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Sonne, Rock und gute Laune

Frierock in Friesack Sonne, Rock und gute Laune

Eine „schrill-schrullige Oase der guten Laune“: So hatten die Veranstalter des Frierock ihr Musikfestival in Friesack beworben. In diesem Jahr fand die Rockveranstaltung bereits zum 18. Mal statt, rund 500 Besucher waren dabei. Das Organisationsteam hatte alles getan, damit sie sich wohl fühlen. Sogar einen Sonnentanz.

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Früh übt sich, wer ein richtiger Punker werden will. Gordon Parow ist erst ein Jahr alt, aber schon beim Frierock-Festival dabei.

Quelle: Philip Häfner

Friesack. Auch Rocker brauchen Regeln. Nach der Benutzung sei das Geschirr abzuwaschen und zurückzuräumen – so stand es auf einem Schild im Backstagebereich des Frierock-Festivals geschrieben, bei dem es ansonsten ja meist eher locker und unkonventionell zugeht. Als „schrill-schrullige Oase der guten Laune“ hatten die Veranstalter ihr Festival beworben, das in diesem Jahr bereits zum 18. Mal auf der Freilichtbühne in Friesack stattfand. Rund 500 Besucher kamen, einige waren sogar extra aus Frankreich angereist. Viele sind längst Stammgäste – stolz trugen sie die T-Shirts der vergangenen Veranstaltungen. „Es gibt in Brandenburg eben nicht viele solcher Festivals“, meinte Katharina aus Berlin. Sie war zum ersten Mal dabei. „Ich habe mich überraschen lassen und es ist eine schöne Überraschung geworden.“

Auch Valentin Franklyn vom Organisationsteam war zufrieden. „Sogar das Wetter hat gepasst, dabei war in den Tagen zuvor noch Dauerregen angesagt. Wir haben alles versucht, Sonnentanz inklusive, und es hat funktioniert.“

Musik hat die Regenwolken vertrieben

Vielleicht waren es auch die krachenden Klänge von der Bühne, die die Regenwolken vertrieben. Zwei Tage lang, Freitag und Samstagabend, traten dort ein Dutzend Bands auf und beschallten die Fans der etwas härteren Gangart. Es gab „was zu Tanzen für die Mädels und was zum Saufen für die Jungs“, so jedenfalls der Sänger der Nürnberger Band Johnny Flesh and the Redneck Zombies. Zwischendurch wurde es aber auch durchaus politisch, etwa beim Auftritt der Gruppe Punch Up Pogos aus Elstal, die seit vielen Jahren regelmäßig nach Friesack kommt. „Nazis raus aus unserer Stadt“, sangen sie und das Publikum grölte mit.

Der persönliche Favorit von Valentin Franklyn aber war die Berliner Band Guts Pie Earshot, die mit Cello und Schlagzeug auftrat und ganz ohne Gesang auskam. Sie bot eine Mischung aus Punk, Techno und Klassik, „ziemlich experimentell das Ganze“, so Franklin. Ihm gefiel’s, und auch Guts Pie Earshot fühlten sich beim Frierock offenbar pudelwohl: „Wie konnten wir nur 18 Jahre lang dieses schöne Festival ignorieren?“, sagten sie.

Viele Zelte auf dem Festivalgelände

Viele Bands seien zunächst einmal skeptisch, wenn sie vom Frierock angefragt werden, erzählte Valentin Franklyn. Ein kleines Festival auf dem platten Land – da wüssten viele nicht, was sie erwarten würde. „Aber wenn sie dann erst einmal bei uns sind, dann wollen die meisten gar nicht mehr weg“, sagte Franklyn. Zwar hätten die Musiker die Möglichkeit im Awo-Jugendtreff in Friesack zu schlafen, „doch meistens bleiben sie lieber die ganze Zeit auf dem Festivalgelände.“ Dort standen die Zelte auch in diesem Jahr wieder dicht an dicht, es wurde Volleyball oder Kicker gespielt oder einfach auf alten Sofas gefläzt. Am Samstagnachmittag kam die Dallgower BMX-Gruppe Friss Dreck für einen Auftritt vorbei und bot auf ihren Fahrrädern spektakuläre Sprünge.

Und natürlich gab es auch wieder die legendäre Wasserrutsche. Die war vor drei Jahren eigentlich nur aus einer Schnapsidee heraus entstanden, doch mittlerweile würden die Gäste gezielt danach fragen, sagte Valentin Franklyn und wunderte sich ein bisschen: „Da hat man Bands aus der Ukraine am Start und die Leute erkundigen sich nach einer Rutsche.“ Auch ein Unfall, bei dem sich ein Mann unglücklich das Bein brach, tat der Begeisterung keinen Abbruch.

Kinderbereich erweitert

Zur 18. Auflage hatten die Macher den Kinderbereich noch einmal erweitert, getreu dem Motto: Bloß nicht erwachsen werden! „Einigen ist das jetzt vielleicht nicht mehr Hardcore genug, aber die meisten schätzen doch diese familiäre Atmosphäre“, so Valentin Franklyn.

Auch Pierre aus Zingst (Mecklenburg-Vorpommern) meinte: „Der Kinderbereich ist richtig cool.“ Sein Sohn Gordon kam im T-Shirt der Punkband Ramones, dazu trug er knallgelbe Ohrenschützer – er ist der Frierock-Fan der Zukunft. Die Anhängerschaft des Festivals ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. „Man merkt schon, dass das Festival einen Riesensprung gemacht hat“, sagte Kristina aus Wusterhausen/Dosse (Ostprignitz-Ruppin), die schon oft dabei war. Sie meinte: „Der einzigartigen Atmosphäre hat das aber ganz sicher nicht geschadet.“

Von Philip Häfner

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