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Havelland Starke Frauen, stille Heldinnen
Lokales Havelland Starke Frauen, stille Heldinnen
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18:01 15.09.2017
Ausstellung zum BBZ-Geburtstag: Franziska Nauck hat mit Frauen über ihr Leben, ihre Ängste und Hoffnungen gesprochen und sie behutsam fotografiert Quelle: Tanja M. Marotzke
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Falkensee

„Das BBZ ist wie eine große Familie“, sagt Ramona Matheus, hier wird sie akzeptiert, wie sie ist, muss sich nicht verstellen. Ramona Matheus ist eine von vielen, die das BBZ schätzen. Am Freitag feierte es seinen 25. Geburtstag. Hinter der Abkürzung verbirgt sich das Falkenseer Beratungs- und Begegnungszentrum. Es ist ein etwas sperriger, nüchterner Name für eine seelenvolle Einrichtung, hier wird seit einem Vierteljahrhundert Menschen in körperlicher und seelischer Not die Hand gereicht. Das BBZ ist so etwas wie der soziale Kitt der Stadt.

Glückwünsche von der Falkenseer Gleichstellungsbeauftragten Manuela Dörnenburg für Ingrid Oelschlägel. Quelle: Marlies Schnaibel

Hunderte Menschen kommen hier Woche für Woche, um Hilfe und Rat zu finden, um Menschen zu treffen, um sich auszutauschen. Die Gründe dafür sind oft sehr ernste. Krebserkrankungen, Depressionen, Alkoholsucht, sexuelle Übergriffe, Scheidungssorgen, Hartz-IV, Tod von Kindern, Mobbing, Demenz von Angehörigen. „Das ist oft sehr bedrückend, für viele scheint es keinen Ausweg zu geben“, beobachtet Ingrid Oelschlägel immer wieder. Sie leitet das BBZ und sie weiß: „Es gehört zu den schönen Seiten dieser Arbeit, eben doch einen Weg zu finden.“ Das haben die 25 Jahren gezeigt.

Angefangen hatte alles 1992. Damals hatten Volker Mueller vom Lebenshilfewerk, Dagmar Menzel von der Schuldnerberatung, Erhard Beer von der Volkshochschule, die Gleichstellungsbeauftragte Edeltraut Funke und andere engagierte Leute überlegt, wie sie Hilfsangebote bündeln und ausbauen könnten. Die Idee des Beratungs- und Begegnungszentrums entstand. Ein Film, der Szenen aus den 25 Jahren zeigte, sorgte Freitag bei einer Feierstunde im Becher-Kulturhaus für viel Heiterkeit, auch als Brandenburgs legendäre Sozialministerin Regine Hildebrandt mit ihrem unerreicht forschen Mundwerk zu sehen und zu hören war.

Heute sitzt das BBZ im Musiksaalgebäude neben der neuen Stadthalle und ist barrierefrei zu erreichen. Quelle: Marlies Schnaibel

Ja, es wird viel gelacht im BBZ. In einem Haus, in dem doch viel mit Krankheit und Tod umgegangen wird. Die Begegnung mit anderen Menschen tut gut. Das wird deutlich in einem besonderen Geschenk, dass sich das BBZ selbst gemacht hat. Die Sozialwissenschaftlerin Franziska Nauck, die seit vier Jahren in der Einrichtung arbeitet, hat mit großem Talent eine Ausstellung gestaltet. Für „Starke Frauen – Frauenbilder im Gespräch“ hat sie mit 15 Frauen gesprochen, hat sie fotografiert und ihre Lebensgeschichte aufgeschrieben. „Das war meinem Umfeld gar nicht recht“, gesteht Elisabeth Pohlmann, „dass ich da so offen über private Dinge gesprochen habe.“ Wie auch die anderen Frauen erzählt sie von ihrem Leben mit seinen vielen bunten Stationen und von dem schwersten Einschnitt in dieses Leben. Bei ihr war es die Brustkrebserkrankung, die die gebürtige Schweizerin 2012 traf. Bis heute geht sie zur Falkenseer Selbsthilfegruppe „Brustkrebsoperierter Frauen“. Die Gespräche geben Vertrauen, Wärme, Austausch.

Das Schwere und das Schöne ihrer Arbeit gehören zusammen, das hat Ingrid Oelschlägel in 25 Jahren immer wieder erfahren. Und sie freut sich, dass viele dem BBZ die Treue halten, es wie eine Familie annehmen. Viele kommen über Jahre, ehemalige ABM-Kräfte bleiben der Einrichtung mit ihren zwei Angestellten ehrenamtlich treu und machen die Arbeit der 32 Gruppen überhaupt erst möglich. Neben den Selbsthilfegruppen sind es Kursangebote und Treffpunkte: Lauftreff 60plus, Gymnastikgruppe, Line Dance, Entspannung mit Klangschalen. Angefangen hatte das BBZ vor einem Vierteljahrhundert in einer Baracke am Gutspark, dann zog das Zentrum 1997 in die alte Stadthalle und vor drei Jahren in das Musiksaalgebäude. „Mit Fahrstuhl“, freut sich Ingrid Oelschlägel, das ist ein unschätzbarer Gewinn, so werden mobilitätseingeschränkte Mitmenschen nicht ausgegrenzt. „Nicht ausgrenzen, sondern mitnehmen“, das ist auch so ein Leitspruch, der das Beratungs- und Begegnungszentrum trägt.

Von Marlies Schnaibel

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