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Spandau zeigt Münzschatz aus Lebus

Ausstellung „Germania Slavica“ Spandau zeigt Münzschatz aus Lebus

Besucher des Spandauer Rathauses bekommen bis Mitte Juli gratis ein Kulturerlebnis geboten: In der Halle stehen sechs Vitrinen, in denen archäologische Funde aus Brandenburg und Sachsen-Anhalt zu sehen sind – darunter Teile des Lebuser Münzschatzes.

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Kuratorin Agnes-Almuth Griesbach und Heimatkundler Karl-Heinz Bannasch in der Spandauer Ausstellung.

Quelle: Hans-Peter Theurich

Spandau. Zwei Pferdeschädel mit aufmontierten Hirschgeweihen begrüßen die Besucher der Kabinett-Ausstellung „Germania Slavica. Die slawische Geschichte Brandenburgs und Berlins“. Sie hängen in der Halle des Spandauer Rathauses. Die Schau zeigt in sechs Vitrinen archäologische Funde aus Brandenburg und Sachsen-Anhalt, darunter Teile des Lebuser Münzschatzes.

Die Kuratorin der kleinen Ausstellung, Agnes-Almut Griesbach, erläuterte die gehörnten Pferdeköpfe: „Solche Schädel hingen über den Eingängen slawischer Heiligtümer in dieser Gegend im Havelland.“ Die Leiterin des Museums Zerbst in Sachsen-Anhalt steuerte Exponate bei.

„Wir können als Erste einen Teil des Lebuser Münzschatzes außerhalb des Fundortes zeigen“, erklärte Karl-Heinz Bannasch, Vorsitzender der Heimatkundlichen Vereinigung Spandau.

Auf cremefarbenem Tuch liegen centgroße, zum Teil mit Grünspan überzogene Münzen, darunter auch sogenanntes Hacksilber. In früherer Zeit teilte man Geldstücke in Hälften oder Viertel, wenn kein Wechselgeld zur Hand war.

Im Herbst 2015 fand ein privater Schatzsucher in Lebus einen Topf voller Silbermünzen aus slawischer Zeit, 2500 an der Zahl. Die Archäologen haben den Fund noch nicht bearbeitet. „Doch es ist sicher, dass er die weitreichenden Handelsbeziehungen in unserer Gegend bezeugt“, sagte Karl-Heinz Bannasch und verwies auf den Handel mit Salz und Bernstein. Zur Illustration liegen in den Vitrinen Salzbrocken und Bernstein.

In einer Ausstellung, die sich dem Mittelalter widmet, darf das berühmte Spandauer Pferdchen, gefunden 1961 am Burgwall, nicht fehlen. Es liegt neben dem ebenfalls kleinen Spandauer Christus und einem Thebalring aus der Zeit um 1100. Wohlhabende trugen ihn im Mittelalter als Schutzamulett. Da sich die Originale im Neuen Museum auf der Berliner Museumsinsel befinden, zeigt die Schau Repliken.

Ein Mittelalter-Fan der Heimatkundlichen Vereinigung bereicherte die Ausstellung mit einem Hemd. Er fertigte es nach slawischem Vorbild mit roter Ziernaht und dem charakteristischen Slawen-Zwickel unter dem Arm, der die Bewegungsfreiheit des Trägers garantierte.

Im parallel zur Schau erscheinenden Essay-Heft widmet der Historiker Winfried Schich einen Aufsatz dem Havelland als „eine historische Landschaft in der Germania Slavica“. Nach Christianisierungsversuchen im 10. Jahrhundert wurde das Havelland mit dem Slavenaufstand 983 wieder heidnisch; und man betete den dreiköpfige Gott Triglaw an. Albrecht der Bär schließlich gründete das Land Brandenburg 1157 nach dem Sieg über den polnischen König Jacza.

Der Begriff „Germania Slavica“ ist noch recht jung und wurde 1976 von Osteuropa-Historikern geprägt. Er bezeichnet das Gebiet östlich einer Linie des Elbe-Saale-Verlaufs.

Hinweis: Die Schau Germania Slavia ist bis zum 14. Juli im Rathaus Spandau an der Carl-Schurz-Straße bei freiem Eintritt zu sehen. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 8 bis 18 Uhr. Das Essay-Heft dazu kostet 10 Euro.

Von Judith Meisner

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