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Havelland Sterben Insekten im Havelland aus?
Lokales Havelland Sterben Insekten im Havelland aus?
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11:29 18.12.2017
Auch in diesen Breitengraden zu sehen: Die Gottesanbeterin. Foto rechts: Auf Spinnen-Exkursion nach dem Ammen-Dornfinger im Havelland – das Insekt hat sich hier angesiedelt. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Havelland

Draußen in Gärten und in der freien Natur gibt es immer weniger Schmetterlinge, Bienen, Hummeln, Mücken, Spinnen, Käfer und andere Kleintiere. Ein internationales Forscherteam aus den Niederlanden, Großbritannien und Deutschland hat dramatische Befunde zum Insektenrückgang in Norddeutschland bestätigt. Insbesondere bei Fluginsekten sei seit den 1990er-Jahren ein klarer Negativtrend erkennbar. In einem Zeitraum von 27 Jahren wurden 63 Standorte in Schutzgebieten untersucht, wobei der Rückgang überwiegend im Flachland festgestellt wurde.

Mehrere Tausend Insektenarten im Havelgebiet

Etwa 5500 Insektenarten gibt es rund um die Havel. Viele dieser Arten haben Forscher auch im Naturpark Westhavelland erkundet. Genaue Erkenntnisse und Untersuchungen zu Artenvielfalt und Vorkommen liegen weder dem Nabu-Regionalverband Westhavelland noch der Naturwacht Westhavelland vor. René Riep, Geschäftsführer des Nabu-Regionalverbandes, möchte auch nicht von einer dramatischen Situation in der Region sprechen. „Es gibt aber deutlich weniger Insekten im Westhavelland und das schon seit Jahren“, sagt er. „Wer früher hier mit dem Auto unterwegs war, hatte schon nach kurzer Zeit die Frontscheibe voll Insekten.“ Im Sommer 2017, so Riep, seien deutlich weniger Mücken und andere Insekten an die Autoscheiben geklatscht.

Eine Entwicklung, die auch seitens der Naturwacht bestätigt wird. „Gefühlt gibt es in der Region immer weniger Insekten“, meint Naturwachtrangerin Sabine Clausner, ohne das mit Zahlen genau belegen zu können. Die Naturwacht konzentriert ihr Monitoring auf Vögel und Orchideen in der Natur. Ein Insekten-Monitoring für den Naturpark Westhavelland gibt es nicht. Besonders im Sommer bei ihrer Arbeit in der Natur machen die Ranger beiläufig nicht nur mit Mücken Bekanntschaft. Sie entdecken auch andere kleine Lebewesen, wie in diesem Jahr des Öfteren die auf der roten Liste als besonders schützenswerte Arten stehende Gottesanbeterin. Das ist das Insekt des Jahres 2017. Spaltenkranzspinne, Schlupfwespe, Wolfsspinne, Libellen und Schmetterlinge gehören ebenfalls zu den Insektenarten im Naturpark Westhavelland.

Vielfältige Gründe für das Aussterben

Schmetterlinge sind auch in der kühleren Jahreszeit auf Hilfe angewiesen. Ein Teil der schönsten Tagfalter, wie das Tagpfauenauge, der Kleine Fuchs, der Zitronenfalter und zunehmend auch der Admiral, überwintern als Falter und brauchen dazu Quartiere, in denen es nicht nass wird – zum Beispiel Lauben oder Ställe. Früher kamen die Tiere in hohlen Bäumen unter – aber davon gibt es immer weniger.

Die Gründe, weshalb es weniger Insekten gibt, sind vielfältig. Wesentliche Ursachen seien, so sagen Forscher, große Landwirtschaftsflächen, zunehmende Monokultur und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Blühstreifen an Feldrändern, wie 2017 von Landwirten im Westhavelland erstmals praktiziert, können Insekten anlocken. Mit Blüh- oder und Streuobstwiesen, wie bei Milow und Rathenow kann man ebenfalls für Insektenvielfalt sorgen. In Spaatz hat der Verein „Gesund in die Zukunft“ im Herbst damit begonnen, eine Streuobstwiese anzulegen. Es gibt also Möglichkeiten – auch für Privatgartenbesitzer – etwas zur Insektenvielfalt beizutragen. Unklar bleibt, ob es in Zukunft in der Region ein Insekten-Monitoring geben wird.

Von Norbert Stein

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