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Stickoxide kommen meist von alten Dieseln

Kreis Havelland Stickoxide kommen meist von alten Dieseln

Ein Nachrüsten oder Software-Updates für Euro-5-Dieselfahrzeuge bringt im Landkreis Havelland nur wenig in Bezug auf die Umweltentlastung. Alle Dieselfahrzeuge zusammen genommen sorgten 2016 für 63,21 Tonnen Stickoxid.

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Eine Sonde eines Gerätes zur Abgasuntersuchung für Dieselmotoren steckt im Auspuffrohr eines VW Golf 2.0 TDI.

Quelle: dpa

Havelland. 35 965 Dieselfahrezeuge sind derzeit im Landkreis Havelland zugelassen, das entspricht einem Anteil von 24 Prozent aller Fahrzeuge, sagt Kreissprecherin Caterina Rönnert. Zum 1. Januar 2016 waren es mit 24 561 Dieselfahrzeugen noch rund 10 000 weniger. Die verursachten einen Ausstoß von 63,21 Tonnen Stickoxid pro Jahr. Basierend auf den Zahlen von 2016 wurde folge Betrachtung angestellt.

Fest steht, allein mit der Nachrüstung von Euro-5-Dieseln ist das Problem nicht zu beheben. Denn die produzieren nur 17,2 Tonnen der Diesel-Stickoxide. Anders sieht es bei den Diesel-Pkw aus, die noch Schadstoffklasse Euro 4 und niedriger haben: Die kommen im Havelland auf einen Anteil von 43,44 Tonnen. Der Nachteil: Zugelassene Nachrüstlösungen gibt es für die nicht und mit einem Softwareupdate geht gar nichts.

Von den Euro-5-Dieseln, die teilweise noch bis August 2015 in Deutschland verkauft wurden, sind nach Herstellerangaben nur 50 Prozent per Software updatebar und kommen dann auf etwa die Hälfte des jetzigen Schadstoffausstoßes. Auf den Kreis Havelland gerechnet, heißt das: Unterm Strich würde Euro-5-Nachrüstung 4,30 der 63,21 Stickoxid-Tonnen vermeiden. Das wären 6,80 Prozent.

Betrachtet man das Ganze allerdings unter dem Gesichtspunkt, dass kein Stickoxid das gesündeste Stickoxid ist, dann zeigen die Tonnage-Werte klar, wo eigentlich angesetzt werden müsste. Diesel-Pkw mit der Schadstoffklasse Euro 4 bis Euro nix im Kreis Havelland verursachen zusammen 68,72 Prozent des gesamten Stickoxid-Ausstosses. Die wären also weg, wenn die ältesten Diesel verschwinden.

Mehrere Verbände trommeln seit mehr als einem Jahr für eine Umstiegsprämie, mit der dann auch die 11792 Menschen und Firmen im Kreis Havelland finanziell einen Anreiz hätten, ihr Dieselfahrzeug zu wechseln. Entscheidend wird sein, wie hoch diese ausfällt, wenn sie überhaupt kommt.

Bei den 9553 Euro-5-Dieselfahrzen im Kreis Havelland gibt es Schummeldiesel, bei den 3216 Euro-6-ern, die zu Jahresanfang in den Bestandslisten des Kraftfahrt-Bundesamtes waren, vermutlich auch, bei den 6209 Euro-4-ern gab es eventuell schon ein Kartell, aber die Schadstoffwerte sind nach vorliegenden Daten in Ordnung. Das heißt, Schummeldiesel oder Euro-5-er insgesamt nachzurüsten, ist das Eine.

Die kalte Enteignung’ der Dieselfahrer mit älteren Pkw, die technisch vollkommen in Ordnung sind, zu forcieren oder zu verhindern, ist das Andere. Bei der Frage, wer soll das bezahlen, ist die Ausgangslage also unterschiedlich. Oder ganz einfach: Es zahlt, wer das Problem zu verantworten hat. Die Dieselfahrer sind das nicht.

Von Teja Banzhaf

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