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Havelland Sterngucker beim Astrotreff in ihrem Element
Lokales Havelland Sterngucker beim Astrotreff in ihrem Element
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00:19 20.09.2017
Fawzi Attia (l.) aus Ägypten und der Astronom Jörg Große-Kracht aus Osnabrück diskutieren mit Ilona Langgemach. Leiterin der Naturparkverwaltung Westhavelland und Andreas Hänel, Leiter des Planetariums Osnabrück, über Möglichkeiten der Sternenfotografie. Quelle: Norbert Stein
Gülpe

Fawzi Attia aus Ägypten war am Wochenende beim 7. Westhavelländischen Astrotreff (WAT) in Gülpe der Gast mit der weitesten Anreise. Der Mann ist Wissenschaftler und hat viele Jahre in der Forschung renommierter Industrieunternehmen gearbeitet. Sterne gucken interessierte ihn bisher nur beiläufig. Dass er nun auf den Geschmack gekommen ist, verdankt er einer Zufallsbegegnung mit Burkhard Zacharias aus Gülpe in Ägypten. Zacharias erzählte dabei vom ersten deutschen Sternenpark im Westhavelland, dem dunklen Nachthimmel mit vielen Sternen über Gülpe und dem jährlichen Astrotreff in seinem Heimatdorf.

Der Gülper weckte bei seinem Gesprächspartner eine gewisse Neugierde auf die Sterne am havelländischen Himmel. Zwischen Wissenschaftsgesprächen in Stuttgart und Leipzig machte er deshalb am Wochenende einen Abstecher zum Astrotreff nach Gülpe. Seine Entscheidung hat er nicht bereut. Der Nachthimmel über der Region sei beeindruckend, sagte er am Samstag auf dem Sportplatz in Gülpe, wo ihm der Astronom Jörg Große-Kracht aus Osnabrück sein Fernrohr und Voraussetzungen für die Sternenfotografie erläuterte. Das Wetter war freundlich und gewährte den Besuchern Fernrohrbetrachtungen der Sonne. Dazu luden die Astronomen am Nachmittag ein, am Abend waren die Fernrohre auf die Sterne gerichtet.

Rund 70 Hobbyastronomen waren angereist

Die Stellplätze auf dem Sportplatz waren bis auf wenige Ausnahmen alle belegt am Wochenende. Gut 70 Hobbyastronomen aus Wolfsburg, Hamburg, Osnabrück und weiteren Regionen waren zum Sternegucken nach Gülpe gekommen. „Damit haben wir gegenüber den Vorjahren wieder eine Steigerung. Der Astrotreff wird eben immer beliebter“, sagte Ingolf Hammer vom Verein Kultur und Kunst Havelland, mit einem Blick in das Anmeldebuch.

Rund 200 Zuschauer

Während die Zahl der Teilnehmer stetig steigt, stagnierte diejenige der Besucher. Rund 200 Neugierige kamen, um den Astronomen über die Schulter zu schauen. Die ersten Astronomen waren bereits am Mittwoch angereist. Besonders in den ersten Nächten hatte sie gute Möglichkeiten zur Sternbeobachtung. Saturn, Orion, Kugelsteinhaufen und andere Sternbilder seien besonders gut zu sehen gewesen, berichtete der langjährige Leiter des Planetariums Osnabrück, Andreas Hänel, bei einem Pressegespräch in der Nacht zum Samstag.

Bei klarem Nachthimmel kamen die Campteilnehmer auf ihre Kosten. Quelle: Andreas Hänell

Andreas Hänel ist Mitglied der internationalen Vereinigung Dark Sky und hat wesentlichen Anteil, dass das Westhavelland 2004 als erster Sternenpark in Deutschland von der internationalen Vereinigung anerkannt wurde. Dem Sternenpark bescheinigte Hänel beim Astrotreff eine sehr gute Entwicklung.

Grußworte von Nina Omilian

Die Schirmherrschaft für das 7. Astrotreffen in Gülpe hatte die Botschafterin des Naturparks Westhavelland, Nina Omilian, übernommen. Zur Eröffnung am Samstag konnte sie aber nicht kommen. Ihr Grußwort wurde von Ilona Langgemach, Leiterin der Naturparkverwaltung, verlesen. Das Astrotreffen in Gülpe mit einer Ausstellung mit dem Titel „Verlust der Nacht“ und Fachvorträgen nutzen die Naturparkverwaltung und der Förderverein Sternenpark Westhavelland zur Vorstellung eines neuen Sternenpark-Flyers. Der Flyer informiert über neun ausgewiesene Plätzen zum Sternegucken in der Region und die Beobachtungsstation „Sternenblick“ in Parey.

Ein Platz am Bahnhof Nennhausen und eine Stelle bei Rübehorst gehören zu den neuen Beobachtungspunkten und wurden in Abstimmung mit Jägern ausgewiesen. Der Rhinower Amtsdirektor Jens Aasmann startete als Vorsitzender des Fördervereins in Gülpe einen neuen Fotowettbewerb „Sternenpark Westhavelland“.

Von Norbert Stein

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