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So legen Frauen Männer aufs Kreuz

Rathenow So legen Frauen Männer aufs Kreuz

Mit einem Schnupperkurs in Selbstverteidigung machten der Unabhängige Frauenverein und die SG Eintracht Friesack, Abteilung „Aikido“ Frauen und Mädchen fit für den Notfall. Zwei erfahrene Aikido-Kämpfer nahmen sich viel Zeit, um den Teilnehmerinnen Griffe und Tricks zu zeigen. Dabei staunten einige, dass es dabei nicht auf Kraft ankommt.

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Die Tochter legt den Vater aufs Kreuz: Caroline Genschmer zeigte mit ihrem Vater Erhard den Rathenower Frauen, wie sie sich selbst verteidigen können.

Quelle: Christin Schmidt

Rathenow. Wohl schon jede Frau hat diese Situation einmal erlebt: Der Weg zum Auto oder zur eigenen Haustür ist nicht weit, aber es ist dunkel und plötzlich beschleicht einen dieses ungute Gefühl. Was wäre, wenn jetzt jemand angreifen würde? Die 20-Jährige Caroline Genschmer weiß genau, was dann zu tun ist. Seit ihrem achten Lebensjahr trainiert sie Aikido, hat inzwischen den braunen Gürtel und trotz ihrer Größe von nur 1,60 Meter legt sie mit Leichtigkeit ihren Vater aufs Kreuz. Das hat sie am Freitag den Teilnehmerinnen eines kostenlosen Schnupperkurses in Selbstverteidigung eindrucksvoll bewiesen.

Dazu eingeladen hatten der Unabhängige Frauenverein und die SG Eintracht Friesack, Abteilung „Aikido“ im Rahmen des internationalen Gedenktages „Nein zu Gewalt an Frauen“. Von 13 bis 20 Uhr standen Caroline Genschmer und ihr Vater Erhard in der obersten Etage der Mühle am Schwedendamm auf der Matte und zeigten interessierten Frauen und Mädchen einfache Handgriffe, die sie selbst in bedrohlichen Situationen anwenden können. „Ein Vorteil des Aikido ist, dass man dafür keine Kraft braucht. Es ist also ideal für Frauen“, betonte Erhard Genschmer.

Mit einfachen Handgriffen den Gegner abwehren, das konnten die Teilnehmerinnen des Schnupperkurses lernen

Mit einfachen Handgriffen den Gegner abwehren, das konnten die Teilnehmerinnen des Schnupperkurses lernen.

Quelle: Christin Schmidt

Aikido ist eine defensive Kampfkunst

Dann umklammerte er eine Teilnehmerin von hinten und erklärte ihr, wie sich aus diesem Griff befreien kann: Zuerst auf den Fußspann treten. Dann den Überraschungsmoment nutzen und sich nach unten hin aus der Umklammerung lösen. Der nächste Schlag kann sofort auf die empfindlichste Stelle zielen. „Und dann müsste man eigentlich nur noch die Beine in die Hand nehmen und rennen. Der Gegner ist nämlich erst einmal mit sich selbst und seinem Schmerz beschäftigt“, so Erhard Genschmer.

Seit 16 Jahren trainiert er Aikido und hat auch die Sektion in Friesack gegründet. Zuvor hatte der heute 52-Jährige bereits in anderen Kampfsportarten Erfahrungen gesammelt. Beim Aikido, einer defensiven Kampfkunst, gehe es darum, die Kraft vom Gegner für sich zu nutzen. Wichtig ist dabei ein sicherer Stand. „Der gelingt nur, wenn das Zentrum des Körper in einer Linie mit der Hand ausgerichtet ist“, so Caroline Genschmer. Nach einigen wenigen Korrekturen standen die Frauen tatsächlich fest und sicher wie ein Baum. Hilfreich sei es auch, einige Körperpunkte zu kennen. Denn trifft zum Beispiel den Punkt auf dem Unterarm des Gegners, wird er den festen Griff schnell lösen. „Alles können Sie heute natürlich nicht lernen. Aber auf jeden Fall so viel, dass sie sich aus einer Situation zu befreien“, machte Erhard Genschmer deutlich.

„Nein zu Gewalt an Frauen“

Der 25. November markiert den internationalen Gedenktag „Nein zu Gewalt an Frauen!“

Dieser Tag geht auf die Ermordung dreier Widerstandskämpferinnen am 25. November 1960 zurück.

Ende 1999 erklärten die Vereinten Nationen den 25. November zum „Internationalen Tag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen“.

Die gemeinnützige Frauenrechtsorganisation Terres des Femmes ruft seit her jährlich zu Aktionen auf.

Mit einer Fahne mit der Aufschrift „Frei leben – ohne Gewalt“ wird auch in Rathenow ein Zeichen gegen tägliche Gewalt an Mädchen und Frauen gesetzt.

Von Christin Schmidt

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