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Stiftung für ein besseres Leben

Paretz Stiftung für ein besseres Leben

Ideen und Geld sammeln, das sind zwei Sachen, die das Innovationsbündnis Havelland künftig machen könnte. Als Stiftung mit Partnern aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft will sie das Leben im ländlichen Raum attraktiver machen. Und zwar gemeinschaftlich.

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Idylle im Havelland – schöne Landschaft alleine reicht nicht, das Leben wird durch die Menschen lebenswert. Eine Stiftung will das fördern.

Quelle: Marlies Schnaibel

Paretz. Ein bisschen mussten sie lachen beim Fotografieren, als sie von den Journalisten an einen Baum hingestellt werden. „Wie ein Hochzeitspaar“, meinte Roger Lewandowski. Helga Breuninger lacht. Und so ganz abwegig ist der Vergleich ja auch nicht, denn die beiden stehen für ein Projekt, bei dem Verwaltung und Privatinitiative ein besonderes Paar werden. Es geht um die Bildung einer neuen Stiftung, um ein Innovationsbündnis Havelland.

Wollen Kräfte bündeln

Wollen Kräfte bündeln: Stiftungsexpertin Helga Breuninger und Landrat Roger Lewandowski.

Quelle: Marlies Schnaibel

Grundsätzlich hatte sich der Kreistag im Juni dafür ausgesprochen, die Bildung einer solchen Stiftung vorzubereiten. Inzwischen wurden zahlreiche Gespräche geführt und Kontakte geknüpft. Am Montag wurde auf dem Gelände der Paretz Akademie der aktuelle Stand des Vorhabens erläutert.

Von Helga Breuninger, die in ihrer Breuninger Stiftungsgruppe seit fast 40 Jahren Erfahrungen in der Stiftungsarbeit gesammelt hatte, kam der Impuls für dieses neue Innovationsbündnis: „Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft sollen darin zusammenkommen und über eine gemeinsame Stiftung das Leben im Havelland gestalten“, sagte sie. „Das Havelland ist schön“, meinte sie, das hat die Stuttgarterin ja selbst vor fast zehn Jahren hierhergezogen. Aber landschaftliche Schönheit allein reiche nicht aus für ein lebenswertes Dasein. Deshalb blicke sie bei ihrer neuen Idee in den ländlichen Raum, um dort „gemeindewohlorientiert“ zu wirken und das Leben zu gestalten. „Das passte genau zu den Überlegungen, die wir in unserem Demografieprojekt haben“, sagte Landrat Roger Lewandowski (CDU). Ihm liegt auch daran zu klären, dass es bei dem Thema eben nicht nur um ältere Menschen geht, sondern um alle Generationen. Es geht darum, das Leben in den Kleinstädten und Dörfern lebenswert zu erhalten und zu gestalten, damit die jungen Leute nicht wegziehen und die sozialen Strukturen wegbrechen. Das ist eine große gesellschaftliche Aufgabe, die geplante Stiftung könnte dabei einen Beitrag leisten. Es wäre ein Mosaikstein, der sich selbst aus vielen bunten Steinen zusammensetzt.

Dabei soll den Leuten nicht etwas vorgesetzt werden. Vom Nur-Konsumieren hält Helga Breuninger sowieso nicht viel. „Aus der Konsum-Haltung raus, hin zum Mitmachen“, so ihr Anliegen. Es geht um die Frage: Wie wollen wir leben? „Da wollen wir Begegnungsräume schaffen“, sagte sie. Begegnung bringe Austausch und Gemeinschaft. Wie solche Räume aussehen können, muss gemeinsam entwickelt werden. In vielen kleinen Orten des Havellandes wird beklagt, dass es keine Gaststätten oder Kneipen mehr gibt, dass sich die Leute nicht mehr treffen können. Für herkömmliche Gastronomiebetriebe, die sich wirtschaftlich rechnen müssen, fehlt oft die Grundlage. „Dann müssen wir neue Formen finden“, sagte Helga Breuninger, „es braucht Räume für Spielen, Essen, Schwätzen.“ Und die können mit neuen Formen gemeinschaftlichen Wirtschaftens entstehen.

Die Suche nach so einem Raum für Begegnungen ist nur ein Beispiel. Ob dieses Thema oder ganz andere später den Ton in der Innovationsstiftung angeben, das wird sich entscheiden, wenn die Stiftung zum Laufen kommt. Erst einmal übernimmt die Helga-Breuninger-Stiftung die Initiative, Leute und ihre Ideen zusammenzuführen. Für Februar 2018 ist in Paretz eine Zukunftskonferenz geplant. Um den Prozess zu begleiten, schreibt die Stiftung eine (halbe) Stelle aus.

Noch ist die neue Stiftung eher eine abstrakte Vorstellung, aber sie wird Schritt für Schritt mit Leben erfüllt. Und Helga Breuninger hat Erfahrungen mit Stiftungen gesammelt – in Stuttgart, in Kanada, in Paretz. Diese Erfahrungen will sie ganz aktiv für ein lebenswertes Havelland einbringen. Ihr hat das Havelland gutgetan, da will sie gern etwas zurückgeben.

Von Marlies Schnaibel

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