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Stimmenfang in der Stadthalle

Falkensee Stimmenfang in der Stadthalle

Auf Einladung der Europa-Union standen am Dienstagabend die sechs aussichtsreichsten Kandidaten aus dem Wahlkreis 58 Rede und Antwort. Die Politiker von CDU, SPD, Die Linke, Die Grünen, AfD und FDP sprachen über Entlastungen für junge Familien, über eine bessere Verkehrsanbindung nach Berlin und Investitionen Kitas. Etwa 130 Bürger hörten mit Interesse zu.

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Die Kandidaten von FDP, Die Grünen, AfD, Die Linke, CDU und SPD standen Rede und Antwort.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Falkensee. Großer Bahnhof in der Stadthalle. Knapp zwei Wochen vor der Bundestagswahl hat die Europa-Union am Dienstagabend zum Kandidaten-Check geladen. Gut 130 Bürger nutzten die Chance, um die Politiker aus der Nähe zu erleben und ihre Lösungsvorschläge für die drängendsten Probleme zu hören.

Auf dem Podium standen Vertreter der Parteien Rede und Antwort, die gute Chancen haben, in den Bundestag einzuziehen: Uwe Feiler (CDU), Benjamin Grimm (SPD) , Harald Petzold (Die Linke), Christian Schmidt (AfD), Petra Budke (Bündnis 90/Die Grünen) und Volkmar Richter (FDP).

In der ersten Runde ging es ums Lokale – um die Frage, wie sich die Direktkandidaten im Bundestag für das Osthavelland einsetzen werden. Einmütig hoben alle die bemerkenswerte Entwicklung der Region hervor, das starke Bevölkerungswachstum und die günstige Nähe zu Berlin. Und waren sich auch einig, dass es für die vielen, vielen Pendler eine noch bessere Anbindung an die Hauptstadt geben müsse, entweder mit einer Express-S-Bahn bis nach Nauen oder über zusätzliche Regionalzüge. Alle Kandidaten wollen sich für junge Familien einsetzen. Unterschiedliche Akzentuierungen gab es trotzdem: Benjamin Grimm (SPD) wünscht sich mehr Kita-Plätze, mit einem besseren Betreuungsschlüssel und vor allem beitragsfrei. Außerdem sprach er sich vehement für die Schließung des Flughafen Tegel aus.

Uwe Feiler (CDU) ging stärker ins Detail: Der Landkreis solle keine Landesstraßen übernehmen, weil viele in einem extrem schlechten Zustand sind. Er wünscht sich mehr Polizei auf der Straße, eine bessere Anbindung auch des Westhavellandes an Berlin und den Weiterbetrieb von Tegel.

Für Harald Petzold (Die Linke) ist Bildung ein wichtiges Anliegen – kein Winder, schließlich ist der Mann vor seiner Zeit im Bundestag Lehrer gewesen. Er wünscht sich ein Ende der Kleinstaaterei in der Bildungspolitik. Außerdem will er sich für bezahlbaren Wohnraum stark machen, konkret über eine Förderung kommunaler und genossenschaftlicher Wohnungsbauunternehmen.

AfD-Mann Christian Schmidt fasste sich in seiner Antwort extrem kurz, wünscht sich aber auch kostenlose Kitaplätze und einen Ausbau der S-Bahn für Pendler. Volkmar Richter (FDP) machte ebenfalls nicht zu viele Worte. Ihm sind der Ausbau des Breitbandnetzes und die Überwindung der zahlreichen Funklöcher besonders wichtig, ebenso wie die Verbesserung von Pflegeeinrichtungen. Petra Budke vertrat für die Grünen die klassischen Positionen: Schutz der schönen Natur, besserer Nahverkehr, besserer Lärmschutz und eine bessere Kitabetreuung.

Sprach einer der Kandidaten, lief eine an die Wand projizierte Uhr gnadenlos rückwärts. So konnte das Publikum gut verfolgen, zu welchem Thema die Politiker besonders ausführlich sprachen und wie gut sie mit ihrem Zeitbudget haushalten. Auch über die politischen Inhalte hinaus konnte man – zumindest in den vorderen Reihen – einen ganz guten Eindruck von den Kandidaten bekommen: Uwe Feiler warb als Mandatsträger und Vertreter der CDU für ein Weiter-so-wie-bisher und wirkte dabei manchmal beinahe selbst so ruhig und staatstragend wie seine Kanzlerin. Benjamin Grimm (SPD) gab recht überzeugend den jungen, eloquenten Herausforderer, der Feiler immerhin dazu nötigte, sich zu in der Region eher unpopulären Positionen – wie dem Offenhalten von Tegel – zu bekennen.
Harald Petzold warb für die Linke als Alternative als Alternative zur Politik der Großen Koalition und zur AfD. Für die versprach Christian Schmidt 10.000 Euro Begrüßungsprämie für jedes Baby und schimpfte über die etablierten Parteien. Er hatte von allen Kandidaten am wenigsten zu sagen – am Ende der Diskussion hatte er noch etwa drei Minuten Redezeit auf seiner Uhr.

Die Grüne Petra Budke warb unbekümmert für die Kernthemen ihrer Partei. Volkmar Richter (FDP) blieb ein wenig der Exot der Runde: Dass sich ausgerechnet ein 70-Jähriger am eindrücklichsten für schnelles Internet und eine elektronische Verwaltung einsetzt, das hat schon was. Die Kandidaten beantworteten auf dem Podium auch noch Fragen zur Digitalisierung und zur Zukunft Europas. Danach war kurz noch das Publikum dran.
Nicht ausgeschlossen, dass die Besucher der Stadthalle gleich mehrere künftige Bundestagsabgeordnete gesehen haben. Uwe Feiler (Platz 5), Benjamin Grimm (Platz 5) und Harald Petzold (Platz 6) sind auf den Landeslisten ihrer Parteien immerhin so weit oben positioniert, dass es vielleicht auch ohne Direktmandat für den Bundestag reichen könnte.

Von Ralf Stork

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