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Havelland Sportkita in Falkensee offiziell eröffnet
Lokales Havelland Sportkita in Falkensee offiziell eröffnet
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00:17 24.10.2013
Bewegen und lernen: Kita-Leiterin Ewelina Jenczewski und die Kinder haben draußen und drinnen Spaß. Quelle: Juliane Primus
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Falkensee

Die bewegungs- und gesundheitsorientierte Kita "Nesthüpfer" Am Wachtelfeld in Falkensee wurde gestern nach rund einem Jahr Bauzeit offiziell eröffnet. Überschattet wurde die Feier von einem Rechtsstreit. Anwohner fühlen sich durch die Einrichtung belästigt. Schon im Januar hatten sie einen Baustopp gefordert (MAZ berichtete), dies blieb jedoch erfolglos. "Es kann sein, dass wir noch eine drei Meter hohe und 27Meter lange Mauer bauen müssen", sagte Kita-Geschäftsführer Robert Busch von der gemeinnützigen Sportservice GmbH.

Sie gehört zum Landessportbund Brandenburg (LSB), der landesweit bereits sechs weitere Kitas betreibt. Für den Bau der Kita in Falkensee wurden insgesamt 3,8 Millionen Euro investiert, davon stammen rund 450000Euro aus der U-3-Förderung des Bildungs- und Sportministeriums Brandenburg. Rund ein Drittel der zurzeit 120Kinder sind unter drei Jahre alt. Bis Mitte 2014 soll die Kapazität von 200 Plätzen ausgeschöpft werden. 18 Erzieher, darunter drei Männer, kümmern sich um die Kinder.

Die Kita "Nesthüpfer" für Kinder ab einem Jahr gilt als Ersatzneubau für die städtische Kita "Burattino" in der Holbeinstraße. Das marode Gebäude soll für den Hort der Lessingschule saniert werden. Drei Erzieher und 75 Kinder sind im September von der Holbeinstraße zum Wachtelfeld gezogen. "Wir wollten eigentlich erst im November eröffnen", sagt Andy Papke vom LSB. Die Stadt habe darauf gedrängt, möglichst schnell zu eröffnen. Angesichts des Rechtsanspruches auf einen Betreuungsplatzes und der vielen Kinder im Hortalter steht Falkensee unter Druck. "Keiner weiß, ob unsere Kita-Plätze ausreichen werden", sagte gestern Bürgermeister Heiko Müller bei der Eröffnung. Immer wieder ziehen junge Familien nach Falkensee. Bereits jetzt ist die Anmeldeliste für die Kita "Nesthüpfer" lang.

Von klein an immer in Bewegung

  • Für die Sportkitas des Landessportbunds gelten die gleichen Voraussetzungen wie für die Einrichtungen kommunaler oder anderer freier Träger, heißt es aus dem brandenburgischen Bildungsministerium. Auch sie müssen alle sechs Bereiche elementarer Bildung abdecken: Sprache, Kommunikation und Schriftkultur; Körper, Bewegung und Gesundheit; Mathematik und Naturwissenschaften; Darstellen und Gestalten; soziales Miteinander; Musik und Rhythmik. Der Unterschied: In den Sportkitas werden diese sechs Bereiche mit Bewegung verknüpft.
  • Es gibt auch Kritik an dem Konzept. Einer der Vorwürfe lautet, der Landessportbund züchte sich bloß den Nachwuchs für die Olympiastützpunkte heran. Dem widerspricht der LSB: man nehme alle Kinder auf, auch die weniger talentierten.
  • Sportpädagogen begrüßen das Konzept. Viele Kinder könnten heutzutage gar nicht mehr werfen oder fangen und würden bereits nach kurzen Spaziergängen schlapp machen. Sie säßen stattdessen lieber vor dem Computer. Bewegung sei außerdem ein Mittel zum Zweck, um besser zu lernen.

Wegen der genervten Nachbarn Am Wachtelfeld mussten Stadt und LSB sogar um die Eröffnung der Kita bangen. "Der Brief kam noch vor dem ersten Spatenstich", sagte Patrick Roetzel, der als Anwalt den LSB vertritt. Obwohl ein Minifußballfeld auf dem Kita-Gelände bereits wieder abgebaut wurde, wollen die Anwohner die Schallschutzmauer gerichtlich durchsetzen. "Sie können juristisch erzwingen, dass wir auf eigene Kosten eine Mauer bauen müssen", sagte Roetzel. "Aber ich glaube nicht, dass das Gericht gegen uns entscheidet."

Herzlich egal, wer sich mit wem vor Gericht streitet, ist es den Kita-Kindern selbst. Sie turnen mit Gummibällen, entspannen beim Yoga oder rangeln in Judo-Jacken. "Alles was die Kinder lernen, lernen sie mithilfe von Bewegung", sagt Kita-Leiterin Ewelina Jenczewski. Die 32-Jährige arbeitete zuvor acht Jahre lang als stellvertretende Leiterin einer Sportkita in Potsdam-Golm. Sich selbst hält die Wahl-Nauenerin mit Rad fahren und Joggen fit.

Bewegung sei nicht nur gut für die motorischen Fähigkeiten der Kinder, sondern helfe auch später im Matheunterricht: "Wechselschritt oder über Kreuz zu greifen führt dazu, dass sich beide Hirnhälften besser verknüpfen", so Jenczewski. Kinder, die ungern sprechen, könne man dazu bringen, indem sie ankündigen müssen, was sie tun. Zum Beispiel: "Ich werde jetzt über die Rolle springen." Kinder mit Einschränkungen profitieren davon bisher nicht. "Das Gebäude ist barrierefrei, aber für Inklusion fehlt uns Personal."

Von Juliane Primus

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