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Stadt will Insolvenz des VfL Nauen abwenden

VfL Nauen soll Steuern zahlen Stadt will Insolvenz des VfL Nauen abwenden

Mit einer Finanzspritze in Höhe von 50 000 Euro will die Stadt Nauen die erneut drohende Insolvenz des Vereins VfL Nauen abwenden. Der erhielt nämlich schon 2014 Post vom Finanzamt, soll für die Jahre 2008 bis 2015 Umsatzsteuer zahlen. Grundlage ist der jährliche städtische Zuschuss für die Sportplatzbewirtschaftung.

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Beim VfL Nauen wird viel Fußball gespeilt, aber nicht nur.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Nauen. Mit einer Finanzspritze in Höhe von 50 000 Euro will die Stadt Nauen jetzt dem VfL Nauen unter die Arme greifen. Damit soll eine mögliche Insolvenz abgewendet werden – wieder einmal. Doch anders als 2011, als der Bau des Vereinsheimes dem größten Verein der Stadt über den Kopf gewachsen war, geht die erneute Krise nun vom Finanzamt Nauen aus. Die Behörde hat Steuernachzahlungen gefordert, mit denen niemand bei der Stadtverwaltung und beim Verein gerechnet hat. Die 50 000 Euro entsprechen in etwa der Steuerschuld seit 2008. Nun wird nach dem Stadtverordnetenbeschluss vom Montag geprüft, ob der Verein die Summe zurückzahlen soll, was aber unter anderem die Fraktion LWN/Bauern ablehnt.

Ausgangspunkt ist, dass die Finanzbehörde 2014 den zwischen Stadt und Verein geschlossenen Nutzungsvertrag zum Sportplatz geprüft hat. Darin ist geregelt, das die Kommune dem VfL jährlich rund 40 000 Euro zahlt, die auch der Bewirtschaftung des Sportplatzes in der Jahnstraße dienen. Das Finanzamt ist der Ansicht, dass es sich um einen Leistungsaustausch handelt, der der Umsatzsteuer unterliegt. Kämmerin Marion Grigoleit wundert sich nun: „Der Vertrag war dem Finanzamt über Jahre bekannt und wurde nie moniert.“ Selbst ein Gespräch schon 2014 zwischen Finanzbehörde, Verein und Stadt hatte nichts ändern können.

In seiner Not rief der VfL auch noch den brandenburgischen Finanzminister um Hilfe an. Doch der stellte sich hinter die Behörde. „Die Stadt Nauen erspart sich damit eigene – höhere – Kosten für die Bewirtschaftung der Sportanlage, die sie hätte, wenn sie selbst Personal einsetzt oder die entsprechenden Dienstleistungen etwa eines Gartenbaubetriebes in Anspruch nähme“, teilte Christian Görke (Die Linke) im Februar dem Verein mit. Die Bewirtschaftungsleistungen des Vereins würden somit genauso besteuert wie die Leistungserbringung etwa durch ein Unternehmen des Garten- und Landschaftsbaus, was unter Wettbewerbsgesichtspunkten folgerichtig erscheine, so der Minister. Einen Monat vor Görkes Antwortbrief hatte das Finanzamt am 6. Januar 2016 den Einspruch des Vereins vom November 2014 gegen den Bescheid zurückgewiesen.
Beim VfL jedenfalls ist man froh über die Hilfe der Stadt, wie der 1. Vorsitzende Volker Müller sagt. Die Post vom Finanzamt traf auch ihn 2014 wie eine kalte Dusche. „Wir gingen davon aus, dass alles okay wäre, fühlten uns auf der sicheren Seite.“ Von einer Klage gegen den Bescheid habe man aber Abstand genommen. „Die Erfolgsaussichten gehen gegen Null.“ Eine Rückzahlung der 50 000 Euro hält er „in absehbarer Zeit für unmöglich“ – vor allem, weil es wegen des neuen Vereinsheimes noch ein offenes Darlehen von rund 250 000 Euro gibt.

Doch nicht nur Nauen muss sich mit dem Thema befassen. „Landauf, landab gibt es dieselbe Problematik“, meint Bürgermeister Detlef Fleischmann (SPD). Beispielsweise zahlt auch Brieselang einen Betriebskostenzuschuss, in dem Falle an den SV Grün Weiss. „Der Verein beschäftigt sich mit dem Thema und hat uns informiert, dass nach entsprechenden Gerichtsurteilen etwas drohen könnte“, sagte Bürgermeister Wilhelm Garn (CDU). Seiner Kenntnis nach liege aber noch kein Bescheid vor.

Von Andreas Kaatz

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