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Spenden sammeln für soziale Zwecke

Volkssolidarität in Brieselang Spenden sammeln für soziale Zwecke

Derzeit sind ehrenamtliche Helfer der Volkssolidarität auch in Brieselang unterwegs, um wieder Spenden für soziale Zwecke bei den Einwohnern der Gemeinde zu sammeln. Unter ihnen sind auch Annemarie Klaus und Ortrud Voigt, die wie etwa 20 weitere Männer und Frauen von Haustür zu Haustür gehen

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Annemarie Klaus (l.) und Ortrud Voigt gehören zu den ehrenamtlichen Helfern, die Spenden für die Volkssolidarität sammeln.

Quelle: Andreas Kaatz

Brieselang. Annemarie Klaus und Ortrud Voigt sind jetzt wieder viel unterwegs in Brieselang. Die Rentnerinnen klingeln an Haustüren und Gartentoren und bitten die Bewohner um Spenden für die Volkssolidarität. Noch bis Ende April läuft die alljährliche Spendensammlung des Wohlfahrtsverbandes im Land Brandenburg. Wie schon in den Jahren davor beteiligt sich auch die Ortsgruppe Brieselang daran – immerhin die mit etwa 400 Mitgliedern größte Ortsgruppe des Kreisverbandes Havelland Nauen. Rund 20 Helfer – ausgestattet mit Ausweis – sind es dort insgesamt, die dafür jetzt ihre freie Zeit opfern.

Die beiden Frauen sind seit 2000 bei den Aktionen dabei, tragen seither Namen und Beträge sorgsam in die Sammellisten ein. Annemarie Klaus ist unter anderem ein Bereich der Karl-Marx-Straße zugeteilt, Ortrud Voigt kümmert sich um die Bahnstraße. Und was sie da erleben, ist sehr unterschiedlich. „Von einem Brieselanger wurde ich schon im Herbst angesprochen. Der fragte gleich, wann ich wieder sammeln komme, und ich solle ihn auf keinen Fall vergessen“, sagt Annemarie Klaus schmunzelnd. Manchmal gibt’s den Schein gleich dazu, damit auch gar nichts schief gehen kann.

„Solche Erlebnisse beflügeln dann auch weiterzumachen“, meint Ortrud Voigt. Allerdings sind sie eher die positive Ausnahme, denn häufig klappt es nicht so einfach. Oft ist es für die Helfer recht mühsam, Spenden zu bekommen. Denn nicht jeder Einwohner ist bereit, Geld zu geben. So sehen die Frauen zwar manchmal, dass sich die Gardine am Fenster bewegt, wenn sie an der Tür klingeln, aber die Haustür bleibt geschlossen. Ein Brieselanger behauptet regelmäßig, dass er nur mit Karte bezahlt – seine Form der Absage. Manche regieren auch unhöflich oder patzig, wissen die Frauen aus eigener Erfahrung.

Doch die meisten Bürger zeigen Verständnis, vor allem wenn man ihnen erklärt, wofür das Geld gedacht und was die Volkssolidarität ist. Ohne die Spenden würde es nämlich verschiedene Veranstaltungen nicht geben. „Wir haben im Jahr zwei Weihnachtsfeiern mit jeweils rund 100 Leuten. Zur Frauentagsfeier kommen etwa 120 Menschen“, nennt Annemarie Klaus zwei Beispiele. Aber auch die Begegnungsstätte am Markt könne nicht ohne die Spenden existieren. Mehrere tausend Euro sammeln die Brieselanger jedes Jahr ein, wenn auch nicht alles in Brieselang bleibt.

Immer wieder kommt es auch zu angenehmen Begegnungen bei der Sammlung. Gelegentlich wird ein kleiner Plausch an der Haustür gehalten. Manchmal werden die Frauen auch scherzhaft begrüßt: „Ach, ist das Jahr schon wieder rum, kommen Sie wieder betteln?“, heißt es dann. Mal geben die Leute fünf, zehn oder mehr Euro, in seltenen Fällen auch 50. Aber auch zwei Euro landen mal im Spendenbeutel. „Bei einer alleinstehenden Rentnerin hat man da auch Verständnis, dass sie nicht so viel geben kann“, sagt Ortrud Voigt, die manchmal auch zwei oder dreimal zu einer Adresse gehen muss, weil sie die Bewohner vorher nicht angetroffen hat.

Sie selbst ist seit etwa 35 Jahren Mitglied in der Volkssolidarität, arbeitete zu DDR-Zeiten im Gummiwerk. „Unsere ganze Abteilung war eingetreten“, erinnert sich die 73-Jährige. Das war durchaus üblich. Bei Annemarie Klaus (76) lag es in der Familie. „Meine Mutti war in der Volkssolidarität, da bin ich irgendwann auch angesprochen worden“, sagt sie. Seit 1997 gehört sie dem Wohlfahrtsverband an. Neue Mitglieder zu werben erweist sich heutzutage aber als recht schwierig. „Ich bin noch nicht so alt“, bekam Ortrud Voigt einmal zur Antwort. „Dabei war er auch schon 70.“ Wie auch Annemarie Klaus weiß sie die Geselligkeit in der Brieselanger Ortsgruppe zu schätzen. Beide singen unter anderem im Chor mit und nutzen weitere Angebote.

Von Andreas Kaatz

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