogar einige Teilnehmer, um Privatstunden zu nehmen. „Sie haben Dank des Kurses solchen Spaß am Gitarre spielen gefunden, dass sie sich intensiver damit beschäftigen und verbessern wollen“, so Mädel.

Der Kurs hat sich etabliert und boomt gerade zu. Zwischen sieben und 47 Jahren sind die Menschen, die jede Woche zum Üben in die Oase kommen. Darunter auch einige Talente wie ein Achtjähriger, der bereits alle gängigen Akkorde beherrscht.

Gemeinsam haben sie schon Auftritte im Optikpark, in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche und im Kulturzentrum absolviert. Etwa 20 Lieder hat die Gruppe im Repertoire, dazu gehören deutsche Weihnachtslieder, Volks- und Kinderlieder. Besonders gern spielen sie ein Friedensmantra, denn es drückt eine Sehnsucht aus, die alle teilen.

In diesem Jahr wird die Gitarrengruppe wieder den Aktionstag „Mit Musik um die Welt“ im Juni bereichern. Einige andere Auftritte kommen sicher noch dazu, sind sich Wolf Schöne und Steffen Mädel sicher.

Von Christin Schmidt

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