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Havelland Sport und Spaß mit krankem Herzen
Lokales Havelland Sport und Spaß mit krankem Herzen
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20:17 08.03.2018
Mit Schwung und Spaß: Auch mit chronischen Herzerkrankungen lässt sich Sport treiben. Quelle: Marlies Schnaibel
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Falkensee

140 zu 80, 120 zu 85, 170 zu 95, 120 zu 70 – Anita Sach misst Blutdruck. Immer wieder. Erst wer diese Messung hinter sich hat und ihr Okay bekommt, darf an der Trainingsrunde der Falkenseer Herzsportgruppe teilnehmen.

Die Ärztin Anita Sach begleitet die Falkenseer Herzsportgruppen seit Jahrzehnten. Quelle: Marlies Schnaibel

Dienstag für Dienstag treffen sich die ehemaligen Patienten, um in der Turnhalle am Bülow-Gymnasium ihre Runden zu drehen. Sie machen es – so ist es Vorschrift – unter ärztlicher Beobachtung und sie machen es unter fachkundiger Anleitung. Etwa einhundert Frauen und Männer kommen jeden Dienstag, in der Grippezeit einige weniger. In fünf Gruppen trainieren sie.

Viele Teilnehmer haben Herzinfarkte hinter sich

Manchmal wird aber auch nicht gleich Sport gemacht, sondern erst mal ein wenig geschwatzt. Einer hat irgendwie immer Geburtstag. Diesmal ist es ein kleines Ständchen und ein Glas Sekt auf das Wohl von Walter Busch, der gerade seinen 83. Geburtstag gefeiert hat. Seit drei Jahren ist er dabei. Er ist einer der Ältesten in der Gruppe, andere sind erst Mitte 50.

Was alle eint, ist das Wissen, etwas für sich und das Herz tun zu müssen. Viele haben Herzinfarkte hinter sich, leben mit Stent, Herzklappe oder Katheter. Die Sportstunde geht erst einmal ganz sachte los. Gehen im Kreis. Arme strecken. Arme kreisen. Langsam werden Tempo und Schwierigkeit erhöht. Wichtig dabei: Das herzliche Klima unter allen Teilnehmern und der Spaß an den Übungen. Mit Ball, Trommel oder Reifen. Oder, wenn mit Stöckern Gummiringe geschossen werden. „Rentnercurling“ wird da schon mal gewitzelt.

Die Falkenseer Herzsportler treffen sich jeden Dienstag-. Quelle: Marlies Schnaibel

Eine Mischung aus Sport, Selbsthilfe und Freundschaft

Nach einer Stunde sind alle in Schwung gekommen. Und froh. „Vorher habe ich nie so recht Lust“, gesteht Angelika Grau. Da muss sie jedes Mal den inneren Schweinehund niederringen. „Aber wenn man erst mal dabei ist, ist es prima“, erzählt sie. Sie mag den Spaß in der Gruppe, hier gibt es keine Konkurrenz, hier gibt es viel Austausch.

Das hat auch Anita Sach beobachtet. „Das ist keine normale Sportgruppe“, weiß sie. Es ist eine Mischung aus Sport, Selbsthilfe und Freundschaft. Die Internistin betreut die Sportgruppe auch jetzt, da sie Rentnerin ist. Schon in den 70er-Jahren hat sie die Gruppe aufgebaut. Nach der Wende gab es eine Flaute und einen Umbruch. Seit 1993 gehört die Herzsportgruppe zu Motor Falkensee. Kamen anfangs fast nur Männer, sind jetzt auch mehr Frauen dabei.

Passender Sport kann Lebensqualität erhöhen

„Wir leben in einer Gesellschaft, die fordert und fordert. Und die keine Entspannung zulässt“, beschreibt Anita Sach die Drucksituation, die zu vielen Herzerkrankungen führt. Ungenügende Bewegung und ungesunde Ernährung kommen dazu. Gerade da sollte man ansetzen, um es gar nicht erst bis zum Herzinfarkt kommen zu lassen.

Wenn die chronische Herzerkrankung jedoch da ist, dann kann passender Sport viel tun, um sich Lebensqualität zurückzuerobern. „Nicht überfordern, aber auch nicht unterfordern“, rät die Ärztin. Sie ist bei jedem Training nicht nur mit dem Blutdruckmessgerät dabei. Sie beobachtet, wer vielleicht besser an dem Tag zurücksteckt, sie steht für den Notfall bereit, mit Notfallrucksack und Defibrillator.

Herzsportfest in der Stadthalle Falkensee

Für den Sonnabend dieser Woche haben die Sportler das 23. Herzsporttreffen vorbereitet. 40 Gruppen aus ganz Brandenburg sind angeschrieben. In der Stadthalle treffen sie sich zu einem Herzsportfest. Gezeigt werden Übungen und Spiele, den Besuchern wird ein Einblick ins Training der Herzgruppen gegeben. Die kleine Teilnahmegebühr wird der Kinderkrebshilfe gespendet.

„Wir werden von der Stadt Falkensee seit Jahrzehnten unterstützt“, sagt Anita Sach, sei es die freie Nutzung der Turnhalle oder beim Herzsportfest in der Stadthalle. „Deshalb wollen wir auch der Stadt etwas zurückgeben und ihr einen Defibrillator schenken. „Er ist für eine Sportanlage gedacht“, sagt Anita Sach. Und er sollte stets leicht zugänglich sein. Nicht, wie in der Stadthalle, dort hängt ein Zettel am Defibrillator: Schlüssel beim Hausmeister.

Von Marlies Schnaibel

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