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Spaatz bekommt ein „Multiples Haus“

Spaatz Spaatz bekommt ein „Multiples Haus“

„Multiple Häuser“ sind Dorfgemeinschaftshäuser für besondere Zwecke. Hier können auch Arztpraxen eingerichtet werden oder andere Angebote, die dem Leben in der Gemeinschaft dienen. In Spaatz spielen die Mitglieder des Ortsbeirates und der Ortsvorsteher mit dem Gedanken, so ein Haus aufzubauen. Und man weiß auch schon, wo.

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Silvio März vor dem Gebäude, das zum „Multiplen Haus“ umgeplant wird.

Quelle: Norbert Stein

Spaatz. In Spaatz gibt es neue Ideen für die Räume des Jugendclubs. Hier könnte ein so genanntes „Multiples Haus“ entstehen. Das sind Gemeinschaftshäuser mit mehrfacher und vielseitiger Nutzung für Dienstleistungsangebote sowie soziale und kulturelle Projekten zur Bereicherung eines generationsübergreifenden Lebens in den Dörfern.

Anregung bei Leader

Der Spaatzer Ortsvorsteher Silvio März hat im Frühjahr diesen Jahres an einer Informationsveranstaltung der LAG Havelland teilgenommen. Bei dem Treffen in Liepe kam er auch mit einer Architektin aus Leipzig ins Gespräch. Jana Reichenbach-Behnisch erzählte ihm von so genannten „Multiplen Häusern“, die sie schon für Dörfer in einigen Bundesländern konzipiert und entwickelt hat. Ein solches Musterprojekt möchte sie nun auch in Brandenburg verwirklichen.

Ortsbeirat war überzeugt

Silvio März fand Gefallen an der Idee der Architektin und so kam ihm der Gedanke, dass der Jugendclub mit nachgelagerten Räumen im Dorf geeignet sein könnte für ein multiples Haus. Den Ortsbeirat und örtliche Vereine überzeugte er schnell von der Idee und von einer Zusammenarbeit mit dem Leipziger Architektenbüro. Der Landkreis Havelland sagte Unterstützung zu und gab Geld für eine Projektskizze „Jugendclub Spaatz Multiples Haus“. Landrat Roger Lewandowski sagt dazu: „Demografie ist keine Einbahnstraße“ und ermutigte den Ortsbeirat mit seinen Mitstreitern, an dem Projekt mit generationsübergreifenden Angeboten dranzubleiben.

Erste Arbeit für Spaatz

Jana Reichenbach-Behnisch hat ihre erste Arbeit für Spaatz erledigt. Der Ortsvorsteher hat der Gemeindevertretung Havelaue nun die Projektskizze als Vorplanung für ein Multiples Haus in Spaatz vorstellen. Die Architektin ist zu der Einschätzung gekommen, dass der Jugendclub für ein solches Vorhaben geeignet wäre. Die Umbauarbeiten bewegen sich ihrer Ansicht nach in einem überschaubaren Kostenrahmen.

Früher eine Arztpraxis

Ein weiterer Vorteil wäre – der Vorplanung zufolge – dass das Haus früher schon als Arztpraxis, Kindergarten und Verkaufsraum genutzt wurde. Ein Multiples Haus sollte solche und andere Angebote wieder ermöglichen. Und es gibt Projektpartner: Mit der „Fachstelle Altern und Pflege im Quartier im Land Brandenburg“ wäre ein geeigneter Mitstreiter gefunden. Auch der Spaatzer Verein „Leben in die Zukunft“ ist interessiert, das Haus als Schutzraum für seine in Vorbereitung befindliche Waldkita zu nutzen.

Projekt geht weiter

Die Gemeindevertretung hat dem Ortsbeirat Spaatz zur weiteren Umsetzung des Projekts „grünes Licht“ gegeben. Mit einem Zusatz, das Vorhaben dürfe die Gemeindekasse nicht belasten. Der Ortsbeirat und das Architektenbüro werden sich nun um die Aufnahme des Spaatzer Jugendclubgebäudes als Modellprojekt des Landes Brandenburg in das überregionale Netzwerk Multiple Häuser bemühen. Gleiches gilt für die Fördermittelanträge, die Projektplanung und deren Umsetzung.

Das sagen die Einwohner

Nach der Projektvorstellung „Multiples Haus“ im März befragte der Ortsvorsteher ältere Dorfbewohner. Das Ergebnis zeigte ein reges Interesse der Einwohner an ihrem regionalen Umfeld und dessen Gestaltung. Von den ausgefüllten Fragebögen wurden 39 für die Projektskizze ausgewertet. Etwa die Hälfte der Befragten ist zwischen 55 und 70 Jahre alt, drei Viertel sind Frauen. Die Befragung erfolgte in mehreren Kategorien: Natur/Umland, Gemeindeleben, Mobilität, Grundversorgung, Kultur, Dienstleistungen und betreutes Wohnen. Zu den Ergebnissen der Auswertung gehört, dass viele der Befragten saubere Luft, Naturnähe, Vereinsleben, Lebensmittelangebote und ärztliche Betreuung vor Ort, sowie wohnen im eigenen Haus bis ins hohe Alter und das Gemeinschaftsleben wichtig sind.

Von Norbert Stein

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