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So soll das Schutzgebiet erhalten werden

Finkenkrug (Havelland) So soll das Schutzgebiet erhalten werden

Am Rand der Moosbruchheide von Finkenkrug (Havelland) haben BUND und Bürgerinitiative ihr Konzept für den Erhalt des Falkenseer Schutzgebietes vorgestellt. Dabei kommen vor allem alte Schafrassen als geduldige Landschaftspfleger zum Einsatz.

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Skudden, Bentheimer Landschafe und Jakobsschaf im Finkenkruger Revier.

Quelle: Ralf Stork

Falkensee. Ach, diese Schafe. Böcke, genauer gesagt. Schäfer Olaf Kolecki hat sie extra im Hänger zur Moosbruchheide in Finkenkrug gefahren. Der Hänger wackelt. Die Tiere können es gar nicht abwarten, bis der Schäfer sie in das kleine Schaugehege entlässt. Sofort machen sich die Böcke über die Binsen her, die in dem kleinen Naturschutzgebiet bis fast an die Straße heran wachsen.

„Die Schafe gehören alle zu Haustierrassen, die vom Aussterben bedroht sind“, erklärt Olaf Kolecki den rund 20 Besuchern, die am Freitagabend zu der Veranstaltung des BUND und der Bürgerinitiative „Moosbruchheide“ gekommen sind. „Wir wollten den Bürgern die Schönheit der Moosbruchheide zeigen – und wie sie gepflegt wird“, sagte Karin Schofeld von der Bürgerinitiative. Auch die Schafe spielen eine wichtige Rolle dabei: Zwei Mal im Jahr lässt der Schäfer 100 seiner Tiere für gut eine Woche in dem Schutzgebiet fressen. Stoßbeweidung nennt sich die Maßnahme, die mit der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises abgesprochen ist. Auch die Mitglieder der Bürgerinitiative und des BUND sorgen mit regelmäßigen Arbeitseinsätzen dafür, dass die Heide auch in Zukunft eine offene Landschaft bleibt. Mit Sensen und Händen wird bei Bedarf das sprießende Grün in Schach gehalten. Die tierische Unterstützung gibt es erst seit gut einem Jahr. „Wenn die Schafe hier weiden, ist das immer etwas ganz Besonderes“, sagt Karin Schofeld. Wenn man sieht, wie sehr schon die paar Böcke von allen Seiten bestaunt und bestreichelt werden, kann man das gerne glauben.

Die Tiere sehen aber auch zu schön aus: Ein kleiner Skuddenbock mit gewundenen Hörnern; drei rauwollige Pommersche Landschafe, die zwar keine Hörner, dafür aber eine besonders schöne dunkle Fellfarbe haben; zwei große, helle Bentheimer Landschafe und ein Jakobsschaf. Das Jakobsschaf hat ein geflecktes Fell und gleich zwei Paar Hörner. „Die seltenen alten Haustierrassen kommen hier in der Heide viel besser zurecht als Merino- oder Schwarzkopfschafe“, erklärt Schäfer Kolecki. Die alten Rassen bekommen auf der feuchten Wiese viel seltener Klauenprobleme und können auch das eher karge Futter besser verwerten. Die Arbeit als Landschaftspfleger macht inzwischen rund 40 Prozent des Schäferei-Umsatzes aus. Der Markt für Fleisch und vor allem für Wolle ist dagegen schwierig – gelinde gesagt.

Als sich die Bürgerinitiative Moosbruchheide vor einigen Jahren gründete, ging es vor allem darum, das Schutzgebiet gegen die Stadt zu verteidigen. Dort gab es nämlich Pläne, zumindest Teile der Heide bebauen zu lassen. Mittlerweile ziehen BI und Stadt an einem Strang, was man schon daran sehen konnte, dass der 1. Beigeordnete Falkensees, Thomas Zylla (CDU), am Ende der Veranstaltung mit warmem Applaus begrüßt wurde. Zylla bekräftigte noch einmal, dass der Moosbruchheide vonseiten der Verwaltung kein Ungemach mehr droht: „Von einer möglichen Bebauung des Gebietes sind wir völlig abgekommen. Die Pläne sind vom Tisch.“ Im Gegenteil unterstützt die Stadt das Engagement der Bürgerinitiative, unter anderem, indem sie den anfallenden Grünschnitt kostenlos abfährt. Wie es aussieht, wird sich die Moosbruchheide also auch in den kommenden Jahren ungestört entwickeln können und eine Heimat für den Eisvogel, Waldeidechsen, den Hauhechel-Bläuling (ein Schmetterling) und viele andere seltene und bedrohte Arten sein.

Von Ralf Stork

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