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Havelland Sportreporter mit Blindenhund
Lokales Havelland Sportreporter mit Blindenhund
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00:19 22.09.2017
Als Sportreporter interviewte Detlef Peters auch schon FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß. Quelle: MAZ-Archiv
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Falkensee

Als Detlef Peters vor sechs Jahren seine Hündin Voice bekam, begann für den 64-jährigen Falkenseer ein neuer Lebensabschnitt. Denn Voice ist keine normale Hündin, sondern ein speziell ausgebildeter Blindenführhund. „Ich war vorher immer auf einen Blindenstock angewiesen, der Hund hat meinen Alltag seither deutlich erleichtert“, erzählt Detlef Peters. Seit 20 Jahren ist der gebürtige Nordrhein-Westfale schon blind. Vor allem bei ganz alltäglichen Erledigungen benötigte Peters seither viel Zeit. „Von meinem Haus bis zum Supermarkt, der vielleicht einen Kilometer entfernt ist, brauchte ich immer über 45 Minuten“, erinnert er sich. Seit er aber seinen Blindenführhund hat, schaffe er die gleiche Strecke in nur 15 Minuten.

In seinem Alltag wird Detlef Peters von seiner Hündin Voice begleitet, einem speziell ausgebildeten Blindenführhund. Quelle: Danilo Hafer

Blindenhunde, wie der von Detlef Peters, werden schon beim Züchter für ihre spätere Aufgabe ausgewählt und täglich auf ihre Arbeit als Blindenführhund vorbereitet. Nach einem Jahr kommen sie dann in der Regel zu ihrem neuen Besitzer, um ihm im Alltag beizustehen. „Wenn ich zum Beispiel mit dem Bus fahren möchte und nicht genau weiß, wo die Haltestelle ist, gebe ich dem Hund einen Befehl und er führt mich genau zum Haltestellenschild“, erklärt Peters. So klappt es auch bei Sitzbänken oder Handläufen an Treppen. Der Hund schützt seinen Besitzer aber auch vor Gefahren. „An Straßenübergängen muss der Hund immer stehenbleiben, damit ich nicht aus Versehen auf die Straße laufe“, erklärt Detlef Peters.

Es kam allerdings schon einmal vor, dass Peters ganz und gar nicht dort landete, wo er eigentlich hinwollte. „Gleich zu Beginn ging ich mit der Hündin raus und stand dann plötzlich auf einem Feld, weil sie mich dort hingeführt hatte und spielen wollte“, erinnert sich Peters. Neben der Unterstützung im Alltag leiste Hündin Voice aber auch seelische Hilfe. „So bin ich nie alleine und wenn es mir mal nicht so gut geht, tröstet sie mich auch.“ In Falkensee wohnt Detlef Peters seit 2003. „Nach meiner Erblindung haben sich nach und nach meine Freunde von mir entfernt, so dass ich entschieden habe, woanders noch einmal neu anzufangen.“ Dass er in Falkensee gelandet ist, sei im Grunde ein Zufall gewesen. Sein Bruder wohnt in Berlin und in Falkensee habe Peters genügend Ruhe und auch Platz für Hündin Voice, die ihm in den vergangenen Jahren zur Seite stand - auch beim beruflichen Neuanfang.

Blindheit ist Folge einer Diabetes-Erkrankung

Durch seine Erblindung, die Folge einer zu spät erkannten Diabetes-Erkrankung ist, konnte Detlef Peters seine Arbeit als Qualitätsmanager in einem großen Unternehmen nicht mehr fortführen. Sportjournalismus war für ihn die beste Alternative. „Ich kannte meine Fähigkeiten und dachte mir, dass es funktionieren könnte.“ Sein erster Auftrag für ein Internetradio war die Berichterstattung über eine Veranstaltung am Brandenburger Tor in Berlin, bei der Blinde die Gelegenheit bekamen, selbst ein Auto zu fahren. „Ich war sehr aufgeregt und unsicher, ob ich das alles schaffen werde“, erinnert sich Peters heute. Doch er fuhr nach Berlin, sprach mit vielen Menschen und schrieb schließlich einen Bericht. „Danach wusste ich, das ist der richtige Weg.“

Seither ist er regelmäßig auf Sportveranstaltungen anzutreffen. Hauptgeschäft war für ihn aber schon immer die Berichterstattung über Hertha BSC. Peters scheute sich dabei nie, auch kritische Fragen zu stellen. „Pál Dárdai sagte dann sogar einmal zu mir, dass wir wohl keine Freunde werden, was mir zeigt, dass ich alles richtig gemacht habe“, so Peters. Fußballberichterstattung sei im Übrigen auch für Blinde kein Problem. „In jedem großen Stadion gibt es spezielle Sprecher, die das Spiel extra für Blinde kommentieren“, erklärt Peters. Diese Kommentare nimmt er dann als Grundlage für seine Berichte.

Peters interviewte Hoeneß, Seeler und Co.

Doch nicht nur bei Herthas Pressekonferenzen ging der Falkenseer ein und aus. Er war auch häufig zu Gast auf verschiedenen Galaveranstaltungen der Sport-Szene, wie der Verleihung der goldenen Sportpyramide. Diese Gelegenheiten nutzte er gerne, um mit den Größen des Sports ins Gespräch zu kommen. So interviewte er FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß und Fußballlegende Uwe Seeler. „Einmal habe ich auch die Klitschkows getroffen und durfte ihre Arme anfassen, die haben wirklich Oberarme wie andere Oberschenkel“, erzählt Detlef Peters.

All diese Begegnungen haben ihm immer wieder neuen Antrieb gegeben, trotz seines Schicksals nicht aufzugeben. „Doch ohne meine Erblindung hätte ich diese Leute wahrscheinlich nie kennengelernt“, sagt Peters.

Von Danilo Hafer

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