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Sport ist mehr als nur Fußball

Havelland Sport ist mehr als nur Fußball

Bei kleineren Landsportvereinen spielt Fußball eine Hauptrolle. Das soll sich nicht grundlegend ändern. Aber das Interesse an anderen Sportangeboten – auch ganz ohne Wettkampfdruck – wächst. Das wollen drei Vereine im Kreis in Zukunft für sich nutzen.

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Die Akteure des Projektes „Gesundheitssport auf dem Land“.

Quelle: Joachim Wilisch

Rhinow. Als der Landkreis im Jahr 2016 den Startschuss für das Projekt „Gesundheitssport im ländlichen Raum“ gab, waren die Beteiligten gespannt. Würde es gelingen, Vereine zu finden, die bereit sind, neue Wege zu gehen, um Angebote für Leute schaffen, die nicht unbedingt Wettkampfsport betreiben wollen? Würden diese Vereine das auch bezahlen können? Und wie steht es mit der Akzeptanz?

Notwendiger Schritt

Für Stefan Neugebauer, der die regionale Gesundheitskonferenz im Havelland koordiniert, stand nicht von vorneherein fest, dass das funktionieren kann. „Aber es war uns bewusst, dass wir gerade auf dem Lande Angebote im Gesundheitssport machen wollten.“ Hintergrund ist, dass sich die Havelländer – wie sehr viele Deutsche – zu wenig bewegen. Zwar gibt es im Landkreis viele Erwachsene und Jugendliche, die in Sportvereinen gemeldet sind. „Zumeist ist das aber Wettkampfsport“, sagt Jörg Wartenberg, Vorsitzender des Kreissportbundes. „Wir wollen, dass unsere Vereine stabil bleiben und interessant für Bevölkerungsgruppen werden, die sich noch nicht angesprochen fühlen.“

Gut für kleine Kommunen

Genau das hat Landrat Roger Lewandowski im Hinterkopf. „Wenn wir attraktive Angebote in kleinen Städten und Dörfern schaffen, die das Leben dort lebenswert machen, dann wirkt sich das langfristig auf die gesamte Dorfstruktur aus.“ Will heißen: Wo es schön ist, wo man sein Leben gut gestalten kann, da geht man nicht weg.

Sinnbild für Gesundheitssport

Sinnbild für Gesundheitssport: Nordic Walking.

Quelle: dpa

Das Projekt war in der Startphase nicht immer leicht zu heben. Schnell war klar, welche Sportvereine die „Versuchskaninchen“ sind. Rot-Weiß Nennhausen, SG Eintracht Friesack und SV Rhinow-Großderschau. In allen drei Vereinen spielt Fußball die Hauptrolle. „Als wir dann angefangen haben, über das neue Thema zu reden, da war mir klar, dass wir unsere Vereine voranbringen, wenn wir mehr bieten, als Fußball“, sagt Michael Hofmann von der SG Eintracht Friesack.

Erste Schritte

Ähnlich ergeht es Uwe Albrecht (SV Rhinow-Großderschau) und Sven Arndt (Rot-Weiß Nennhausen). In Rhinow hat sich nach einem Bürgerforum zu dem Thema und einer Schülerbefragung herausgeschält, dass das Interesse an einer Tischtennisabteilung da ist. Außerdem soll eine Mutter-Kind-Gymnastik ins Angebot. „Wir wollen uns nicht verzetteln", sagt Uwe Albrecht. „Jetzt versuchen wir klein anzufangen.“

Tischtennis könnte eines der Angebote sein

Tischtennis könnte eines der Angebote sein.

Quelle: PicasaPicasa

In Friesack hat der Verein das Angebot um eine offene Sport- und Bewegungsstunde für Jugendliche und Senioren erweitert. „Da kann dann jeder das machen, wozu er Lust hat“, sagt Michael Hofmann. „Es geht nur um die Bewegung.“ In Nennhausen sind die Verantwortlichen schon weit. „Für eine Seniorensportgruppe haben wir Interessenten“, sagt Sven Arndt. Nordic Walking ist ein zweites Thema und im Jugendclub will man ohne Leitungsdruck Leichtathletik trainieren.

Optimistische Jugend

Ermutigend war, was die Jugendlichen aus Nennhausen gesagt haben, als bei dem Bürgerforum erklärt wurde, die Gemeinde Nennhausen schrumpfe. „Wir werden wachsen“, sagten die jungen Leute selbstbewusst. Das dürfte die Haltung sein, die sich Landrat Lewandowski wünscht.

Viele Partner im Boot

Begleitet wird das auch von der AOK Nordost, deren Vertreter darauf hoffen, dass sich so auf dem Lande Gesundheitssportangebote entwickeln, zu denen die AOK dann auch Zuschüsse geben könnte – wenn es in die Richtlinien passt. Der TSV Falkensee ist mit im Boot. Dort hat man schon Erfahrung auf den Gebieten gesammelt, die nun an die Landvereine weitergegeben wird. Und Wissenschaftler kümmern sich um die exakte Aufarbeitung.

2018 geht es richtig los

Im kommenden Jahr sollen die drei Vereine mit ihren neuen Angeboten durchstarten. Beim Kreis stehen derzeit 29 000 Euro für das Projekt zur Verfügung. „Damit können wir auch Sportmaterial oder ein Sportfest finanzieren“, sagt Roger Lewandowski.

Dünne Personaldecke

Grundsätzlich müssen die drei Vereine ihr Angebot vorerst mit dem Team erweitern, das sie schon haben. „Das ist sicherlich eine Schwierigkeit, weil eigentlich alle schon genug zu tun haben“, sagt Uwe Albrecht. „Trotzdem lohnt es sich, das zu probieren.“ Mit den Angeboten ziehe der Verein – so die Hoffnung – auch neue Mitglieder an.

Die Zielvereinbarung wird unterschrieben

Die Zielvereinbarung wird unterschrieben

Quelle: Joachim Wilisch

In einer Zielvereinbarung ist nun niedergeschrieben, wie es die Vereine im, kommenden Jahr angehen wollen. Am Ende steht eine Evaluierung. Im Idealfall sollen die Vereine aus Friesack, Rhinow und Nennhausen ihr Wissen und Können dann weitergeben – an die nächsten Sportvereine aus dem Havelland.

Wer mehr wissen will

Kontakt: Eintracht Friesack, Schillerpark 3, 14662 Friesack, Telefon 03325/1554, Michael Hofmann; SV Rhinow-Großderschau, Friesacker Straße 4d, 14728 Rhinow, Telefon 033875/31550, Uwe Albrecht; Rot-Weiß Nennhausen, Am Weinberg, 14715 Nennhausen, Telefon 033878/60691 Sven Arndt.

Von Joachim Wilisch

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