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Havelland Staunend stöbern: Tauschbörse faszinierte viele
Lokales Havelland Staunend stöbern: Tauschbörse faszinierte viele
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19:25 17.04.2017
Zarah-Maureen Zink-Zimmermann und Papa Mario Zimmermann verkauften zur Tauschbörse auch den „Schwedentaler“ (links), der auf einer Silbergedenkmedaille zum 250. Jahrestag der Befreiung Rathenows von den Schweden 1675 basiert (rechts). Quelle: Uwe Hoffmann
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Rathenow

Zur traditionellen Tauschbörse am Karfreitag trafen sich zwischen neun und 14 Uhr im Blauen Saal des Kulturzentrums wieder Münz- und Briefmarkenfreunde. An den Tischen präsentierten vor allem Sammler von Münzen, Militaria, wie Orden und Postkarten, ihre Sammelobjekte.

„Ich erinnere mich an frühere Jahre. Da waren hier im Blauen Saal nur Briefmarkensammler und die Münzfreunde hatten nebenan einen eigenen Raum“, sagt der Münzsammler Kai Berger. „Uns fehlt der Sammlernachwuchs. Bei den jungen Leuten ist heute das Sammeln von Münzen und vor allem von Briefmarken nicht mehr so angesagt.“ Der Premnitzer sammelt Silber-Unzen verschiedener Länder und Euro-Gedenkmünzen. „In den letzten Jahren hat vor allem das Sammeln in Verbindung mit regionaler Heimatgeschichte zugenommen“, ergänzt Jürgen Mai. „Trotzdem bin ich mit dem heutigen Tag zufrieden.“

Der Premnitzer von der Fachgruppe Philatelie des Kulturbundes organisiert jedes Jahr die Philatelie- und Numismatiktauschbörse. Zu den heimatverbundenen Sammlern gehört auch Mario Zimmermann. Der Rathenower beteiligte sich in diesem Jahr erstmals an der Tauschbörse. „Ich interessiere mich für die Geschichte der Region und vor allem Rathenows“, erzählt Mario Zimmermann. „So sammle ich Literatur zur Heimatgeschichte sowie Postkarten oder Medaillen mit Heimatbezug.“

An seinem Tisch bot er auch den von den Organisatoren der Rathenower Schwedentage in diesem Jahr erstmals herausgegebenen „Schwedentaler“ an. Dessen Motiv auf Vorder- und Rückseite geht auf eine Gedenkmedaille aus dem Jahr 1925 zurück. Sie erinnerte an den 250. Jahrestag der Befreiung Rathenows am 15. Juni 1675 durch Truppen des Großen Kurfürsten, Friedrich Wilhelm von Brandenburg, von der schwedischen Besatzung. Während der Schwedentaler für eine Spende von vier Euro erhältlich ist, muss man für die seltene Gedenkmedaille aus dem Jahr 1925 aus 900er Silber schon das 50-fache ausgeben.

An Mario Zimmermanns Tisch fand man zu diesem Ereignis auch ein Büchlein aus dem Jahr 1875. Dies wurde zum 200-jährigen Gedenktag an die Schlacht bei „Fehrbellin 10. Juni 1675“ herausgegeben oder beispielsweise „Die Chronik der Stadt Friesack“ zum 500-jährigen Hohenzollernjubiläum im Jahr 1913. Zur Tauschbörse fand der Sammler von Bildern Georg Pennings (1871 bis 1960) zufällig ein für ihn bisher noch unbekanntes Bild des Rathenower Heimatmalers aus frühen Jahren.

Das kleine Ölgemälde aus dem Jahr 1906 zeigt möglicherweise den Wald nahe Rathenow. Georg Penning malte, das ist bekannt, sehr gern am Hohennauen-Ferchesarer See. „Das erste Mal Tauschbörse mit einem eigenen Stand hat mir Spaß gemacht“, so Mario Zimmermanns Fazit. „Ich hätte mich sonst geärgert.“

Zu den Sammlern, die Objekte mit Heimatbezug sammeln, gehört auch Achim Rateitschak. Der Rathenower sammelt Münzen und Medaillen. In seinen Sammelalben fanden sich beispielsweise eine Medaille in Kupfer und Neusilber zum 1050-jährigen Jubiläum der Ersterwähnung Schollenes im Jahr 948, aber auch alte Rathenower Hundemarken. „Auch die Rathenower Sportvereine haben noch zu DDR-Zeiten viele Medaillen zu Jubiläen und Wettkämpfen herausgegeben“, sagt der Sammler. „Die Rathenower Notgeldscheine kennen viele.

Einige Rathenower Unternehmen haben in den 1920er Jahren aber auch eigenes Münz-Notgeld herausgegeben. So zum Beispiel die Mühlenbesitzer.“ Der Rathenower hat schon als Schuljunge seine erste Münzen gesammelt.

Von Uwe Hoffmann

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