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Stadt macht Jagd auf Müllsünder

Nauen Stadt macht Jagd auf Müllsünder

Weil ein Großteil der 90 öffentlichen Papierkörbe in Nauen immer öfter mit prall gefüllten Mülltüten vollgestopft wird, will die Stadt ausgewählte Standorte jetzt verstärkt durch Mitarbeiter des Außendienstes observieren lassen. Eine Frau wurde bereits erwischt, sie muss ein Verwarngeld zahlen. Künftig sollen aber safte Bußgelder fällig werden.

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Eckart Zschörper kennt die Gewohnheiten der Müllsünder ziemlich genau.
 

Quelle: Privat

Nauen.  Kaum geleert ist ein Großteil der 90 öffentlichen Papierkörbe im Stadtgebiet von Nauen kurz darauf schon wieder voll. Aber nicht etwa mit Papiertaschentüchern, Bonbonpapier oder leeren Zigarettenschachteln. Vielmehr entsorgen unvernünftige Zeitgenossen dort ihren Hausmüll – sehr zum Unmut der Stadtverwaltung. Denn das kostet die Allgemeinheit zunehmend Geld, mehrere tausend Euro im Jahr. Selbst in der Mittelstraße oder am Rathausplatz quellen die Körbe deshalb immer wieder über.

Aus dem Grunde hat der Außendienst jetzt den Auftrag, Müllsünder an ausgewählten Standorten auf frischer Tat zu erwischen. Aufgrund der personellen Situation war dies zuletzt nicht ganz einfach. In einem Fall kam man trotzdem einer Müllsünderin auf die Schliche, wie Ordnungsamtsleiterin Ilona Pagel berichtete. „Die Mitarbeiter konnten eine weibliche Person mittleren Alters feststellen, von der man dies nicht unbedingt erwartet hätte.

Sie muss mit einem Verwarngeld im oberen Bereich rechnen. Künftig wird es aber nicht bei einem Verwarngeld bleiben. Nach einer Schonfrist kann je nach Schwere des Verstoßes ein Bußgeld in empfindlicher Höhe fällig sein“, sagte die Fachbereichsleiterin und kündigte weitere Observierungen an. In ihren Augen ist die illegale Müllentsorgung auch eine Form der Gebührenhinterziehung.

Als weitere Aktion hatte Ilona Pagel unlängst vorgeschlagen, für eine Zeit von etwa vier Wochen die Papierkörbe im Stadtgebiet nicht entleeren zu lassen. Auf diese Weise will sie zur Diskussion anregen und die Bürger für das Thema sensibilisieren. Bei den Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung indes kam der Vorschlag nicht so gut an. „Es ist wenig überraschend, dass dies bei uns auf nicht so fruchtbaren Boden fällt“, sagte Robert Borchert von der SPD.

Denn dies sähe nach einer Bestrafung aller Bürger aus, obwohl es nur wenige Schmuddelkinder gebe. Möglicherweise könne eine Verkleinerung der Papierkorb-Öffnungen helfen. Nach Ansicht von Thomas Lück (Linke) würde eine Nichtleerung auf die Stadt zurückfallen. So könnten Besucher beziehungsweise Touristen den Eindruck gewinnen, dass die Stadt ihren Müll nicht wegräumt. Und auch bei LWN und CDU stößt der Verwaltungsvorschlag nicht auf Gegenliebe. Zudem gibt es bei einigen die Befürchtung, dass sich das Müllproblem woanders hin verlagern könnte.

Einer der DLG-Mitarbeiter, die die Papierkörbe regelmäßig leeren, ist Eckard Zschörper. Er kennt die Müllsünder-Szene genau, fährt die Standorte bis zu dreimal wöchentlich an. „Montags sind die Papierkörbe oft besonders voll und die Müllbeutel werden oft daneben gestellt“, erzählt er. „Da gibt es auch Leute, die Beutel mit benutzten Kinderwindeln oder Katzenstreu in die Behälter pfeffern – dann sind die Papierkörbe natürlich ruck, zuck gefüllt“, beklagt er.

Aber auch Sondermüll wie Asbestplatten und Bauschutt habe er in den Papierkörben vorgefunden und entsorgen müssen, so Zschörper. „Den möchte ich gern mal kennen lernen und ihn fragen, was er sich dabei denkt.“

Von Andreas Kaatz

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