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Städtisches Museum beging Jubiläum

Falkensee Städtisches Museum beging Jubiläum

Mit einem abwechslungsreichen Programm wurde am Wochenende anlässlich des Internationalen Museumstages das 25-jährige Bestehen von Museum und Galerie in Falkensee begangen. Die Geschäftsführerin des Landes-Museumsverbandes kritisierte bei dieser Gelegenheit, dass viele kommunale Museen unmündig seien.

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Museumspädagoge Bert Krüger mit einem uralten Zylinder des Schmiedemeisters Paul Kolecki aus Falkenhagen.

Quelle: Hans-Peter Theurich

Falkensee. Wenn ein Museum Geburtstag hat, richten sich die Blicke naturgemäß und dem Auftrag des Hauses entsprechend in die Vergangenheit. Wie alles mal angefangen hat, und wie schön es nun geworden ist. Also war am Wochenende eines der üblichen Jubiläen zu erwarten, mit Reden, Danksagungen und ein paar Blumensträußen, bei dem sich alles um 25 Jahre Falkenseer Museum dreht – inklusive Galerie, in der wechselnde Ausstellungen stattfinden. Doch Knall auf Fall ging es plötzlich um mehr, nämlich um die Zukunft der Museen in Brandenburg und dabei auch um die des Hauses an der Falkenhagener Straße.

Mit sanfter Stimme, aber wuchtig in der Aussage, sprach am Sonnabend Susanne Köstering. Sie ist die Geschäftsführerin beim Museumsverband des Landes Brandenburg. „Es kann nicht sein, dass in den kommunalen Museen wie Falkensee die Bürgermeister das Sagen haben, wenn es um geplante Ausstellungen oder Filmvorführungen geht. Unsere Verwaltungsstrukturen sind von Vor-Vorgestern. Leiter der kulturell wichtigen Institutionen sind Experten und diese müssen endlich frei entscheiden dürfen über ihren Jahresetat.“ Im etwa 25-köpfigen Publikum, meist Mitglieder des Fördervereins, ging ein Raunen durch die Reihen.

Dabei hatte alles so nett angefangen. Gabriele Helbig, die rührige Chefin, hielt einen Diavortrag über die Geschichte des Hauses. Das 1991 verfallene Fachwerkgebäude, heute umgewandelt in ein Museum; erstes „Backfest“ 1995 mit wenigen Besuchern; Einweihung des Obergeschosses im Mai 2010. Die Steinköpfe von Marx und Lenin im Garten. „Große Diskussionen gab es damals, als die aufgestellt wurden“, seufzte Gabriele Helbig. Daran schloss sich ein Rückblick auf die ersten Falkenseer Museumstage 2012 an. Und auch die beliebten Heimatjahrbücher für Falkensee und Umgebung spielten eine Rolle. Ein bunter Reigen voller Erinnerungen.

Auch Brigitte Kerl vom Vorstand des Fördervereins mit 152 Mitgliedern ließ die Vergangenheit Revue passieren, würdigte die Ausstellung über die Insassen des KZs Sachsenhausen oder die Eröffnung des Rosengartens 2010. Und noch ein Referat: Der Historiker Harald Fritz Potempa brachte einen ungewöhnlichen Hut mit. „Die Kopfbedeckung eines polnischen Gebirgsjägers. Mit solchen Gegenständen wirkt Geschichte lebendig“, sagte er und forderte, „endlich die Dauerausstellung im Obergeschoss für Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer barrierefrei zu machen“.

Fehlte noch das Grußwort von Bürgermeister Heiko Müller. An seiner Stelle gratulierte die Beigeordnete Luise Herbst zum Jubiläum: „Mit dem Team des Fördervereins ist etwas Einmaliges in der Kulturlandschaft von Falkensee gelungen.“ Leider kam es mit ihr nicht mehr zu einer Diskussion über die Freigabe der Museumsfinanzen durch die Verwaltungsspitze, weil sich Luise Herbst nach ihrem Pflichttermin verabschiedete.

Immerhin war die historische Stadtrundfahrt am Sonnabend ausverkauft. Museumspädagoge Bert Krüger konnte einen uralten Zylinder des Falkenhagener Schmiedemeisters Paul Kolecki präsentieren. Und anlässlich des 40. Internationalen Museumstags am Sonntag führte Gabriele Helbig Interessierte durch das Depot.

Wie ihre nächste Diskussion mit Bürgermeister Müller über Gelder für neue Projekte verläuft, bleibt abzuwarten. Susanne Köstering sagte jedenfalls: „Die Unmündigkeit der kommunalen Museen muss beendet werden!“

Von Hans-Peter Theurich

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