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Havelland So gelingt Integration spielerisch
Lokales Havelland So gelingt Integration spielerisch
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00:37 18.09.2015
Spiel, Spaß und gegenseitiges Kennenlernen – das interkulturelles Spielcafé hat sich als Anlaufpunkt für Asylbewerber und Deutsche gleichermaßen etabliert. Quelle: Christin Schmidt
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Rathenow

Es ist kurz nach 17 Uhr an diesem Montagnachmittag. Draußen ist es ungemütlich, vielleicht sind deshalb so wenige zum Interkulturellen Spielcafé gekommen. Eine Familie aus Afghanistan hat an einem der drei Tische Platz genommen. Beate Albrecht und ihre Helferinnen verteilen inzwischen Tee und Kaffee, Obst und Gebäck. „Unser Praktikant holt gerade noch Bewohner des Asylheims am Birkenweg“, ab erklärt Albrecht. Sie ist Katechetin der Evangelischen Kirchengemeinde Rathenow und Mitorganisatorin des Internationalen Spielcafés. Seit Ende Juni kommen hier alle zwei Wochen Deutsche und Asylbewerber zusammen, um Spaß bei „Mensch ärger Dich nicht“, Karten- oder Würfelspielen zu haben.

Inzwischen treffen immer mehr Deutsche ein. Schülerinnen des Jahngymnasiums haben auf der Kundgebung gegen Gewalt vom Spielcafé erfahren und wollen mitmachen. Auch Lehrer, eine Schulsozialarbeiterin und sogar drei Künstler aus Strodehne sind gekommen. „Ja, heute sind wir wohl mehr Deutsche“, lacht Beate Albrecht. Es ist eben immer wieder anders. „Letzte Woche kamen 30 Gäste aus den Asylbewerberheimen“, erzählt sie. In diesem Moment geht die Tür auf und zwei junge Männer lächeln in den Raum. Die Tische füllen sich langsam, die ersten Würfel rollen. Nun kommen immer mehr Flüchtlinge dazu, es sind vor allem junge Männer.

Karten spielen und Frage stellen

Antje Resch, Leiterin der Förderschule Spektrum, sitzt jetzt mit den Strodehner Künstlern, zwei Frauen der Kirchengemeinde und zwei freundlichen jungen Männern an einem Tisch. Uno-Karten werden verteilt, einige kennen das Spiel genauso wenig, wie ihre Mitspieler. Aber die Regeln sind einfach – sowohl für das Kartenspiel als auch fürs Kennenlernen: „Wo kommt ihr her?“ fragt Antje Resch ihre Tischnachbarn vorsichtig. Abbas und Majid aus dem Iran stellen sich vor, dann beginnt die Partie. Karten legen, aufnehmen, lachen und Fragen stellen. Seit einem Jahr leben Abbas und Majid in Deutschland, sieben Monate im Heim in Premnitz, nun teilen sie sich zu viert eine Wohnung in Rathenow. „Fühlt ihr Euch wohl hier? Wie seid ihr hergekommen? Was braucht ihr? Die Fragen richten sich ausnahmslos an die beiden Iraner, die bereitwillig antworten. Nach einem Jahr ist ihr Deutsch noch ein bisschen holprig. Ali aus dem Irak, der seit fast fünf Jahren in Rathenow lebt, übersetzt ins Persische und Kurdische. Ein Glücksfall für die ehrenamtlichen Helferinnen. „Unser Englisch ist nicht so doll“, gesteht Beate Albrecht.

Die Hilfsbereitschaft ist groß

Auch an den anderen Tischen wird nun viel gelacht. Die Verunsicherung der ersten Minuten hat sich komplett aufgelöst, die Stimmung ist herzlich und ausgelassen. Kontakte werden ausgetauscht, Pläne geschmiedet, Einladungen ausgesprochen. Das Interesse ist bei allen groß. Antje Resch möchte Abbas und Majid helfen Deutsch zu lernen und Beate Albrecht will ihnen eine Mikrowelle besorgen. In zwei Wochen wollen Sie sich – wenn alles gut geht – im Spielcafé wiedersehen.

Den zweiwöchigen Treff hatte Vikarin Sophie Blanckenfeldt ins Leben gerufen, eine Art Fortführung des großen Willkommensfestes, das im April auf dem Gelände der Oase gefeiert wurde. Das nächste Spielcafé findet am 28. September auf dem Gelände der Oase in der Bergstraße 6 statt.

Von Christin Schmidt

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