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Inklusion am Lagerfeuer

Verein Sterntal eröffnete Ferien- und Freizeitheim in Falkensee Inklusion am Lagerfeuer

Der Berliner Verein Sterntal hat sein Ferien- und Freizeitheim in der Falkenseer Elbeallee eröffnet. Menschen mit und ohne Behinderung können dort gemeinsam Urlaub machen oder Seminare besuchen. „Das ist gelebte Inklusion“, so Geschäftsführer Georg Jacoby. Die Nachfrage ist schon jetzt hoch.

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Georg Jacoby (links), der Geschäftsführer von Sterntal, bei seiner Eröffnungsrede.

Quelle: Philip Häfner

Falkensee. Die Lagerfeuerstelle durfte natürlich nicht fehlen. Schließlich hatten Georg Jacoby, und seine Frau Ines einst an einer eben solchen gesessen und davon geträumt, dass ihr Verein Sterntal ein eigenes Ferien- und Freizeitobjekt besitzt, an dem Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam Urlaub machen oder Seminare besuchen können. „Zunächst war es eine Vision, aber jetzt ist das Projekt auf der Erde“, sagte Ines Jacoby. Am Sonnabend wurde das Haus in der Falkenseer Elbeallee feierlich eröffnet. Natürlich mit Lagerfeuerstelle.

„Wir sind riesenfroh und sehr stolz, dass das Projekt fertig ist“, sagte Georg Jakoby. Sterntal verstehe das Haus als Begegnungsstätte, in dem Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten, um Gäste mit und ohne Behinderung zu versorgen. „Das ist gelebte Inklusion“, so Georg Jacoby. Derzeit sind in der Einrichtung elf Mitarbeiter beschäftigt.

Falkensee ist für die gemeinnützige Integrationsfirma ein idealer Standort. „Die Infrastruktur ist gut, Berlin liegt nicht weit, aber trotzdem vermittelt der Ort ein ländliches Gefühl“, sagt Ines Jacoby. Schon 2009 hatte es erste Gespräche mit der Stadtverwaltung gegeben, ein Jahr später kaufte Sterntal das Grundstück an der Elbeallee, auf der zu Beginn des 20. Jahrhunderts das Bäckerheim entstanden war, das Freizeitheim der Berliner Bäckerinnung. Zu DDR-Zeiten war dort die Gaststätte „Haus des Handwerks”.

2013 begannen die Arbeiten am neuen Ferien- und Freizeitobjekt. Die Bauphase dauerte länger als geplant, immer wieder kam es zu Verzögerungen. Acht Wochen vor der Eröffnung musste noch einmal das gesamte Pflaster im Hof ausgetauscht werden, weil es nicht sachgemäß verlegt worden war.

Insgesamt kostete der Bau 1,5 Millionen Euro. „Wir haben in den zurückliegenden 20 Jahren gut gewirtschaftet“, so Ines Jacoby. Unterstützt wurde das Vorhaben auch vom Brandenburger Landesamt für Soziales und Versorgung und von der Aktion Mensch. „Wenn Sie also mit Ihrem Los das nächste Mal wieder nichts gewonnen haben, dann ärgern Sie sich nicht“, sagte Martina Neuendorf, die Projektkoordinatorin von Sterntal. „Sie sehen ja hier, wohin zumindest ein Teil Ihres Geldes geflossen ist.“

Barrierefreier Tourismus

Die Nachfrage nach barrierefreien Übernachtungs-, Gastronomie- und Freizeitangeboten ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Das hat mit einer immer älteren, aber dennoch länger mobilen Bevölkerung zu tun.

Seit September 2010 existiert die Internetseite www.barrierefrei-brandenburg.de der Tourismus Marketing Brandenburg GmbH (TMB). Dort sind aktuell 290 Übernachtungsangebote, 317 Freizeitsangebote und 211 Orte zum Essen und Trinken verzeichnet. Es gibt auch eine gedruckte Broschüre.

Für interessierte Tourismusanbieter veranstaltet die Tourismusakademie Brandenburg (TAB) regelmäßig Qualifizierungen, Seminare und Workshops rund um das Thema „Barrierefreier Tourismus“.

Offiziell eröffnet wurde das Ferien- und Freizeitheim zwar erst am Wochenende. In Betrieb ist es aber schon seit einigen Wochen – und bereits gut nachgefragt. Reitvereine und Schulklassen quartierten sich ein, auch ein großes Familienfest wurde dort bereits gefeiert. Eine Gruppe von Menschen mit Behinderung war allerdings bislang noch nicht unter den Gästen, doch das überrascht Ines Jacoby wenig: „Die planen meist weit im Voraus.“

Die neue Anlage besteht aus drei zweigeschossigen Gebäuden, die U-förmig angelegt sind; hinzu kommt ein Pavillon im Hof. In zwei Häusern befinden sich Gästezimmer, wobei das Erdgeschoss jeweils barrierefrei ist. Das dritte Gebäude ist mit einem Fahrstuhl ausgestattet, es beherbergt einen Essraum, die Küche und einen Veranstaltungsraum.

Langfristig, so verriet Ines Jacoby, will Sterntal in Falkensee noch weitere Flächen erwerben. „Für alle unsere Träume hat der Platz noch nicht gereicht“, so die Geschäftsführerin.

Von Philip Häfner

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