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So will die SPD den CDU-Sieg verhindern

Landratswahl im Havelland So will die SPD den CDU-Sieg verhindern

Weil die Direktwahl eines Landrats im Havelland im April gescheitert ist, wird nun im Juni im Kreistag gewählt. Und hinter den Kulissen wird bereits um Mehrheiten gerungen. Nun arbeitet die SPD an einem Plan, um die scheinbar sichere Wahl des CDU-Kontrahenten zu verhindern.

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Wer zuletzt lacht, lacht am besten. Gilt das am Ende auch für SPD-Mann Martin Gorholt?

Quelle: dpa-Zentralbild

Havelland. Vielleicht war es Zufall, dass der erste Gang von Falkensees Bürgermeister Heiko Müller (SPD) beim örtlichen Familienfest zum Stand der Grünen führte. Möglicherweise war die Nähe zwischen beiden Parteien aber auch Ausdruck der derzeitigen politischen Großwetterlage im Havelland, die am Ende womöglich dafür sorgen könnte, dass die scheinbar sichere Wahl von Roger Lewandowski (CDU) zum Landrat in letzter Minute noch scheitert.

Wer zuletzt lacht, lacht am besten

Wer zuletzt lacht, lacht am besten. Gilt das am Ende auch für SPD-Mann Martin Gorholt?

Quelle: MAZ

Dieser hatte die Direktwahl ins Amt im April zwar verpasst, seinen SPD-Kontrahenten Martin Gorholt aber in beiden Wahlgängen klar distanziert. Jetzt ist der Kreistag am Zug, sich für einen Bewerber zu entscheiden. Nicht nur in der CDU war man bislang der Meinung, dass das eigentlich nur Roger Lewandowski sein könnte, um den Wählerwillen zu achten. Selbst Teile der SPD sahen dies so.

Das Prozedere

Bei der Landratswahl hatte Roger Lewandowski (CDU) im ersten Wahlgang 30,5 Prozent der Stimmen erhalten, Martin Gorholt (SPD) 27,1 Prozent. Bei der Stichwahl lag Lewandowski mit 53,2 zu 46,8 Prozent vorne – das nötige Quorum wurde aber nicht erreicht.

Noch bis 2. Juni können sich Bewerber für den Landratsposten melden. Am 20. Juni stimmt der Kreistag ab.

Doch hinter den Kulissen wird offenbar längst an einem rot-rot-grünen Bündnis mit den Linken und den Grünen geschmiedet, um noch einen SPD-Landrat durchzusetzen – der dann wohl Martin Gorholt heißen würde, auch wenn sich dieser bislang nicht klar geäußert hat, ob er sich bewirbt. Andere Sozialdemokraten halten sich in dieser Frage ebenfalls bedeckt.

Auch zwischen SPD und Linken hat es bereits erste Kontakte gegeben

Grünen-Fraktionschef Felix Doepner berichtete, bei den Sondierungsgesprächen mit der SPD habe es eine große Offenheit gegenüber den Kernforderungen der Partei gegeben. Die CDU hingegen wolle weiterhin an der bestehenden Zählgemeinschaft festhalten. „Wir  wollten einen Politikwechsel im Havelland. Dann können wir jetzt nicht denjenigen wählen, der an der bestehenden Zählgemeinschaft festhalten will“, meinte auch Grünen-Kreisvorsitzender Frank Voßnacker.

Auch, wenn Roger Lewandowski als Favorit gilt und bei der Direktwahl die meisten Stimmen holte, könnte er als Verlierer aus der Landratswahl gehen

Auch, wenn Roger Lewandowski als Favorit gilt und bei der Direktwahl die meisten Stimmen holte, könnte er als Verlierer aus der Landratswahl gehen.

Quelle: MAZ

Auch zwischen SPD und Linken hat es bereits erste Kontakte gegeben, sagte Kreischefin Susanne Schwanke-Lücke. „Wir sind offen für Gespräche und werden uns anhören, was uns angeboten wird“, so die Fraktionsvorsitzende Andrea Johlige. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Gleichwohl betonte sie, es sei das vorrangige Ziel der Partei, die Zählgemeinschaft im Kreistag aus CDU, SPD, FDP, Bauern und Familie aufzubrechen. Alle Beteiligten stünden vor dem Dilemma, sich dem Votum der Wähler stellen zu müssen, so Johlige. Diesem nicht zu entsprechen ließe sich „nur mit einem ganz klaren Politikwechsel begründen, der dann aber auch glaubhaft sein muss.“

SPD, Linke und Grüne hätten zusammen 30 Stimmen im Kreistag

Martin Gorholt, der Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Havelland, bestätigte am Sonntag die Gespräche mit Grünen und Linken. Man habe mit allen Parteien außer der Alternative für Deutschland (AfD) geredet, auch mit der CDU. Eine Entscheidung soll am Sonnabend beim Parteitag in Nauen fallen. „Es kommt darauf an, in welcher Konstellation wir die meisten SPD-Positionen durchbekommen und was aus unserer Sicht das Beste für das Havelland ist“, sagte Gorholt.

SPD, Linke und Grüne hätten zusammen 30 Stimmen im Kreistag und damit die Mehrheit – sofern alle Abgeordneten mitziehen. Das sieht der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Koch noch nicht. „Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er diesen Kurs mitträgt“, sagte er. „Die Signale, die ich aus der SPD empfange, gehen in eine andere Richtung. Ich bleibe deshalb ganz ruhig und gehe weiter davon aus, dass wir auch künftig zusammenarbeiten.“ Die Zählgemeinschaft läuft eigentlich noch bis 2019. „Wenn nun jedoch einseitig die Geschäftsgrundlage geändert würde“, so Koch, „dann ist der Vertrag nicht mehr existent.“

Von Philip Häfner

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