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Ein Fest für Leseratten und Bücherwürmer

Sommerleseclub feierte Abschlussparty Ein Fest für Leseratten und Bücherwürmer

Zum sechsten Mal fand in den großen Ferien in der Rathenower Stadtbibliothek der Sommerleseclub statt. Über 140 Kinder und Jugendliche – so viele wie noch nie – nutzten das Angebot und liehen sich die eigens für die Aktion angeschafften Bücher aus. Am Mittwoch kamen (fast) alle zum Abschlussfest in die Bibliothek.

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Ulrike Wünsch, Gisela Kanitz (re.) und die Mitglieder des Sommerleseclubs bei der Abschlussfeier in der Stadtbibliothek.

Quelle: Markus Kniebeler

Rathenow. Es gibt Erwachsene, die haben noch nie ein Buch gelesen. Andere sind froh, wenn sie ein Buch im Monat schaffen. Und emsige Leser kommen vielleicht auf 30, 40 Bücher im Jahr. Über die kann Hannes-Cornelius Ludwig nur müde lächeln. Der Grundschüler aus Gräningen hat 32 Bücher verschlungen. Und zwar nicht in einem ganzen Jahr, sondern in sechs Wochen. Damit war Hannes-Cornelius der gefräßigste Bücherwurm im Sommerleseclub, der in diesem Jahr zum sechsten Mal vom Förderverein der Stadtbibliothel Rathenow veranstaltet wurde.

Gefräßiger Bücherwurm

Gefräßiger Bücherwurm: Hannes-Cornelius Ludwig verschlang 32 Bücher in sechs Wochen.

Quelle: Markus Kniebeler

„Es war der erfolgreichste Sommerleseclub überhaupt“, sagt Ulrike Wünsch, die Leiterin der Rathenower Stadtbücherei. 142 Kinder und Jugendliche hätten das besondere Ausleihangebot während der Ferien genutzt. Und 82 der Teilnehmer hätten in der schulfreien Zeit sogar mehr als drei Bücher gelesen. Damit sei das Ziel der Aktion, die aus Fördermitteln und Spenden finanziert wurde, erreicht worden. „Wir wollen, dass die Kinder das Lesen entdecken“, sagte Gisela Kanitz vom Förderverein. „Es geht dabei nicht darum, Rekorde aufzustellen, sondern den Spaß an der Literatur zu wecken.“ Da sei es egal, ob jemand zwei oder 20 Bücher gelesen habe.

Am Mittwoch kamen viele, die sich im Sommer aus dem speziell für den Leseclub angeschafften Bücherfundus bedient hatten, zum Abschlussfest in die Bücherei am Schleusenplatz. Diejenigen, die drei Bücher und mehr geliehen und gelesen hatten, erhielten eine Urkunde. Außerdem wurden kleine Büchergeschenke verlost. Und etwas zu essen und zu trinken gab es nach der Preisverleihung auch.

Leselust trotz Glotz und Computer

Für Ulrike Wünsch ist der Leseclub der beste Beweis dafür, dass das Buch trotz der Konkurrenz von Computer und Glotze junge Menschen immer noch in seinen Bann ziehen kann. Wer erlebt habe, wie es aus den Kindern bei der Rückgabe der Buches und der geforderten Zusammenfassung des Inhalts – so wird der Beweis erbracht, dass das Buch auch tatsächlich gelesen wurde – nur so heraussprudelte, der müsse sich keine Sorgen um die Zukunft der Literatur machen, so Wünsch. Entscheidend sei nur, mit Aktionen wie dem Leseclub den ersten Kontakt zum Buch herzustellen. Wer einmal die Lust am Lesen entdeckt habe, der verliere diese so schnell nicht wieder.

Bestes Beispiel: Hannes-Cornelius Ludwig. Der Junge musste sich nicht mal anstrengen, um den Rekord aufzustellen. Tagsüber habe er gespielt, erzählte er nach der Urkundenvergabe. Geschmökert habe er nur abends, ganz gemütlich im Bett. Dass dabei fast jeden Abend ein Buch drauf ging, das hat Hannes-Cornelius nicht aus der Fassung gebracht. War ja genug Nachschub da.

Der 6. Sommerleseclub

142 Schüler der Klassen 5 bis 12 nahmen in diesem Jahr am Sommerleseclub teil, der vom Förderverein der Stadtbibliothek Rathenow veranstaltet wurde.

Über 300 Bücher wurden angeschafft, um den Lesehunger der jungen Leute zu stillen.

898 Ausleihen verzeichnete die Stadtbücherei während der Sommerleseclubzeit.

82 Schüler haben mindestens drei Bücher ausgeliehen.

Mädchen lesen auch in Rathenow lieber als Jungs. 38 Prozent der Teilnehmer am Leseclub waren männlich. Im vergangenen Jahr waren es noch 46 Prozent.

 

Von Markus Kniebeler

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