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Havelland Spurensuche am Mauerweg geht weiter
Lokales Havelland Spurensuche am Mauerweg geht weiter
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18:55 13.11.2016
An der neuen Mauer-Gedenkstätte direkt an der Grenze zwischen Falkensee und Spandau. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Falkensee

Falkensee ist seit der Wende im Höllentempo unterwegs. Dem DDR-Flair ist die Stadt längst entwachsen. Die neue Dauerausstellung „Spurensuche Mauer“ erinnert sich an das Leben der Falkenseer und Spandauer, die auf beiden Seiten der Grenzen mit der Trennung umgehen mussten. Am Sonntag wurde sie am ehemaligen Mauerstreifen zwischen der Spandauer Straße und der Falkenseer Chaussee eröffnet.

„Für viele Falkenseer ist es heute schwer nachzuvollziehen, welchen Einfluss die Teilung auf das Leben der Menschen hatte. Deshalb ist es so wichtig, die Erinnerungen an diesem speziellen Ort zu wahren“, sagte Bürgermeister Heiko Müller in seiner Eröffnungsrede. Wachtürme und Grenzanlagen säumten einst das Areal der Ausstellung und prägten den Alltag der Menschen auf beiden Seiten, auch den von Müller. „Für mich war es ab 1961 unmöglich zu meiner Oma nach Spandau zu gelangen. Hätte ich es versucht, wäre ich erschossen worden.“

Umso lieber denkt Heiko Müller an den 13. November vor 27 Jahren zurück, als die Grenze, vier Tage später als in Berlin, auch in Falkensee aufging. „Vermutlich war das der glücklichste Tag, den Falkensee und Spandau je erlebt haben. Überall Jubel und Umarmungen. “

2011 waren die dreizehn Stelen im Rahmen des Gedenktages „50 Jahre Mauerbau“ installiert worden, nun wurde die einst auf Zeit angelegte Open-Air-Ausstellung wegen ihres Erfolgs zur Dauerausstellung. „Das ist das beste, was einem Künstler passieren kann“, strahlte Kuratorin Stefanie Wahl. „Die Stelen berichten über die politischen und institutionellen Strukturen der damaligen Zeit, fangen vor allem aber die Lebenswirklichkeit der Menschen vor und hinter der Mauer ein.“ Zum 27. Jahrestag der Grenzöffnung zwischen Falkensee und Spandau wurden die Schaubilder überarbeitet und nun mit einer englischen Übersetzung ergänzt.

Neben den Geschichten der Spandauer Exklaven und der Fluchtversuche einiger Falkenseer fallen vor allem die Geschichten der Menschen ins Auge, deren Leben und Alltag sich durch die Grenzschließung so schlagartig veränderten - Jobs mussten aufgegeben und Verwandte zurückgelassen werden. Die sehr eingängigen und persönlichen Zitate der Zeitzeugen werden von diversen persönlichen Bildern und Fotografien untermalt.

Eine Stele widmet sich der Geschichte von Petro Mett, der am 13. August 1961 auf dem Weg von seiner Großmutter in Wilmersdorf nach Falkensee war, als die Bahnlautsprecher bekanntgaben, dass der Zugverkehr der Linie eingestellt worden sei. Er musste nun „außenrum“, nach acht Stunden war er zu Hause. Wie einige Falkenseer die Abtrennung des öffentlichen Nahverkehrs bis zum Mauerbau umgehen konnten, schildert ein nicht benannter Zeitzeuge: „Wir sind dann bis zum Stacheldraht mit einem Bus gefahren, durch eine Tür gegangen und auf der anderen Seite des Stacheldrahtes in den nächsten Bus nach Spandau gestiegen“.

Die Erfolgsgeschichte der Ausstellung sieht Burkhard Berg, Vorsitzender des Vereins der Freunde und Förderer des Museum und Galerie Falkensee in den persönlichen Geschichten der Zeitzeugen und der Begegnung an den Schaubildern. „Hier packt es einen. Leute betrachten die Stelen und fragen sich: Wie war das alles nur möglich?“ Auch Spandaus Bürgermeister Helmut Kleebank hebt die Bedeutung der Ausstellung hervor: „Sie lässt zu, auch für heute politische Zusammenhänge herstellen zu können. Ich freue mich, dass es diesen Ort zwischen Falkensee und Spandau gibt.“

Von Max Gottschalk

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