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So profitiert Stölln heute von der Buga

Ein Jahr danach So profitiert Stölln heute von der Buga

Der Gollenberg profiert bis heute stark von der Buga. Vor knapp einem Jahr ging die Bundesgartenschau zu Ende. Die MAZ besucht in loser Folge die Buga-Standorte um nachzuschauen, was von der großen Blumenschau übrig geblieben ist. Gibt es eine nachhaltige Weiternutzung des Geländes oder doch nur nix als Spesen? Den Anfang macht Stölln.

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Der Hangar ist eine der neuen Attraktionen im Fliegerpark

Quelle: Ralf Stork

Stölln. Von den fünf Bugastandorten tanzte Stölln von Anfang an ein bisschen aus der Reihe. Die kleinste Gemeinde, ein ganzes Stück vom blauen Band der Havel entfernt und nicht nur deshalb mehr luftig als wässrig. Stölln, das ist der Gollenberg, Otto Lilienthal, der älteste Flugplatz der Welt. Die wichtigsten Attraktionen - der Berg, an dem der Flugpionier übte und verunglückte und die Lady Agnes - waren schon lange vor der Buga da.

Markante Veränderung

Auch das Lilienthal-Centrum, das in der alten Brennerei im Ort untergebracht ist, wurde ein paar Jahre vor 2015 eröffnet. Wobei man sich zumindest fragen kann, ob das Museum ohne die bevorstehende Gartenschau eine ähnlich üppige Förderung (insgesamt fast zwei Millionen Euro) bekommen hätte. Die markanteste Neuerung zum vergangenen Jahr war das Interflug-Café Airport direkt neben der Lady Agnes.

Weiterhin der eigentliche Hingucker

Weiterhin der eigentliche Hingucker: Die IL 62 Lady Agnes.

Quelle: Ralf Stork

Das Café, das wie eine Mischung aus Hangar und Gewächshaus aussieht, ersetzte die ältere, etwas dunkel und eher provisorisch aussehende Hütte. Und bleib erhalten! „Wir wurden gefragt, ob wir das Café nach der Buga übernehmen wollen“, sagt Horst Schwenzer, Vorsitzender des Otto-Lilienthal-Vereins. Ansonsten wäre die Konstruktion, die mehr als 100.000 Euro gekostet hat, wieder abgetragen worden. Der Verein wollte, auch wenn der Kaufpreis von 30.000 Euro schwer zu stemmen gewesen ist. Die filigrane Glaskonstruktion wertet den Standort jedenfalls sichtbar und spürbar auf. So sehr, dass Flugkapitän Heinz-Dieter Kallenbach schon Angst gehabt haben soll, das Café könne „seinem“ Flugzeug den Rang ablaufen.

Horst Schwenzer ist Chef des Lilienthal-Vereins in Stölln

Horst Schwenzer ist Chef des Lilienthal-Vereins in Stölln. Er ist im Jahr nach der Buga zufrieden.

Quelle: Ralf Stork

Soweit kommt es dann natürlich doch nicht: Der Parkplatz unterhalb der Lady Agnes ist für einen Wochentag ordentlich besucht. Es herrscht ein stetes Kommen und Gehen, 15 bis 20 Personen halten sich fast immer auf dem zentralen Ausstellungsgelände rund um die Iljuschin 62 auf.

Alle wollen Erinnerungsfotos

Und fast alle schießen Erinnerungsfotos vom Flugzeug oder von ihren Lieben, wie die vor den gewaltigen Flugzeugrädern posieren. Auch das unmittelbare Umfeld der Maschine sieht noch fast wie zu Bugazeiten aus: Der Plattenrundweg, in den die 49 Zielflughäfen der Lady Agnes eingelassen sind, ist noch da, auch die gepflanzten Büsche und Stauden sehen noch gut aus, lassen wetterbedingt nur etwas die Blätter hängen.

Ak Kreisel vor der Ortseinfahrt steht ein Nachbau des Lilienthal-Gleiters

Ak Kreisel vor der Ortseinfahrt steht ein Nachbau des Lilienthal-Gleiters.

Quelle: Ralf Stork

Auf dem Rückweg zum Parkplatz kommt man am zur Buga eingeweihten Spielplatz vorbei, der immer noch nigelnagelneu glänzt. Auf den Weg zurück zum Lilienthal-Centrum kreuzt man den Fliegerpfad. Hinweisschilder und Erklärtafeln sind gut in Schuss.

Besser als vor der Buga

Die Pflanzen könnten etwas intensiver gepflegt und gewässert werden. Gleiches gilt für das Grün im Bürgerpark, aber irgendwie ist ja auch klar, dass nicht alle Blumen wie zur besten Besucherzeit leuchten können. Insgesamt steht der Standort Stölln nach der Bundesgartenschau deutlich besser da als vor der Buga.

In der Dorfmitte befindet sich in der alten Brennerei das Lilienthal-Centrum

In der Dorfmitte befindet sich in der alten Brennerei das Lilienthal-Centrum.

Quelle: Ralf Stork

Und die Entwicklung geht weiter: In einem Teil des Interflug-Cafés hat der Lilienthal-Verein eine Ausstellung mit Interflug-Uniformen untergebracht und im Lilienthal-Centrum findet sich neuerdings eine Sammlung mit Lilienthal-Briefmarken und auch die Zahl der Segelflugzeug-Modelle wächst stetig. Das honorieren auch die Besucher: Jedenfalls kamen in dieser Saison bislang knapp 25.000 und damit etwas 5000 mehr als vor der Gartenschau. „Der Bundesgartenschau-Effekt hat sich also genau so eingestellt wie wir uns das vorgestellt haben“, sagt Horst Schwenzer.

Von Ralf Stork

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