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Finkenkrug feiert und diskutiert

Sommerfest beim Bürgerverein Finkenkrug feiert und diskutiert

Der Bürgerverein Finkenkrug fordert einen Architekturwettbewerb für die Umgestaltung der Bahnhofsgegend in dem Falkenseer Stadtteil. Am Sonnabend wurde auf dem Sommerfest des Vereins auch über die Zukunft der Ortsmitte diskutiert, eine Ausstellung gab es ebenfalls.

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Unter den Gästen waren auch mehrere Bürgermeisterkandidaten.

Quelle: Hans-Peter Theurich

Falkensee. Das fröhliche Sommerfest des Bürgervereins am Sonnabend erhielt eine politische Note durch die Ausstellung „Historisches Finkenkrug“. Bei der Eröffnung sagte der Vorsitzende Peter Ellmann im Bürgerhaus: „Für die Gestaltung des Bahnhofsumfelds schlagen wir einen Architekturwettbewerb vor.“ Damit wollten die engagierten Finkenkruger dem Vorwurf begegnen, sie betrachteten ihren Falkenseer Stadtteil stets rückwärts gewandt.

Dass manches in der Tat früher besser war, zeigte die kleine Schau. Fotos belegen, dass es mal ein richtiges Ortszentrum gab rund um den schmucken Jugendstil-Bahnhof: mit Gaststätten, Post, Apotheke und Bäcker. Der Bahnhof wurde vor 20 Jahren abgerissen und zum gesichtslosen Haltepunkt mutiert. Postkarten aus den 1920er-Jahren, vom Wochenendausflug nach Berlin geschickt, zeigen das Hotel am Bahnhof mit großem Tanzsaal für Veranstaltungen. Darüber würde man sich heute auch wieder freuen.

An der Stelle des längst verschwundenen Hotels plant Penny einen Supermarkt: „Der Entwurf ist in Ordnung, seine Transparenz und das geschwungene Dach passen sich der ein- und zweistöckigen Bebauung hier gut an“, kommentierte Peter Ellmann die Fotos des Modells. Die vielen historischen Fotos und Karten stammen aus der Sammlung des Finkenkrugers Jörg Bader. Er hebt alles auf, was ihm zum Thema Falkensee in die Hände fällt.

Trotz der schweißtreibenden Hitze im Gebäude hatten sich viele Gäste des Sommerfestes zur Eröffnung der Schau im Bürgerhaus eingefunden. Darunter waren auch die Bürgermeister-Kandidaten Norbert Kunz (Linke), Ursula Nonnenmacher (Grüne), Barbara Richstein (CDU). Der amtierende SPD-Bürgermeister Heiko Müller erschien später und diskutierte über das Vorhaben des Bürgervereins. Finkenkrug war nur eines von sieben Sommerfesten, das am Sonnabend in Falkensee gefeiert wurde.

Der Garten mit den schattigen Bäumen bot das passende Ambiente für eine gelungene Party. Für das leibliche Wohl sorgten Würstchen- und Veggi-Grill, Cocktail- und Kuchenbar. Die Hobby-Kunsthandwerkerinnen Erika Volkmann, Regina Schulte und Heidrun Westkemper verkauften Schmuck aus Perlen, Textilien und schicke Alternativen zu Plastiktüten, nämlich Taschen aus witzigen Stoffen. Der Maler Jörg-Michael Knuth aus Borkwalde hatte sich seiner Schwester Heidrun Westkemper aus Falkensee angeschlossen und zeichnete Porträts an seinem Stand. Augenzwinkernd bezeichnete er sich als „bester Tiermaler Brandenburgs“; deshalb hatte er Bilder von Krokodilen, Dinosauriern und Schlangen mitgebracht.

Stadtteil Finkenkrug

1892 wurde am Haltepunkt Finkenkrug ein Bahnhofsrestaurant in einem markanten Fachwerkhaus eröffnet. Auch auf dem südlich gelegenen Parkplatz wurde einst ein Gartenlokal angelegt: der Neue Finkenkrug.

An der Bahnstrecke, die durch den Bredower Forst führte, war 1850 der Bahnhof Finkenkrug für die Ausflügler aus Berlin eröffnet worden.

Die „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ ließen Theodor Fontane mit der Bahn nach Finkenkrug reisen, von hier wanderte er durch den Wald in Richtung Norden.

Der schöne Jugendstil-Bahnhof machte Anfang der 1990er Jahre einem so genannten Haltepunkt der Bahn Platz. Wo heute südlich des Bahnhofs Finkenkrug ein Parkplatz und ein Bolzplatz liegen, soll ein Supermarkt entstehen.

Für die kleinen Gäste wartete zwar eine Kinderschminkstation, allerdings kam sie wegen der Wärme nicht so recht in Schwung. Auch die Begeisterung fürs Torwandschießen hielt sich in Grenzen. Das traditionelle Wettsägen von Baumstämmen fiel wegen der tropischen Temperaturen aus. Abends drehte das Sommerfest des Bürgervereins noch mal richtig auf: Die neue Combo Bürgerhaus-Brass spielte als Vorband für die fetzigen Fuseblowers aus Berlin. Schließlich legte am späten Abend die DJane Olivia auf. Bis Mitternacht hatten die geselligen Finkenkruger dafür eingeplant.

Von Judith Meisner

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