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Havelland Spezialisten an der Bockwindmühle
Lokales Havelland Spezialisten an der Bockwindmühle
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17:31 10.04.2018
Jürgen Rohbeck zeigt in der Zimmerei Blümner die neu angefertigte Transmissionswelle. Quelle: Norbert Stein

Eine 280 Jahre alte Eiche aus dem Rathenower Stadtwald wird in der Bockwindmühle Bamme zu Ehren kommen. Aus dem rund neun Tonnen schweren Holzkoloss wurde in Bismark (Altmark) von der mit der Mühlen-Sanierung beauftragten Zimmerei Blümnach ein neuer, 4,50 Meter langer Mehlbalken gefertigt. Das Herzstück der Mühle ist gelungen und trägt bereits die Inschrift „Erneuert 2018“. Nun werden die Zimmerer noch das Ursprungsjahr „1701“ des Mehlbalken ins Holz stemmen.

Die Zimmerei Blümnach ist spezialisiert auf die Rekonstruktion und Sanierung alter Mühlen. Derzeit laufen die Arbeiten für die Bockwindmühle Bamme in der Werkstatt auf Hochtouren. Zimmerer Heinz-Jürgen Rohbeck zeigt die neue Transmissionswelle, gearbeitet wird auch am Handrad und am Sackaufzug.

„Es ist immer ein schönes Gefühl, an einem solchen ehrwürdigen Objekt mitwirken zu können“, sagt Burkhard Müller Der Zimmerer hat die Bütt mit Trichter gebaut für die Bockwindmühle. Auf dem Mühlenberg in Bamme werden die Zimmerer in den kommenden Monaten die neuen Einzelteile in die Bockwindmühle einbauen. Holz, Balken und andere Einzelstücke werde ausgebessert und wieder verwendet.

Zimmerer Burkhard Müller hat die Bütt mit Trichter gebaut. Demnächst werden die Einzelteile in die Bockwindmühle eingebaut. Quelle: Norbert Stein

Die Gemeinde Nennhausen als Eigentümerin der Mühle investiert mit Unterstützung einer Leader-Förderung 260 000 Euro in das Sanierungsvorhaben. Im Herbst 2017 wurde mit den Arbeiten begonnen. Das Vorhaben stand am Dienstagabend im Mittelpunkt der Jahresversammlung des Fördervereins Bockwindmühle Bamme.

Der Förderverein hat derzeit 30 Mitglieder und engagiert sich seit seiner Gründung im Jahr 2010 für die Sanierung der Bockwindmühle. Er organisiert Veranstaltungen, sammelt Spenden ein und kümmert sich um Sponsoren. 2017 habe der Förderverein 16 500 Euro zur Finanzierung von Planungsleistungen zur Sanierung der Bockwindmühle gegeben, berichtete die Vorsitzende Cornelia Großmann den Mitgliedern. Günter Seidemann, ihr Stellvertreter, informierte über die Bauarbeiten auf dem Mühlenberg. Das Dach der Mühle sei abgenommen, die Königswelle vor Witterungsunbilden sicher gestellt, die Kreuzschwellen ausgewechselt – kurzum: die Arbeiten gehen gut voran.

Der Hausbaum der Mühle sei etwa 500 Jahre alt und wurde einst aus einer etwa 200 Jahre Eiche angefertigt, präsentierte Seidemann das Ergebnis eines von Experten erstellten Holzgutachtens. Wann man mit dem Abschluss der Sanierung rechnen könne, interessierte die Mitglieder natürlich besonders. „Mühlenbau ist Arbeit mit Hammer und Meißel.“, sagte Architekt Günther Hasenberg „Deshalb sollte man sich nicht unter Zeitdruck setzen“. Ende des Jahres sollte aber die Sanierung vollbracht sein, so der Architekt.

Älteste Bockwindmühle der Mark

Die Bockwindmühle Bamme wurde 1334 erstmals urkundlich erwähnt. Damit ist sie wohl die älteste erhaltende Bockwindmühle der Mark Brandenburg.

Die Gemeinde Nennhausen als Eigentümerin und ein 2010 gegründeter Förderverein setzen sich für die Sanierung des denkmalgeschützten Bauwerks auf dem Bammer Mühlenberg ein.

Rund 260 000 Euro werden in die Sanierung der Mühle investiert. Ein Großteil des Geldes kommt aus dem Leader-Programm der Europäischen Union.

Nach der Sanierung wird in der Mühle wieder gemahlen werden können.

So war die Diskussion in der Mitgliederversammlung auch ausgerichtet auf die künftige Nutzung der sanierten Bockwindmühle. Wichtig sei die Gewinnung von Mitstreitern, die willens sind, die Technik zu bedienen und sich um die Mühle kümmern, sagte Günter Seidemann. Die Mühle für Schulkassen zu öffnen, nannte Vereinsmitglied Jürgen Jenich als Nutzungschance, wie auch die Einbeziehung der regionalen Landwirtschaft. Korn soll natürlich auch gemahlen werden. Dafür werden ehrenamtliche Müller benötigt.

Die Mühle für künstlerische Aktivitäten und kulturelle Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit der Kirche zu nutzen, lautete ein anderer Vorschlag. Übrigens müssen noch ein paar Bäume gefällt werden, damit die Mühle genügend Wind bekommt. Pfingstmontag, am Deutschen Mühlentag, lädt der Förderverein zur Baustellenschau ein.

Von Norbert Stein

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