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Havelland Sozialministerin plaudert mit Künstlerin
Lokales Havelland Sozialministerin plaudert mit Künstlerin
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00:18 20.05.2017
Nina Omilian (li.) und Diana Golze im Gespräch über das Leben, Kultur und Kultur, Politik und Religion. Quelle: Christin Schmidt
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Rathenow

Auf den ersten Blick gibt es nicht allzu viele Parallelen zwischen Brandenburgs Sozialministerin Diana Golze (Die Linke) und der Sängerin und Schauspielerin Nina Omilian. Rund 30 interessierte Gäste erfuhren am Montagabend im Restaurant „Zum Alten Hafen“, dass es weitaus mehr gibt, als die gemeinsame Wahlheimat, das Havelland, oder das Geburtsjahr 1975, das beide Frauen verbindet.

Die Partei Die Linke hatte Nina Omilian im Rahmen der Reihe „Im Gespräch“ nach Rathenow eingeladen, um in lockerer Runde vor Publikum über ihr Leben, Schicksalsschläge und ihre Verbindung zur Politik zu plaudern. Unter dem Motto „Kunst trifft Politik trifft Kunst“ lernten sich die beiden Frauen zum ersten Mal persönlich kennen, wie Diana Golze verriet. Und Nina Omilian stellte die erste Parallele fest: Politiker müssen sich Gedanken darüber machen, wie sie die Wähler erreichen, Musiker wollen ihr Publikum erreichen und es begeistern.

Roten Teppich gegen grüne Wiesen eingetauscht

Nina Omilian versuchte die Gäste zunächst mit ihren Gedichten und Prosatexten für sich zu gewinnen und las heitere, aber auch ernste Werken aus ihrem Gedichtband „Herzoffen“ sowie Texten über das Leben auf dem Land. Dabei stellte sie einige Bewohner ihres Hofes in Buckow vor – Kater Hamlet, die Neufunländerdame Ophelia oder den inzwischen kopflosen Gartenzwerg – und gewährte so einen Einblick in ihre ganz private Welt. Diese hatte sich 2007 radikal verändert. Weil ihr als erfolgreiche Opern- und Galasängerin die Nähe zum Publikum fehlte, entschied sie sich gegen die Glamour-Welt und tauschte den roten Teppich gegen die grünen Wiesen des Westhavellandes, wo sie nun auch als Heilpraktikerin für Psychotherapie arbeitet.

„Ich konnte nicht länger auf Empfängen neben Verona Poth stehen und winken, das ist nicht mein Ding. Ich muss etwas Sinnvolles tun“, erklärte Omilian ihren Zuhörern und erntete dafür staunende Blicke und anerkennendes Nicken.

Golze sprach auch ein sehr persönliches Thema an: „Konfrontiert mit der Diagnose eines Blutgerinnsels vor dem Herzen sagten Sie: Wenn ich sterbe, müsst ihr nicht traurig sein. Ich hatte ein schönes Leben. Das hat mich schwer beeindruckt“, gestand Golze.

Die Nationalhymne wollen sie nicht singen

„Das war tatsächlich so, sicher auch, weil ich immer das getan habe, was ich für richtig halte und meinen Gefühlen gefolgt bin“, erklärte Nina Omilian. Religiös sei sie aber durch diese Erfahrung nicht geworden. „Ich kann Einkehr halten, meditieren und beten, aber ich verbinde all das nicht mit einem Mann mit Rauschebart“, so die Sängerin. Apropos Gemeinsamkeiten: Wenngleich sie kein politisches Amt anstrebt, politisch engagiert ist Nina Omilian auch.

Im letzten Jahr trat sie in die SPD ein und sie beteiligte sich in der Region mehrfach an öffentlichen Aktionen für Toleranz und Mitmenschlichkeit. Diana Golze wiederum spielt Tenorhorn. Und noch eine Parallele entdeckten sie. Beide haben sich schon mindestens einmal geweigert, den Text der Nationalhymne zu singen.

Nach eineinhalb Stunden bedankten sich die Gäste mit Applaus für den kurzweiligen Abend. Die Gesprächsreihe soll demnächst fortgesetzt werden. Unter anderem wird Sportmoderator Dirk Thiele erwartet.

Von Christin Schmidt

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