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Havelland So sieht die Jugend das Leben in Rathenow
Lokales Havelland So sieht die Jugend das Leben in Rathenow
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16:41 03.06.2016
Die Jugend notiert die Vorschläge der Erwachsenen. Quelle: Foto: Ch. Schmidt
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Rathenow

Überfüllte Busse und schlechte Anbindung in den Dörfern, langsames Internet und so gut wie keine freien W-Lan-Netze, Regeln und Gesetze, die nicht eingehalten werden, Menschen, die respektlos miteinander umgehen und sich nicht an Gesetze und Regeln halten – all das und vieles mehr bemängeln junge Rathenower an ihrer Stadt. Im Dezember hatten sich 30 von ihnen an die Arbeit gemacht und Probleme, Wünsche und Ziele ihrer Generation zusammengetragen und nach Lösungen gesucht.

Das Ergebnis des ersten Rathenower Jugendrats stellten sie am Donnerstagabend im Blauen Saal des Kulturzentrums vor. Politik, Verwaltung, Schule, Abgeordnete und interessierte Bürger waren dazu eingeladen, doch offenbar interessiert nur wenige, was die Jugend denkt. Knapp 20 Gäste kamen, eine Enttäuschung für die jungen Gastgeber, die sich viel Mühe gemacht hatten und zum Teil schon ganz konkrete Pläne präsentierten.

Outdoor-Mucki-Park soll entstehen

Auf mehr Resonanz hatte auch Rathenows Bürgermeister Ronald Seeger gehofft, der in seiner Begrüßung betonte, wie wichtig es ist, die Anliegen der Jugend ernst zu nehmen. Von der Veranstaltung wollte er unter anderem Anhaltspunkte für die Arbeit in der Verwaltung mitnehmen. Das dürfte gelungen sein, denn statt lediglich Probleme aufzulisten, präsentierten die Jugendlichen konkrete Pläne.

Weil es kaum frei zugängliche Plätze mit kostenlosen Angeboten gibt, soll ein Outdoor-Mucki-Park errichtet werden. Gemeint ist eine Art Fitness-Park mit Geräten zum Sporteln und Spaß haben. Teresa Kucharczyk und ihre Mitstreiter haben dazu bereits Angebote eingeholt, 3000 Euro an Spendengeldern aufgetrieben und eine Umfrage gestartet, um die Wünsche der Jugend abzufragen. Der Park soll auf dem Gelände an der Oase entstehen. „Dank der vielen Vorschläge, die wir in den Gesprächen sammeln konnten, sollte die Finanzierung kein Problem sein“, so das positive Fazit von Teresa Kucharczyk.

Die Jugend ist schlecht informiert

Auch das große Informationsdefizit, dass viele Jugendliche bemängeln, könnte bald Schnee von gestern sein. Johna und Rike stellte ihre Idee eines YouTube-Kanals vor, der über Veranstaltungen, Projekte, Freizeitangebote, Vereine und aktuelle Themen in Rathenow informiert. Wie die beiden feststellten, ist es gar nicht so, dass es zu wenig Freizeitangebote gibt. Die Jugendlichen sind nur häufig schlecht informiert, weil sie keine Zeitung lesen. Ute Arndt, Lehrerin am Jahngymnasium, gab den Schülerinnen den Tipp, sich auf die Internetseiten der Schulen zu verlinken, um möglichst viele Schüler zu erreichen.

Rike und Johna wollen einen eigenen YouTube-Kanal betreiben, um die Jugend in Rathenow zu informieren. Quelle: Ch. Schmidt

Um die Busfahrpläne künftig besser am tatsächlichen Bedarf auszurichten, hat eine weitere Gruppe Kontakt zur Havelbus Verkehrsgesellschaft aufgenommen und Umfragen unter Jugendlich durchgeführt. Diese sollen in regelmäßigen Abständen fortgeführt werden. Zudem wurde vorgeschlagen, künftig auch Senioren einzubeziehen, da diese ebenfalls oft auf Bus und Bahn angewiesen sind.

Jugendrat soll fortgeführt werden

Trotz der geringen Beteiligung konnte der Jugendrat am Ende einige Vorschläge mitnehmen, die nun umgesetzt werden sollen. Der Erfolg dieser Arbeit wird aber auch maßgeblich vom Mitwirken Erwachsener aus Politik, Schule und Verwaltung abhängen.

Die Ergebnisse sollen dokumentiert und zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden. Geplant ist es, den Jugendrat im Rhythmus von zwei oder drei Jahren sowie auch in anderen Kommunen durchzuführen.

Rathenower Jugnedliche präsentierten ihre Idee für eine lebenswertere Stadt am 2. Juni im Blauen Saal des Kulturzentrums. Leider interessierten sich nur sehr wenige Erwachsene dafür. Quelle: Ch. Schmidt

Von Christin Schmidt

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