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Spender im Havelland dringend gebraucht

Blutspendedienste beklagen saisonalen Rückgang im Sommer Spender im Havelland dringend gebraucht

Die Liegestühle am Strand sind gut gefüllt, aber die Spenderliegen bleiben leer: In der Sommerzeit spenden auch im Havelland traditionell weniger Menschen Blut als in der restlichen Zeit des Jahres. Der befürchtete Engpass von lebensnotwendigen Blutpräparaten wird nach Einschätzung des Blutspendedienstes Haema nun konkret.

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Etwa 33 Prozent der Bevölkerung könnten Blut spenden, nur drei bis fünf Prozent tun es.

Quelle: Patrick Pleul

Falkensee. Der Blutspendedienst Haema appellierte kürzlich, auch und besonders in der Sommerzeit Blut zu spenden.

„Die Fußballweltmeisterschaft und die heißen Temperaturen verschlimmern die Lage in diesem Jahr zusätzlich“, erklärt Marion Junghans, Pressesprecherin von Haema. Laut Junghans würden generell nur etwa drei bis fünf Prozent der Bevölkerung ihr Blut spenden, in den Ferien gehe die Zahl noch einmal um etwa ein Prozent zurück. „Der jährliche Spendenrückgang im Sommer beginnt mit den Schulferien in den Monaten Juli und August“, sagt Junghans. „Deswegen füllen wir unsere Depots für die lange Durststrecke im Juni immer noch einmal richtig auf.“ Das war in diesem Jahr nicht möglich – wegen der WM seien weniger Menschen zur Spende gekommen.

Als Beispiele nennt die Haema-Sprecherin die Blutspendestellen in Nauen und in Rathenow. Zu beiden Orten kommen laut Junghans pro Termin im Schnitt 40 Spender, im Juni und im Juli waren es jedoch nur 27. Der von Haema gestartete Notruf betreffe insbesondere Menschen mit der Blutgruppe Null Rhesusfaktor negativ. Ihr Blut fließt nur in etwa sieben Prozent aller Adern, ist jedoch für alle anderen Blutgruppen verträglich. Das macht sie zu Universalspendern.

Blutspenden im Havelland

Bei einer Vollblutspende werden 500 Milliliter Blut entnommen. Spender sollten vorher ausreichend essen und trinken. Männer können sechs und Frauen viermal pro Jahr spenden.

Die nächsten Termine im Havelland

Falkensee: Montag, 25. August von 15 Uhr bis 19 Uhr im DRK Regionalzentrum Falkensee in der Finkenkruger Straße 90.
Nauen: Donnerstag, 21. August von 14.30 Uhr bis 19 Uhr im AOK Servicecenter Nauen in der Hertefelder Straße 5/7.
Rathenow: Freitag, 22. August, von 14.30 Uhr bis 19.00 Uhr in den Räumen der Volkssolidarität Rathenow im Friedrich-Ebert-Ring 80.

Auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) zählt im Sommer weniger Blutvorräte als sonst. Kerstin Schweiger, Pressereferentin des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost, zu dem das Havelland gehört, erklärt die Gründe: „In den langen Ferien sind viele Spender im Urlaub oder gehen bei schönem Wetter Freizeitaktivitäten nach.“ Außerdem haben viele Menschen bei der Hitze Kreislaufprobleme und könnten die benötigten 500  Milliliter des wertvollen Lebenssaftes nicht entbehren.

Dennoch sieht Schweiger die aktuelle Situation weniger dramatisch. „Wir prüfen unsere Reserven jeden Tag, um rechtzeitig einschreiten zu können“, sagt sie. Noch sei die Lage beim DRK stabil. Auch Babette Dietrich, Pressesprecherin der Nauener Havelland-Klinik entkräftet die Sorgen. „Bei uns konnten bislang noch alle Patienten mit Bluttransfusionen versorgt werden“, sagt sie.

Mehr Blutspender könnten alle Spendedienste jedoch ohnehin immer gebrauchen. „Da ist noch viel Luft nach oben“, sagt DRK-Sprecherin Schweiger. Etwa 33 Prozent der Bevölkerung sind spendefähig, die wenigsten würden es tun. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) setzte am Donnerstag ein Zeichen und spendete beim DRK in Cottbus selbst Blut.

Werner Töpfer geht seit mehr als 30 Jahren mit gutem Beispiel vor an. „Ich spende mindestens fünf Mal pro Jahr Blut, erst in der vergangenen Woche war ich wieder da“, erzählt der Friesacker. Er weiß, wie dringend Blutplasma benötigt wird und nicht künstlich hergestellt werden kann. „Ich mache das gerne und rechne damit, dass ich auch einmal auf eine Spende angewiesen sein kann“, sagt er.

Die Voraussetzungen: Blutspender müssen mindestens 18 Jahre alt sein, nicht weniger als 50 Kilogramm wiegen und gesund sein. Das Spenden ist bis zum 72.Geburtstag möglich, bei Erstspendern bis zum 66. Geburtstag. Nach der Aufbereitung ist das gespendete Blut nur etwa 35 bis 42 Tage haltbar. „So lange haben wir es ohnehin nie auf Lager, weil es schon vorher benötigt wird“, erklärt Schweiger vom DRK.

Ein Fünftel der Spenden werde allein für die Behandlung von Krebskranken benötigt. Auch Patienten mit angeborenen Immundefekten wie „Bluter“ sind auf fremdes Blut angewiesen. Weiterhin sind Blutkonserven bei Operationen wie einem neuen Hüftgelenk, Unfällen und häufig bei Geburten überlebenswichtig.

Von Anja Meyer

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