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Stadt setzt Zeichen gegen Gewalt an Frauen

Rathenow Stadt setzt Zeichen gegen Gewalt an Frauen

Vom 20. bis 26. November setzen der Frauenpolitische Rat Brandenburg und rund 150 Bäcker ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Rathenow macht mit. Bäckermeister Ingo Möhring verkauft eine Woche lang seine Brötchen mit der Botschaft „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ und verteilt damit auch wichtige Informationen.

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Catrin Seeger und Ingo Möhring machen gemeinsame Sache und werben für die Aktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte“.

Quelle: Christin Schmidt

Rathenow. Am 25. November erinnern Frauenrechtsorganisationen im Rahmen des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen rund um den Globus wieder daran, dass jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben unter häuslicher Gewalt leidet und fast jede siebte Frau in Deutschland vergewaltigt oder sexuell genötigt. Das geht aus einer Untersuchung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hervor.

„Zur Anzeige kommen allerdings die wenigsten Fälle, weil noch immer das Opfer in der Nachweispflicht ist und das Thema stark schambesetzt ist“, erklärt Catrin Seeger, Leiterin des Rathenower Frauenhauses und Sprecherin des Netzwerks brandenburgischer Frauenhäuser. Tagtäglich berät sie Frauen, die Opfer von häuslicher oder sexueller Gewalt wurden. Zudem macht sie immer wieder auf dieses Thema aufmerksam, versucht es in die Köpfe der Menschen zu bringen, um so zu verhindern, dass die Gesellschaft davor die Augen verschließt.

Am 20. November wird Catrin Seeger sich einmal mehr für die Rechte von Frauen stark machen. Dieses Mal bekommt sie dabei Unterstützung von Bäckermeister Ingo Möhring. Pünktlich um 8.30 Uhr werden die beiden in der Bäckerfiliale in der Rathenower Mittelstraße Brottüten mit der Botschaft „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ verteilen.

Die Aktion informiert über die anonyme Spurensicherung

Der Rathenower Bäckermeister ist einer von rund 150 Bäckereien in Brandenburg, die sich an der gemeinsamen Aktion des Frauenpolitischen Rats und des Landesverbands der Bäckereien und Konditoreien Berlin-Brandenburg beteiligen. Vom 20. bis zum 26. November werden 250 000 Brottüten mit dem Slogan sowie weitere Informationen über die Ladentische gehen.

Ziel der Aktion ist es, über das Hilfsangebot nach einer Vergewaltigung im Land Brandenburg zu informieren. Damit sollen unter anderem die Kliniken, die eine anonyme Spurensicherung anbieten, bekannt gemacht werden. Zugleich werden mit jeder Tüte wichtige Informationen zu den Frauenhäusern und Beratungsstellen mitgegeben. Nicht zuletzt steht Catrin Seeger am Montagvormittag auch für Fragen zur Verfügung.

Statt sich also nur an einem Tag mit dem Themen zu beschäftigen, sorgt der Frauenpolitische Rat Brandenburg dafür, dass es in diesem Jahr eine Woche gegen Gewalt an Frauen gibt. Denn auch im Deutschland des Jahres 2017 werden Frauen und Mädchen geschlagen, misshandelt oder vergewaltigt.

Nur jede siebente Frau geht zur Polizei

„Was viele nicht verstehen, eine Vergewaltigung ist ein medizinischer Notfall, darauf wollen wir mit dieser Aktion hinweisen und zugleich den Menschen Informationen an die Hand geben, was sie in einer solchen Situation tun können, wo sie Hilfe bekommen. In Brandenburg meldet nur jede siebente Frau, die sexualisierte Gewalt erfährt, den Vorfall der Polizei. Aufklärung ist also dringend nötig“, betont Catrin Seeger.

Dem stimmt auch Ingo Möhring. „Ich muss gestehen, dass mir bisher nicht bewusst war, dass so viele Frauen betroffen sind. Das Thema war für mich einfach nicht präsent. Dank unserer gemeinsamen Aktion hat sich das geändert“, so Ingo Möhring. Er wird am Montag nicht nur in all seinen fünf Filialen seine Brote und Brötchen in die Tüten mit Botschaft packen. Wer ab 8.30 Uhr im Geschäft in der Mittelstraße ist, bekommt dazu noch eine süße Aufmerksamkeit.

Übrigens stieg laut Landeskriminalsamt die Zahl der Fälle von häuslicher Gewalt 2016 um 5,5 Prozent. Weitere Infos zum Thema gibt es online: www.hilfe-nach-vergewaltigung-brandenburg.de. Das Beratungsteam Havelland ist unter 0 33 85/50 36 15 zu erreichen.

Von Christin Schmidt

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