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Havelland Solarpark in Jerchel kann ans Netz gehen
Lokales Havelland Solarpark in Jerchel kann ans Netz gehen
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05:40 17.11.2016
Ralf Giese, Christin Puhlmann, Elke Giese, Sepp Bichler, Felix Menzel, Stefanie Menzinger und Manuel Zimmer (v.l.) im neuen Solarpark in Jerchel. Quelle: Ch. Schmidt
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Jerchel

In den letzten Monaten machte die Gemeinde Milower Land immer wieder von sich reden, weil sie sich gegen den Bau von Windkraftanlagen im Wald bei Großwudicke wehrt. Dass Gemeindeverwaltung und Bürgerschaft den Ausbau erneuerbaren Energien aber nicht grundsätzlich ablehnen, wurde am Mittwoch in Jerchel deutlich. Bürgermeister Felix Menzel (SPD) schaute sich gemeinsam mit Ortsvorsteherin Christin Puhlmann die neue Photovoltaik-Anlage an, die in den vergangenen zwei Monaten auf einer Brachfläche am Ortsrand entstand.

Das Team der Energiebauern GmbH aus Sielenbach in Bayern hat hier unter der Leitung von Manuel Zimmer ein 14 Hektar großes Gelände am Rotdornweg eingezäunt und mit rund 32 000 Solarmodulen bestückt. Jedes Modul hat eine Leistung von 265 Watt. Daraus ergibt sich für den Solarpark eine Gesamtleistung von 8,5 Megawatt, wie Sepp Bichler, einer von drei Geschäftsführern der Energiebauern GmbH, erklärte. „Wir rechnen mit knapp 1000 Sonnenstunden im Jahr. Das heißt, der Park würde jährlich rund acht Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. Genug um etwa 2400 Zwei-Personen-Haushalte zu versorgen“, ergänzte Bauleiter Zimmer.

Am Wochenende konnten sich die Jercheler bereits selbst ein Bild von der Anlage machen. Das Unternehmen hatte zum Rundgang eingeladen und das Projekt ausführlich erklärt. Rund 30 der knapp 200 Einwohner nahmen das Angebot an. Das Interesse im Ort ist laut Christin Puhlmann groß.

Mit dabei waren am Mittwoch auch Elke und Ralf Giese, die Eigentümer der Fläche. Für sie endet mit der Inbetriebnahme ein jahrelanger Kampf doch noch glücklich. Elke und Ralf Giese hatten die einstige Landwirtschaftsfläche nach der Wende an einen Investor verpachtet, der 1992 auf dem Gelände den Campingplatz „Im Havelwinkel“ eröffnete. 120 modern ausgestattete Stellplätze wollte der Betreiber aus Berlin damals schaffen. Nicht einmal halb so viele sind es geworden – und von denen war auch nur ein Bruchteil belegt. 2011 trennten sich Gieses endgültig vom Pächter und der Idee, Touristen ins Dorf zu locken. „Was blieb war jede Menge Arbeit. Elke und Ralf Giese haben die Überreste des alten Pächters in Eigenleistung entsorgt und die Fläche mit viel Mühe für das Solarprojekt vorbereitet“, berichtet Christin Puhlmann. Kritik oder Unmut gegen das Solarfeld habe es in Jerchel nicht gegeben. Nicht einmal während der zwei Wochen, als es aufgrund der Rammarbeiten laut wurde. Selbst im Ortsbeirat gingen alle Genehmigungsanträge ohne Gegenstimmen durch. „Letztlich sind alle froh, dass hier keine Windräder stehen. Und wenn am Ende dabei noch etwas für die Gemeinde rausspringt, ist das doch optimal“, freute sich die Ortsvorsteherin.

Tatsächlich hat in diesem Fall auch die Gemeinde etwas von der neuen Photovoltaik-Anlage. Mit 2000 Euro für die Dorfkasse bedankte sich Sepp Bichler am Mittwoch für die sehr gute Zusammenarbeit. Zuvor hatte die GmbH das Dorffest mit 1000 Euro unterstützt. Zudem wurde die Solarpark Jerchel GmbH & Co KG gegründet. „So stellen wir sicher, dass die Gewerbesteuern nicht nach Bayern, sondern in die Gemeindekasse fließen“, so Bichler. Voll des Lobes war auch er für die Zusammenarbeit mit der Gemeinde. „Hier wird so gearbeitet, wie wir es uns vorstellen, lösungsorientiert.“ Nur auf höherer Ebene habe es einige Hürden gegeben. „In Bayern brauchen wir im Durchschnitt acht Monate, um eine Anlage zu realisieren, in Brandenburg sind es zwei Jahre.“

Von Christin Schmidt

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