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Havelland Stadt fragt Bewohner um Geld für Messtafel
Lokales Havelland Stadt fragt Bewohner um Geld für Messtafel
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02:15 30.10.2017
In Dallgow steht bereits solch eine Messtafel. Quelle: Tanja M. Marotzke
Ketzin/Havel

Den Rasern soll in Ketzin schon bald die Lust am Schnellfahren vergehen. Die Stadt will abschrecken und deshalb eine Geschwindigkeits-Messtafel anschaffen, die punktuell sowohl in der Kernstadt als auch in den Ortsteilen aufgestellt wird. „Es ist kein Blitzer. Die Sünder werden nicht bestraft, aber sie bekommen vielleicht einen Schreck und nehmen den Fuß vom Gas“, sagt Andreas Kinzel vom Ketziner Ordnungsamt.

Fast täglich würden in der Verwaltung Mitteilungen von Anwohnern eingehen, die das Fahren mit überhöhten Geschwindigkeiten wahrnehmen, so Kinzel. Um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer, vor allem aber der Kinder, die oft mit dem Fahrrad unterwegs sind und der älteren Leute, die die Straßen nicht so schnell überqueren können, zu erhöhen, habe man sich für eine mobile Radartafel entschieden.

Basierend auf Erfahrungen aus den Nachbargemeinden wie Dallgow-Döberitz würde ein solches Messsystem viele Verkehrsteilnehmer dazu bringen, spürbar ihr Tempo zu reduzieren, weiß Kinzel. Durch die öffentliche Kontrolle der gefahrenen Geschwindigkeit entstehe ein psychologischer Druck, langsamer zu fahren.

Vor sechs Jahren gab es schon ein ähnliches Gerät in der Stadt. „Das war aber mit Werbeschildern so beklebt, dass man die gefahrene Geschwindigkeit kaum sehen konnte. Jetzt soll eine moderne Tafel her, die nicht nur das Tempo der Autos und Lkws über einen Zeitraum von jeweils 24 Stunden anzeigt, sondern auch alle durchfahrenden Fahrzeuge zählt“, erklärt Andreas Kinzel. Was den Vorteil habe, dass man diese Zahlen für andere Dinge wie die Notwendigkeit von Gehwegen, Fußgängerüberwegen oder das Aufstellen von Geschwindigkeitsbegrenzungen nutzen könne. Zunächst hat das Ordnungsamt zwölf Standorte für die mobile Radartafel in Ketzin, Falkenrehde, Tremmen, Zachow, Etzin und Paretz geplant. Schwerpunkte sind die Ortseinfahrten, die Kitas, beide Schulen und das Ärztehaus in der Potsdamer Straße in Ketzin.

Nachdem Angebote von drei Herstellern vorliegen, werden die Kosten für das Gerät, das über ein Solar- sowie über ein Batteriesystem betrieben wird, inklusive Aufstellung bei etwa 4000 Euro liegen. Inzwischen startete die Stadt einen Spendenaufruf, um die Tafel finanzieren zu können. „Erfreulicherweise sind schon mehr als 2000 Euro eingegangen“, sagt Andreas Kinzel. Jetzt wolle man noch die großen Firmen im Stadtgebiet ansprechen, um vielleicht sogar ein zweites Gerät kaufen zu können.

Wer mehr zu der Spendenaktion erfahren will, findet im Netz Informationen: www.ketzin.de, Rubrik Aktuelles/Nachrichten.

Von Jens Wegener

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