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Havelland So lebt es sich in der kleinsten Gemeinde
Lokales Havelland So lebt es sich in der kleinsten Gemeinde
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15:48 10.04.2018
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Görne

 Viele Jahre hat der Journalist Werner Bader den kleinen Ort Görne mit unermüdlichem Eifer über die Grenzen des Havellandes hinaus bekannt gemacht. In der Heimat seiner Frau Karin baute er eine Scheune, die er Grafenstall nannte, zum Kulturtreffpunkt aus. Dort arbeitete er bis zuletzt an seinem Herzensprojekt, der Märkischen Dichterstraße. Bader holte Politprominenz ins Dorf und sorgte dafür, dass Görne eine Fontane-Büste bekam. 2014 starb Werner Bader im Alter von 92 Jahren. Seither ist es in Görne ruhiger geworden, still ist es aber nicht.

Das Zentrum des dörflichen Lebens steht nun nicht mehr der Grafenstall, sondern die Kirche. 1728 auf einer Anhöhe erbaut, die einst von einem Friedhof umgeben war, erhebt sich das Gotteshaus noch heute über die Dorfbewohner und lässt Durchreisende aufschauen. Die Kirche ist die Zentrale des Vereins, der nun das dörfliche Leben in prägt. Karin Bader initiierte 1999 die Gründung des „Fördervereins für Kirche und Dorf Görne“. Bis heute kümmern sich dessen Mitglieder um den Erhalt und die Instandsetzung des Gotteshauses einschließlich des Kircheninventars und der Pflege des Kirchenumfeldes. Den Vorsitz hat Sven Leist inne, der auch Ortsvorsteher in Görne ist. Vor zehn Jahren zog Leist von Friesack hierher.

„Görne ist keine schlechte Wahl“

Wie in vielen Dörfern der Region leben auch hier vor allem ältere Menschen – den demografischen Wandel konnte selbst Bader mit seinem Engagement nicht aufhalten. Bekommt das Dorf Zuwachs, sind es meist Großstädter, die die ländliche Idylle für sich entdecken und sich ein Haus kaufen. Allerdings verbringen die Neuankömmlinge oft nur die Wochenenden hier. Was dazu führt, dass von Freitag bis Sonntag wesentlich mehr los ist, als unter der Woche. „Wenn man bereit ist aufs Dorf zu ziehen, ist Görne keine schlechte Wahl“, sagt Sven Leist.

Mit ihm leben derzeit knapp 120 Menschen rund um den Kirchturm. Zusammen mit Kleßen und Dickte bildet Görne die kleinste Gemeinde im Land Brandenburg. Sie liegt am Rande des Ländchen Friesack und gehört zum Amt Rhinow. Kleßen ist mit 214 Einwohnern das größte der drei Dörfer. Vor rund 140 Jahren war das noch anders. Damals lebten in Görne mit rund 420 Einwohnern etwa 100 Menschen mehr als in Kleßen. Heute bringen es alle drei Orte zusammen nur noch auf rund 340 Einwohner.

„Görli“ – die Ötzi-Frau aus Görne

Auf 8000 Jahre Besiedlungsgeschichte blicken die Görner zurück. Das belegen archäologischen Funde, die bei Ausgrabungen entdeckt wurden. Sogar ihren eigenen weiblichen Ötzi haben die Görner. 2010 stieß man beim Bau einer Regenwasserleitung auf die Reste eines bronzezeitlichen Siedlungsplatzes in der Nähe des heutigen Friedhofes. Damals entdeckten Archäologen auch die Überreste einer Frau, die sie „Görli“ tauften.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Görne 1353 als „Gorne”, abgeleitet aus dem Slavischen Gor´n für obere, hoch gelegene Siedlung. Demnach liegt es nahe, dass das heutige Gotteshaus, das 1728 erbaut wurde, nicht das erste ist, dass hier stand. Darauf hin deuten auch die mittelalterlichen Glocken. „Eine Dorfchronik, in der man diese Dinge nachlesen kann, gibt es noch nicht, nur eine Art Gerüst dafür, das in den 1990er Jahre entstand. Die Sammlung befindet sich vermutlich im Nachlass von Werner Bader“, so Leist. Der Förderverein wolle sich künftig intensiver mit diesem Thema befassen. Schließlich haben dessen Mitglieder nicht nur das Gotteshaus im Blick, sondern den Ort als Ganzen.

Von Christin Schmidt

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