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Sternsinger singen gegen Kinderarbeit an

Havelland Sternsinger singen gegen Kinderarbeit an

Im Gewand der Heiligen drei Könige durchstreiften Kinder und Jugendliche seit den Weihnachtstagen die Städte und Gemeinden im Landkreis zuletzt waren sie in Premnitz, Milow und Rhinow unterwegs. Sie sammeln in diesem Jahr für Projekte, mit denen der Kinderarbeit in Indien entgegengewirkt werden soll.

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Sternsinger waren in Premnitz unterwegs – hier in der Liebig-Apotheke.

Quelle: hoffmann, uwe

Westhavelland. Nach Angaben von Hilfsorganisationen arbeiten weltweit 168 Millionen Mädchen und Jungen regelmäßig mehrere Stunden am Tag, um zum Einkommen ihrer Familien beizutragen. Das sind elf Prozent aller Minderjährigen. Das Thema Kinderarbeit steht in diesem Jahr zur Sternsingeraktion der katholischen Kirche in Deutschland zum Dreikönigstag unter dem Motto „Gemeinsam gegen Kinderarbeit – in Indien und weltweit“ im Zentrum der Spendensammelaktion der Kinder, die als Heilige Drei Könige den Menschen in ihren Gemeinden den Segen bringen.

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Im Westhavelland und in Städten und Gemeinden des übrigen Landkreises waren die Sternsinger unterwegs, um für Projekte zu sammeln, die sich gegen Kinderarbeit in Indien richten. Die Kinder und Jugendlichen waren unterwegs in Rathenow, Premnitz, Milower Land und Rhinow.

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Seit 1991 hat die Sternsingeraktion der katholischen Sankt.-Marien-Gemeinde und der Evangelischen Gemeinde in Premnitz Tradition. In diesem Tagen waren zwischen dem 27. und dem 30. Dezember rund 20 Kinder und Jugendliche in vier Gruppen an fast 40 Stationen allein in Premnitz unterwegs. Zusätzlich besuchten die Sternsinger Menschen in Mögelin und Döberitz. Zur Tradition gehört auch, den Segen in Orte des Milower Landes zu bringen.

So sammelten die Heiligen Drei Könige auch Spenden in Milow, Wilhelminenthal, Jerchel, Möthlitz und Bahnitz. Zum Abschluss der diesjährigen Sternsingeraktion besuchten die Kinder und Jugendlichen am 2. Januar erstmals das Anfang November in Premnitz feierlich eröffnete Dienstleistungszentrum der Diakonie DiaMed in der ehemaligen Kita „Kinderstadt - Neues Leben “.

Pfarrer Kübler befestigt den Haussegen

Pfarrer Kübler befestigt den Haussegen.

Quelle: hoffmann, uwe

Diakonie-Geschäftsführer Guido Panschuk war gerührt: „Ihr habt in den letzten Tagen einen ganz tollen Dienst geleistet und während der Sternsingeraktion zum Dreikönigstag den Menschen in Premnitz und im Milower Land den Segen gebracht und Spenden gesammelt. Die Mieter im Haus und ich sind froh, die Sternsinger erstmals hier begrüßen zu dürfen.“ Danach brachten die Sternsinger noch den Segen „20*C+M+B+18“ (Christus mansionem benedictat = Christus segne dieses Haus) ins Premnitzer Rathaus.

„Zur Vorbereitung auf das Thema der diesjährigen Sternsingeraktion haben wir unter anderem gemeinsam den Film ‚Willi in Indien’ mit Willi Weitzel vom Kinderfernsehen der ARD geschaut“, sagt die dreizehnjährige Fiona Panschuk aus Premnitz. „Willi besuchte Kinder im Norden Indiens, die nicht in die Schule gehen können, weil sie arbeiten müssen.“ So lernten die Premnitzer zum Beispiel die zehnjährige Sangam kennen, die als eines von insgesamt 200.000 indischen Kindern als Teppichknüpfer arbeiten müssen. Ihr Traum ist es, in die Schule gehen und etwas lernen zu können. „Kinder in Deutschland müssen nicht arbeiten. Ich finde es wichtig, dass etwas dagegen getan wird, dass es in anderen Staaten noch Kinderarbeit gibt“, ergänzte ihre ein Jahr ältere Schwester Lätizia. „Und ich finde wichtig, dass über solche Themen, wie auch im Rahmen unserer Sternsingeraktion, in der Zeitung berichtet wird.“ Trotz eigener Gesetze und internationalen Konventionen, die Indien unterzeichnet hat, arbeiten in dem südostasiatischen Staat laut offiziellen Angaben heute noch zwölf Millionen, nach Angaben von Hilfsorganisationen sogar 60 Millionen Kinder.

Auch im Ländchen Rhinow waren in den letzten Tagen wieder Sternsänger unterwegs. In Rhinow, Kietz, Strodehne, Neuwerder, Stölln und Sieversdorf besuchten sie über 40 Häuser. Die Sternsänger überbrachten Familien sowie Mitarbeitern in Unternehmen und Verwaltungen den christliche Segen und gute Wünsche für 2018. Die Sternsingeraktion 2018 steht unter dem Leitwort „Segen bringen. Segen sein. Gemeinsam gehen Kinderarmut und Indien und weltweit“. Dafür baten auch im Ländchen Rhinow die Kinder katholischen und evangelischen Glaubens um Spenden.

Zum Auftakt am Donnerstag besuchten die Rhinower Sternsänger Frederic, Emil, Aidan, Josephine und Carlos das Amt Rhinow. Amtsdirektor Jens Aasmann und Mitarbeiter der Verwaltung begrüßten die die Kinder herzlich und nahmen ihnen damit eine nicht zu übersehende Aufregung für ihren ersten Auftritt. Die jungen Gäste sorgten mit Weihrauch für typische Gerüche und Atmosphäre im Flur des Hauptgebäudes der Verwaltung. Traditionell waren drei Kinder als Könige Caspar, Melchior und Balthasar kostümiert.

Die Kinder erzählten Geschichten und sangen ein Lied. Sie wünschten den Mitarbeitern der Verwaltung Gesundheit und Wohlergehen. Jens Aasmann dankte den Kindern mit einer Spende für das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und gab ihnen einen Beutel voll Süßigkeiten als Wegzehrung mit auf ihrem weiteren Rundgang durch die Kleinstadt. Davon konnte auch das regnerische Wetter die Kinder nicht abhalten.

Zuvor aber brachte Jürgen Schindler-Clausner noch den Segensspruch an die Haustür der Verwaltung an. Der Vorsitzende des Fördervereins Kirche Rhinow organisierte mit Helfern auch 2018 wieder den Rundgang der Sternsinger in der Kleinstadt und ihren Besuch in den Nachbardörfern. So ist es schon seit vielen Jahren und das mit zunehmender Resonanz.

Nicht nur in Premnitz, Milow und Rhinow waren die Sternsinger unterwegs. In Rathenow zogen die Sternsinger bereits durch die Stadt und besuchten das Rathaus, wo sie von Vertretern der Stadtverwaltung empfangen wurden. Tradition hat auch ein Besuch im Landratsamt. Ebenso waren Sternsinger in Nauen und Falkensee unterwegs.

Mit dem Dreikönigstag heute endet die Aktion. Dann wird zusammengezählt und das Havelland schickt seinen Beitrag für die Projekte gegen Kinderarbeit in Indien.

Von Norbert Stein und Uwe Hoffmann

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